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Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (3.v.r.) mit Waldaufseher Stefan Peer und den Asylwerbern bei der aktiven Bekämpfung des Springkrauts in den Wäldern von Amras.
Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (3.v.r.) mit Waldaufseher Stefan Peer und den Asylwerbern bei der aktiven Bekämpfung des Springkrauts in den Wäldern von Amras.

Aktionstag für eine starke heimische Vegetation

Amt für Land- und Forstwirtschaft gemeinsam mit Asylwerbern gegen Neophyten in und um Innsbruck

In Innsbruck sind Neophyten – das sind einwachsende, gebietsfremde Arten von Pflanzen – leider ein tägliches Bild geworden. Speziell in ökologisch wertvollen Naturräumen, wie beispielsweise Auwäldern, Waldrändern und bachbegleiteten Strauch- und Baumflächen, sind die sich aggressiv verbreitenden Eindringline nachhaltig zu spüren. Diese verdrängen die wertvollen einheimischen Pflanzengesellschaften, gefährden die regionale Diversität und verändern das Landschaftsbild.

Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Kaufmann freut sich über die rege Teilnahme am Aktionstag und die geplante Initiative: „Der heutige Aktionstag soll im Frühsommer 2016 mit dem Projektschwerpunkt ‚Sauberes Innsbruck‘ durch Einbindung vieler Organisationen und Freiwilligen fortgesetzt werden, um der Neophytenplage wirksam zu begegnen.“ 

Gesundheitsgefährdung durch Neophyten

Nicht nur die heimischen Pflanzenbestände sind durch die aggressive Ausbreitung der Neophyten gefährdet, sondern auch die Gesundheit der InnsbruckerInnen. Die Pollen des Traubenkrautes (Ambrosia artemisiifolia) beispielsweise zählen zu den stärksten Allergieauslösern. Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren Allergiker, ab elf Pollen je Kubikmeter wird von einer starken Belastung gesprochen. Zum Vergleich: Bei Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet. Hinzu kommt der späte Blühzeitpunkt des Traubenkrautes (Juli – Oktober), was für Pollenallergiker eine massiv verlängerte Belastungsdauer durch Pollen bedeutet.

Verstärkte Arbeitskraft durch AsylantInnen

Beim heutigen Aktionstag zur Bekämpfung der eingeschleppten Pflanzen im Bereich der Wälder von Amras werden die Forstmitarbeiter tatkräftig von Asylwerbern unterstützt. Bereits im Jahr 2014 halfen 14 Asylwerber bei Tätigkeiten des städtischen Forstamtes mit. Das Einsatzspektrum reichte dabei von der Pflege von Aufforstungsflächen, Entfernen von Unkraut, der Neophytenbekämpfung bis hin zur Steigpflege. 

550 Neophyten-Arten in Tirol

In Tirol gibt es rund 550 Neophyten-Arten, siebzehn gelten als invasiv und üben Einfluss auf die Ökologie (z.B. Verdrängung heimischer Pflanzen), die Gesundheit (z.B. Allergien) und die Ökonomie (z.B. Ertragseinbußen in der Land- und Forstwirtschaft), weshalb eine nachhaltige und offensive Bekämpfung notwendig ist. Für die Rodung der Pflanzen sind die GrundstückseigentümerInnen verantwortlich.

Eine für alle Neophyten korrekte Bekämpfung gibt es nicht, deshalb gilt es jeweils zuvor fachkundigen Rat einzuholen, sonst können gesundheitliche Schäden auftreten. Das städtische Amt für Land- und Forstwirtschaft und der Neophyten-Experte Mag. Dr. Konrad Pagitz geben gerne Auskunft. 

Weitere Informationen und Kontakt:
Amt für Land- und Forstwirtschaft
Triendlgasse 13
Tel.: +43 512 5360 7181
E-Mail: post.land.forstwirtschaft@innsbruck.gv.at

Neophyten-Experte
Univ. Ass. Prof. Mag. Dr. Konrad Pagitz, Institut für Botanik, Universität Innsbruck
Tel. +43 512 507 5959
E-Mail: konrad.pagitz@uibk.ac.at