Logo Innsbruck informiert
Bei dem zu renovierenden Pavillon im Waltherpark (v.l.): Tourismusverbandsobmann Karl Gostner, Architektin Silvia Boday, Projektbegleiterin Katharina Cibulka und Stadtrat Gerhard Fritz.
Bei dem zu renovierenden Pavillon im Waltherpark (v.l.): Tourismusverbandsobmann Karl Gostner, Architektin Silvia Boday, Projektbegleiterin Katharina Cibulka und Stadtrat Gerhard Fritz.

Begehbarer Bilderrahmen im Waltherpark

Dürers „Innsbruck von Norden“ neu inszeniert

Während des BürgerInnenbeteiligungsprozesses „Anpruggen“ hatten die AnwohnerInnen die Idee für eine neue Nutzung des Pavillions im Waltherpark. Direkt am Inn gelegen, steht seit den späten 1980er Jahren ein minimalistischer Pavillon aus Beton mit Stahlelementen. Ursprünglich sollte diese Konstruktion als Laube fungieren, wurde jedoch nie bepflanzt.

„Am Beispiel Anpruggen sieht man, wie wichtig und wertvoll die BürgerInnenbeteiligung sein kann“, ist Stadtrat Mag. Gerhard Fritz überzeugt: „Ohne das Engagement und die kreativen Ideen der Beteiligten wäre wohl kein so künstlerisch und geschichtlich wertvolles Ergebnis erzielt worden.“

Zukünftig wird der Pavillon als begehbarer Bilderrahmen genutzt werden, der einem die historische Ansicht Innsbrucks von Albrecht Dürer in die Gegenwart holt. 

Dürers Blick von 1495

Vor über 500 Jahren reiste Albrecht Dürer von Nürnberg nach Venedig und schuf während seines Zwischenaufenthaltes in Innsbruck das bekannte, kleinformatige Aquarell „Innsbruck von Norden“, dessen Original im Archiv der Albertina liegt. Als Dürer seine Ansicht Innsbrucks schuf, dürfte er seine Staffelei an jener Stelle aufgestellt haben, an der sich heute der Pavillon im Waltherpark befindet. 

Innsbrucks Vergangenheit und Gegenwart auf einen Blick

Baulich soll der Pavillon bis auf das Wesentliche reduziert, sprich sämtlicher Stahlkonstruktionen entledigt werden, sodass der Effekt eines begehbaren Bilderrahmens entsteht. Der bestehende Betonrahmen wird gereinigt und mit einer speziellen Beschichtung vor Graffiti geschützt.

Weiters sollen die Konturen Dürers Stadtansicht als Stahlgebilde in die Pavillonfront Richtung Inn eingepasst und gezielt beleuchtet werden. Während so im Vordergrund die Silhouette von Dürers historischer Innsbruckansicht zu sehen ist, nimmt man gleichzeitig das gegenwärtige, reale Stadtbild wahr. „Mit der neuen Nutzung des Pavillons entsteht nicht nur für historisch interessierte Touristen eine Attraktion auf der nördlichen Innseite“, erläutert Tourismusverbandsobmann Dr. Karl Gostner: „sondern wird auch der Waltherpark optisch aufgewertet, was wiederum den Innsbruckerinnen und Innsbruckern zugute kommt.“ 

Geplant und entworfen wurde das Projekt von Mag.a Katharina Cilbuka und Arch. DI Silvia Boday. Gesamt werden Projektkosten von rund 25.000 Euro veranschlagt. Die Realisierung wird vom Tourismusverband und dem städtischen Amt für Grünanlagen übernommen und soll mit Anfang Mai 2015 abgeschlossen sein.