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Mitarbeiter der Stadtgartendirektion beim Anbringen des Fangstreifens zur biologischen Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte.
Mitarbeiter der Stadtgartendirektion beim Anbringen des Fangstreifens zur biologischen Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte.

Aktion gegen Schädlinge auf Rosskastanie

Stadtgartendirektion geht biologische Wege bei der Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte

Jedes Jahr bietet sich bei den Rosskastanienbäumen dasselbe Bild: Bereits in den Sommermonaten kommt es zur Braunfärbung der Blätter und teilweise zum vorzeitigen Blattfall, fast wie im Herbst.

Diese Blattschäden werden aber von einem Schädling, der Rosskastanienminiermotte, verursacht. Die Larven und Puppen dieses ca. 5 mm großen Kleinschmetterlings entwickeln sich fast ausschließlich in den Blättern der weißblühenden Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und hinterlassen die auffallenden, breiten Platzminen. Die befallenen Bäume sind nicht nur unansehnlich, sondern können in ihrer Vitalität stark eingeschränkt werden.

„Etwa 25.000 Bäume sind in städtischem Besitz“, erläutert Stadtrat Mag. Gerhard Fritz: „Diese tragen erheblich zum alpin-urbanen Charakter Innsbrucks bei und unser Ziel ist eine gesunde und vitale Baumpopulation, weshalb die Miniermotte dringend zu bekämpfen ist.“

Blattschäden mit den auffallenden Platzminen der Miniermotte.
Blattschäden mit den auffallenden Platzminen der Miniermotte.

Neue Wege durch biologische Bekämpfung

Durch neue Erkenntnisse in der Forschung geht die Stadtgartendirektion biologische, und zugleich effektive Wege in der Bekämpfung des Schädlings.

Da die Miniermotten nach dem Schlüpfen und bevor sie zur Eiablage auf die Blätter fliegen, mehrmals am Stamm der Kastanie auf- und abfliegen, können sie auf diesem Weg abgefangen werden.

Mithilfe von am Stamm oder an den untersten Ästen angebrachten, beleimten Fangstreifen, welche sowohl mit doppelten Flugbarrieren ausgestattet sind, als auch mit Pheromonen (Sexuallockstoffe) bestückt werden, kann nun eine beträchtliche Anzahl der Motten auf natürliche Weise „abgeschöpft“ werden. In Kombination mit der konsequenten herbstlichen Laubentfernung wird somit der Befallsdruck erheblich reduziert. 

Ursprung in Südosteuropa

Durch die extrem schnelle Verbreitung von ihrem Ursprungsgebiet aus, welches in tiefen, auch heute noch schwer zugänglichen Schluchten und Tälern Südosteuropas liegt, hat der Schädling inzwischen fast alle Gebiete Europas besiedelt und großes öffentliches Aufsehen erregt. In Österreich trat er erstmalig Ende der 1980er Jahre auf. (VL)