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Balkon, Terrasse und Garten im Frühjahr

Mit den steigenden Temperaturen des Frühjahrs erwacht auch der Garten aus dem Winterschlaf und bringt allerhand Arbeit mit sich. Da haben HobbygärtnerInnen alle Hände voll zu tun. Sträucher und Bäume schneiden, Rasen reparieren und Töpfe, Kübel und Blumenkästen wollen neu befüllt werden, damit es im Sommer im Garten und auf Terrasse und Balkon wieder prächtig blüht und grünt. Das städtische Gartenamt hat für Sie Antworten auf zehn häufige Fragen rund um Garten, Balkon & Co.

1. Wie lege ich eine neue Rasenfläche an?

Lockern Sie zuerst die Erde auf und entfernen Sie sämtliches Unkraut. Rechen Sie die Erde am besten mit einem breiten Holzrechen ebenflächig und säen Sie die Fläche mit Rasensamen an. Zur gleichmäßigen Verteilung des Saatgutes sollte man eventuell einen Streuwagen verwenden. Bei der Wahl des Saatgutes ist zu beachten, dass dieses vorwiegend aus Zuchtsorten besteht, um eine schöne und strapazierfähige Grasnarbe zu erhalten. Der Samen sollte anschließend mit dem Holzrechen leicht eingearbeitet und nachher mit einer Rasenwalze angedrückt werden. Es empfiehlt sich gleichzeitig mit der Ansaat einen Rasenlangzeitdünger auszubringen, um einen schnellen Begrünungserfolg zu erreichen. Bis sich die Grasnarbe schließt, muss das Erdreich durchgehend feucht gehalten werden.

 

2. Wie kann ich meinen Rasen sanieren, wenn er braune und kahle Stellen hat?

Düngen sie Ihren Rasen mit Rasenlangzeitdünger, sobald im Frühjahr das Wachstum beginnt. Nach dem zweiten oder dritten Mähgang (Anfang bis Mitte Mai) vertikutieren Sie anschließend die Grünfläche. So entfernen Sie Rasenfilz und Moos. Rechen Sie das Vertikutiergut zusammen, lockern Sie die oberste Schicht mit einem Rechen auf und säen Sie möglichst dasselbe Saatgut, welches ursprünglich für die Neuanlage des Rasens verwendet wurde. Am besten ist, Sie arbeiten die Rasensamen leicht in die Erde ein, aber nicht zu tief, denn manche Grassorten zählen zu den Lichtkeimern. Anschließend halten Sie den Rasen für die kommenden Wochen feucht. Einen Vertikutierer können Sie übrigens in vielen Baumärkten gegen Gebühr ausleihen.

3. Wann ist der beste Zeitpunkt um Sträucher zu schneiden?

Grundsätzlich bestimmt die Blühzeit den Zeitpunkt für den Schnitt. Frühjahrsblüher, wie beispielsweise die Forsythie, bilden ihre Blüten an den Vorjahrestrieben aus. Soll der Strauch in Form gebracht oder ein Veralten verhindert werden, erfolgt ein Rückschnitt ausschließlich nach der Blüte. Sträucher, die am einjährigen Holz blühen, wie zum Beispiel der Fingerstrauch oder die Rispenhortensie, sollten im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden, um die Blütenbildung zu fördern.

 

4. Warum darf ich Strauchschnitt nicht einfach in den Wald bringen?

Grundsätzlich dürfen Strauchschnitt und sonstige Gartenabfälle aufgrund des Forstgesetzes nicht im Wald deponiert werden.

Darüber hinaus wurden einige Ziergehölze unserer Gärten, wie z.B. der Sommerflieder, von anderen Erdteilen eingeführt. In Österreich gibt es knapp 1.000 dieser Pflanzenarten, welche als Neophyten bezeichnet werden. Einige davon sind besonders ausbreitungsfreudig und können ökologische, wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche Probleme verursachen. Durch die Ausbringung von Strauchschnitt in die heimischen Wälder könnte die Ausbreitung dieser Neophyten zusätzlich forciert werden. Deshalb wird dringend gebeten, den Strauchschnitt ordnungsgemäß bei der Grünschnitt-Sammelstelle in der Kranebitter Allee kostenlos (Mo. und Fr. geöffnet) bzw. in der städtischen Kompostieranlage Rossau gegen Gebühr (Mo. bis Sa. geöffnet) abzugeben.

 

5. Was mache ich mit Tulpen, Narzissen und Co, wenn sie verblüht sind?

Die klassischen Frühlingsblumen wie Tulpen, Narzissen, Krokus und Hyazinthen sorgen für die ersten bunten Eindrücke in den heimischen Gärten und Parks. Während der Blüte sollten Sie für ausreichend Dünger sorgen. Nachdem die Pflanzen verblüht sind, warten Sie, bis die Blätter „einziehen“ bzw. welk sind und schneiden dann das Blattwerk einfach bodennah ab.

Bei Beeten, die anschließend mit Sommerblumen bepflanzt werden, holen Sie die Blumenzwiebeln aus der Erde, lassen sie trocknen und bewahren sie bis Ende September/Anfang Oktober an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort auf. Im Spätherbst werden die Zwiebeln wieder neu gelegt und können sich für die nächste Frühlingsblüte vorbereiten.

6. Ab wann sollen die Balkonblumen gesetzt werden?

Warten Sie bis mindestens 16. Mai, bis die Eisheiligen vorüber sind. Dann ist die Gefahr von Nachtfrost nicht mehr so hoch. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten die Blumen noch kältegeschützt gelagert werden. Sie wissen nicht, wer die Eisheiligen sind?

Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und „Kalte“ Sophia (15. Mai) sind Heilige, haben aber mit dem Wetter grundsätzlich nichts zu tun. Nur die Bauernregeln, z.B. „Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophia vorüber ist.“, haben sich über die Jahrhunderte gehalten, welche sich aber auf den Julianischen Kalender beziehen. Durch die Gregorianische Kalenderreform 1582 kam es zu einer Verschiebung, wodurch die letzte Kälteperiode des Frühlings heutzutage eine Woche später stattfindet.

 

7. Wie viel Blumenerde benötige ich für meine Balkonkästen?

Für einen Meter langen Standard-Blumenkasten können Sie mit rund 20 Litern Erde rechnen.

 

8. Welche Blumenerde soll ich verwenden?

Die Auswahl im Handel an verschiedenen Blumenerden ist sehr groß. Wichtig ist, dass die für das Wachstum notwendigen Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kali ausreichend vorhanden sind. Anzuchterde beispielsweise ist meist sehr fein, hat aber einen geringen Nährstoffgehalt, was die Samen zur Wurzelbildung anregen soll. Pflanzerde hingegen hat einen höheren Nährstoffgehalt um ein gutes Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten. Besonderes Augenmerk sollte auf die Strukturstabilität gelegt werden, welche durch Zusatzstoffe wie Rindenhumus oder Kokosfasern gewährleistet wird. Aus Gründen des Umweltschutzes sollten Sie darauf achten, dass die Erde torffrei ist. Gute Erde zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch gröbere Fasern enthält, während minderwertige beim Gießen oft verschlämmt.

9. Eignen sich alle Kletterpflanzen als Sichtschutz?

Wenn Sie Kletterpflanzen auf Balkon oder Terrasse setzen wollen, achten Sie darauf, dass Sie entweder Rank- oder Schlingpflanzen kaufen, da sich diese an der Kletterhilfe selbst festhalten. Die Mauerkatze, eine Art Wilder Wein beispielsweise ist ein „Selbstklimmer“. Dieser ist zwar sehr dekorativ, vor allem im Herbst, doch hält sich dieser mittels Haftscheiben an der Wand fest und kann unter Umständen den Putz beschädigen, ebenso der Efeu.

10. Wie kann ich Blattläusen vorbeugen bzw. diese bekämpfen?

Eine der häufigsten Ursachen für Blattläuse ist eine Überdüngung der Balkon- oder Kübelpflanzen, aber auch der falsche Standort kann eine Rolle spielen. Kontrollieren Sie regelmäßig auf Blattläuse, denn die kleinen Tierchen vermehren sich rasant und befallen auch benachbarte Pflanzen. Recht wirksam sind Pflanzen wie beispielsweise Lavendel, die ätherische Öle enthalten. Auch das Bohnenkraut kann als vorbeugende Maßnahme zwischen die bedrohten Pflanzen gesetzt werden.

Sind die Schädlinge erst einmal da, gilt es schnell zu handeln. Bei Zierpflanzen die in der Wohnung oder am Balkon gedeihen, verwenden sie am Besten biologische Pflanzenschutzmittel z.B. auf Ölbasis. Gemüsepflanzen können Sie auch mit Hausmitteln wie Brennnesselsud (1 kg Brennnesseln in 10 Litern Wasser einen Tag ziehen lassen) oder Schmierseife (1 Esslöffel pro Liter Wasser) behandeln. Wenn Sie die befallenen Pflanzen mit Sud oder Seifenlauge besprühen, achten Sie darauf, dass keine direkte Sonne scheint, da sonst die Blätter „verbrennen“ können und sich unschöne braune Flecken bilden.

Tipp +

Wenn Sie die Einflüsse des Mondes auf die Pflanzenwelt mitberücksichtigen wollen, sind die besten Tage zum Schneiden, Pflanzen und Umtopfen die Blütentage (Zwillinge, Waage, Wassermann) bei abnehmendem Mond. Düngen sollten Sie bei Skorpion, Schütze, Fische oder Widder und den größten Erfolg beim Unkraut jäten erzielen Sie im Sternzeichen Steinbock.