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Bei der Präsentation zur neuen Seilbahn am Patscherkofel (v.l.): Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frießer, IVB-GF Martin Baltes, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Peter Lingenhel (Fa. Doppelmayr) und GF der Patscherkofelbahnen Thomas Scheiber
Bei der Präsentation zur neuen Seilbahn am Patscherkofel (v.l.): Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frießer, IVB-GF Martin Baltes, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Peter Lingenhel (Fa. Doppelmayr) und GF der Patscherkofelbahnen Thomas Scheiber

Entscheidung über Seilbahntechnik für Patscherkofel gefallen

Firma Doppelmayr erhielt den Zuschlag bei europaweiter Ausschreibung

In einer seit Anfang des Jahres laufenden europaweiten Ausschreibung wurde nach der optimalen Bahn für den Patscherkofel gesucht. Eine Vergabekommission, zusammengesetzt aus Vertretern der Ingenieurgesellschaft Melzer & Hopfner sowie DI Martin Baltes (Geschäftsführer Innsbrucker Verkehrsbetriebe) und Dr. Thomas Scheiber (Geschäftsführer Patscherkofelbahnen), sichtete die Angebote nach einem Punktesystem, das u.a. die Gesichtspunkte Preis und Qualität beinhaltete.
Der Zuschlag geht an die Firma Doppelmayr. Entsprechend der Ausschreibung enthält das Angebot von Doppelmayr die gesamte Seilbahntechnik, den Abbruch des Sesselliftes Olympia-Express, den Abbruch des Schleppliftes Ochsenalm und den Abbau der Pendelbahn sowie das Versetzen des Schleppliftes Heiligwasser. Mit der Einreichplanung wird Ende Mai 2016 gerechnet. 

Stimmen zur Vergabe an die Firma Doppelmayr

„Innsbrucks Hausberg wird mit der neuen Seilbahn zum Freizeitberg. Der Komfort, den die modernste Seilbahngeneration der Firma Doppelmayr bietet, steht künftig nicht nur ausgewiesenen Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern im Süden von Innsbruck zur Verfügung. sondern auch Menschen mit Handicap sowie der Familie mit Kinderwagen. Sie gelangen schnell und bequem auf 2.000 Meter Seehöhe, um die umgebende Bergwelt sowie die Natur zu genießen“, betont Innsbrucks Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer den Mehrwert der Bahn für die BürgerInnen und die gesamte Region. 

„Die Entscheidung für die Firma Doppelmayr ist visionär. Nach dem Aus für die Pendelbahn braucht der Patscherkofel eine neue Attraktion. Die ausgewählte Bahn bietet Komfort und garantiert eine einfache Wartung. Damit ist der Betrieb für Sommer und Winter auf dem Innsbrucker Hausberg für Jahrzehnte sichergestellt“, argumentiert der Aufsichtsratsvorsitzende der Patscherkofelbahnen, Ing. Mag Werner Frießer. 

„Das Projekt Patscherkofelbahn Neu besteht aus vielen Teilen – nach der Vergabe der Architektenleistungen ist nun mit der Findung des Seilbahnherstellers ein weiterer wichtiger Meilenstein geschafft. Die Erwartungen an die neue Bahn auf den Hausberg sind groß und wir sind überzeugt, hierfür den richtigen Partner gefunden zu haben, der uns eine Bahn modernster Bauart zu den besten Konditionen anbieten kann“, führt der Geschäftsführer der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, DI Martin Baltes, aus. 

„Knapp zehn Jahre nach der Eröffnung der neuen Hungerburgbahn setzen wir mit der Patscherkofelbahn Neu – architektonisch und seilbahntechnisch – wieder innovative und zukunftsweisende Akzente für die Position der Stadt Innsbruck als alpin urbanes Zentrum in Europa", hebt der Geschäftsführer der Patscherkofelbahnen, Dr. Thomas Scheiber, hervor. 

„Wir freuen uns, dass wir unsere neueste Seilbahngeneration so prominent in der Tiroler Landeshauptstadt bauen dürfen. Tirol ist unser größter Markt“, betont der zuständige Gebietsverkaufsleiter der Firma Doppelmayr, Peter Lingenhel. 

Vorgabe für die Seilbahnplanung

Als grundsätzliche Vorgabe für die neuen Seilbahn Patscherkofel galt eine Trassenführung mit Talstation an der Römerstraße, einer Mittelstation (Höhe Patscher Alm) und der Bergstation unterhalb des Schutzhauses. Zusätzlich wird die Seilbahn alle vorhandenen Pisten am Patscherkofel bedienen. 

Technische Details zur neuen Seilbahn

Umgesetzt wird eine 10er Kabinenbahn in der neuen Doppelmayr D-Linie (First class), die in zwei Sektoren mit Mittelstation und ebenerdigem Ein- und Ausstieg auf den Patscherkofel führt. Die Bahn ist sowohl für den Durchfahrbetrieb als auch für den Einzelbetrieb der Sektion I geeignet. Die Talstation liegt auf einer Höhe von 1.013 Metern, die Bergstation auf 1.969 Meter. Insgesamt wird mit der Bahn eine Höhendifferenz von 956 Metern überwunden. Das endgültige Farbkonzept für die Bahn steht noch nicht fest. 

Die „First class“-Version der neuesten Doppelmayr-Bahn bietet vor allem für die Fahrgäste mehr Komfort. Neben breiteren Sitzflächen gibt es mehr Beinfreiheit. Der Abstand zwischen den Sitzflächen ist um 20 cm vergrößert. Weniger Schallemissionen und Energiebedarf sowie eine neue Steuerung mit modernster Technik sprechen zusätzlich für die Bahn. Darüber hinaus sind Wartungsarbeiten einfacher möglich. 

Die Fahrzeit von der Römerstraße bis zur Bergstation beträgt rund zehn Minuten. Maximal können künftig 2.450 Personen pro Stunde Richtung Berg befördert werden. In der unteren Sektion werden 51 Kabinen in Umlauf sein, ab der Mittelstation 28. 

Zeitrahmen für die Umsetzung

Im Herbst 2016 wird die Seilbahn-Trasse vorbereitet. Im April 2017 erfolgt die Demontage der bestehenden Anlagen mit Ausnahme der Pendelbahn. Mit Wintersaison 2017/2018 wird die neue Doppelmayr-Kabinenbahn in Betrieb gehen. Die Pendelbahn wird im Frühjahr 2018 demontiert. 

Hintergrund

Seit dem Jahr 2014 ist die Patscherkofelbahn wieder in städtischer Hand. Der Innsbrucker Stadtsenat hat sich am 28. Oktober 2015 einstimmig für den Bau einer neuen Patscherkofelbahn ausgesprochen. Dies wurde in einer Sondersitzung des Innsbrucker Gemeinderates am 30. Oktober 2015 bestätigt. Der Architektur-Wettbewerb startete im November 2015. Am 29. März 2016 wurde das Projekt von Innauer-Matt Architekten mit ihrem „ganzheitlichen Projekt am Berg“ zum Sieger gekürt. 

Entwicklungsprozess rund um den Patscherkofel und Glungezer

Im Rahmen eines breit angelegten Entwicklungsprozesses für das südöstliche Mittelgebirge wurde die zukünftige Positionierung und Ausrichtung der gesamten Region diskutiert. VertreterInnen aus den Bereichen Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Kultur, öffentliche Institutionen, Tourismus sowie engagierte BürgerInnen aus der Region einigten sich auf die künftige Positionierung des Plateaus zwischen Glungezer und Patscherkofel als aktivierende Vitalregion. (KR)