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Innsbruck für „Super-Pass-Jahr“ gerüstet

Bereits jetzt wurden in der Tiroler Landeshauptstadt um ein Drittel mehr Reisepässe ausgestellt

Jeder sechste Reisepass läuft im kommenden Jahr ab. Das sind mehr als doppelt so viele Dokumente wie in einem durchschnittlichen Jahr. Inzwischen ist es nämlich genau zehn Jahre her, dass der biometrische Pass mit kontaktlosem Chip eingeführt wurde. Dafür werden bei Personen ab dem zwölften Geburtstag die Fingerabdrücke gescannt und gespeichert. Ein Reisepass ist in der Regel zehn Jahre gültig, danach muss ein neuer ausgestellt werden. Es ist nicht möglich, einen Pass zu verlängern. Außerdem nimmt aufgrund steigender Grenzkontrollen die Nachfrage nach Neuausstellungen zu.

„Super-Pass-Jahr“ bereits jetzt spürbar

Das „Super-Pass-Jahr“ hat schon begonnen. „Dies macht ein Vergleich des Zeitraumes von Jänner bis September 2016 mit jenem aus dem Vorjahr deutlich“, berichtet Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und erläutert: „Bereits jetzt wurden um ein Drittel mehr Reisepässe ausgefertigt. In den drei abgelaufenen Quartalen des heurigen Jahres wurden in unserer Landeshauptstadt rund 6.800 Pässe, 2.000 Kinderpässe und 3.000 Personalausweise ausgestellt.“

„Wenig verwunderlich ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass das Meldeamt heuer schon einen Rekord aufstellen konnte“, ergänzt Markus Troger, MBA, Amtsvorstand Standesamt und Personenstandsangelegenheiten: „Anfang Oktober bedienten die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 665 Kundinnen und Kunden an einem Tag.“ Mit dem größten Ansturm und dementsprechend längeren Wartezeiten in Österreichs Passämtern wird 2017 vor allem in den Monaten März bis Juli gerechnet.

Vorausplanen zahlt sich aus

Klar im Vorteil sind jene, die bereits frühzeitig einen neuen Pass beantragen: Einerseits sind die Wartezeiten im Amt kürzer und auch das Warten auf die Zustellung des Passes verkürzt sich. Denn aufgrund der zahlreichen Anfragen wird im „Super-Pass-Jahr“ auch die Staatsdruckerei, in der die Dokumente hergestellt werden, besonders gefordert.

Ein Blick in das eigene Dokument gibt darüber Aufschluss, wie lange der Pass gültig ist. Ein neuer wird beispielsweise auch benötigt, wenn er aufgrund der Restgültigkeit nicht mehr den Einreisebestimmungen des Gastlandes entspricht. Auch bei Namensänderung, z. B. bei Heirat, ist eine Neuausstellung nötig. Als besonderes Service schreibt die Stadt Innsbruck ab Herbst 2016 alle Innsbrucker GemeindebürgerInnen, die 2017 einen neuen Pass benötigen, per Post an.

Formale Kriterien für die Pass-Neubeantragung

Ein Reisepass kann generell bei jeder österreichischen Passbehörde (Magistrat oder Bezirkshauptmannschaft), unabhängig vom Wohnsitz, persönlich beantragt werden. Das Referat für Melde- und Einwohnerwesen, Passangelegenheiten in der Maria-Theresien-Straße 18 (1. Stock; Zugang über die RathausGalerien) hat jeweils Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 15:00 Uhr, sowie jeden Freitag von 08:00 bis 12:00 Uhr geöffnet. Für Personen, die zu diesen Zeiten verhindert sind, gibt es im „Super-Pass-Jahr“ die Möglichkeit, in Absprache mit dem Referat einen Termin zu vereinbaren.

Erfahrungsgemäß sind Montag und Freitag jene Wochentage, an denen im Referat die höchste Frequenz ist. Donnerstags hingegen besteht eine gute Chance auf kürzere Wartezeiten. Außerdem zeigt die Statistik, dass am Anfang des Monats mehr Personen einen Pass beantragen und das Meldeamt aufsuchen, als am Monatsende.

Ein Passfoto im Hochformat 35 mal 45 Millimeter, der derzeitige Reisepass und die Gebühr von 75,90 Euro (Kinder unter zwölf Jahren: 30 Euro) sind zur Antragsstelle mitzubringen, wobei die Zahlung auch mit Bankomatkarte möglich ist. Das Passfoto muss internationalen Kriterien entsprechen, die im Themenbereich „Dokumente und Recht“ unter www.help.gv.at zusammengefasst sind. Im Einzelfall kann die Passbehörde weitere Dokumente verlangen. Die benötigten Urkunden sind stets im Original oder als notariell beglaubigte Abschrift mitzubringen. Wurde der Reisepass gestohlen, wird eine inländische Diebstahlsanzeige benötigt. Bei Verlust ist die Bekanntgabe bei der Passbehörde ausreichend.

Expresspass, Ein-Tages-Expresspass und Notpass

Der neu ausgestellte Sicherheitspass wird anschließend in der Regel innerhalb von fünf bis sieben Werktagen per Post an die angegebene Adresse zugestellt. Alternativ dazu kann ein Expresspass (drei bis vier Werktage) oder ein Ein-Tages-Expresspass beantragt werden. Beide werden im Produktionsprozess und bei der Zustellung bevorzugt behandelt. Der Ein-Tages-Expresspass wird am nächsten Arbeitstag (Montag bis Freitag, außer feiertags) durch einen Botendienst an die genannte Adresse zugestellt. Während ein „normaler“ Reisepass 75,90 Euro kostet, sind für einen Expresspass 100 Euro und für einen Ein-Tages-Expresspass 220 Euro zu zahlen.

In speziellen Fällen, wenn BürgerInnen z.B. vor einer unaufschiebbaren Reise vorübergehend über keinen Reisepass verfügen, kann rund um die Uhr ein Notpass beim Stadtmagistrat beantragt werden. Dieser ist für einen eingeschränkten Zeitraum gültig. Er wird nicht in allen Staaten akzeptiert bzw. ist an weitere Voraussetzungen geknüpft. Außerhalb der Öffnungszeiten kann der Journaldienst der Mobilen Überwachungsgruppe unter der Telefonnummer +43 512 5360 1272 kontaktiert werden. (AA)