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Aus Anlass der feierlichen Eröffnung des ersten Innsbrucker Flughafens landete das aus Wien kommende einmotorige Flugzeug (Type: Blėriot Spad 66) der französischen Fluggesellschaft CIDNA (im Bildhintergrund) auf dem neuen Gelände.
Aus Anlass der feierlichen Eröffnung des ersten Innsbrucker Flughafens landete das aus Wien kommende einmotorige Flugzeug (Type: Blėriot Spad 66) der französischen Fluggesellschaft CIDNA (im Bildhintergrund) auf dem neuen Gelände.

Der erste Tag im Innsbrucker Flughafengeschehen

Der von der Tiroler Landesregierung bereits 1920 gefasste Beschluss, eine Luftverkehrsstation in Innsbruck zu errichten, konnte erst mit der offiziellen Grundstücksüberlassung durch die Stadtgemeinde Innsbruck (31. März 1925) realisiert werden. Unmittelbar darauf wurden die Baumaßnahmen auf der für die Luftfahrt zur Verfügung gestellten Fläche auf dem Städtischen Landgut in der Reichenau in Angriff genommen. Die dafür vorgesehenen Bauarbeiten konnten bereits bis Ende Mai 1925 abgeschlossen werden und am 30. Mai 1925 erfolgte die Kommissionierung des Geländes durch das Bundesministerium für Handel und Verkehr.

Zukunftsweisendes Ereignis

Am darauffolgenden Tag -1. Juni 1925 - wurde der erste Innsbrucker Flughafen feierlich eröffnet. Das traumhafte Wetter lockte zahlreiche Schaulustige an, denn man wollte unter keinen Umständen das bedeutende Ereignis der Einbindung der Tiroler Landeshauptstadt in den zukunftsweisenden Flugverkehr versäumen. Zu diesem denkwürdigen Anlass wurde der Eingangsbereich des Flughafens mit Girlanden und Flaggen geschmückt.
Neben zahlreichen Vertretern aus Land und Stadt, angeführt von Landeshauptmann Dr. Franz Stumpf und Bürgermeister Dr. Anton Eder, war auch das Bundesministerium für Handel und Verkehr mit Ministerialrat Dr. Viktor Kraus vertreten. Ebenso befanden sich unter den geladenen Persönlichkeiten auch zahlreiche Repräsentanten des Heeres und der Gendarmerie und zusätzlich nahm eine Ehrenkompagnie des Alpenjägerregiments Nr 12 auf dem Flugfeld Aufstellung.

Ein Fest mit Unterbrechungen

Für die musikalische Umrahmung sorgte die Alpenjägermusikkapelle. Unmittelbar vor den Festlichkeiten weihte Probst Dr. Josef Weingartner das zwischen dem Flughafengebäude und den beiden mit Tannenzweigen verzierten Flugzeughallen aufgestellte Denkmal, auf dem sich das in Bronze gehaltene Fliegerabzeichen und darunter eine Marmorplatte mit der Inschrift: " Unseren im Weltkrieg gefallenen Kriegern" befand, ein. Der eigentliche Festakt begann um 10.00 Uhr mit der von Probst Weingartner zelebrierten Feldmesse.
Unmittelbar nach dem Evangelium erforderte der Motorenlärm von landenden Flugzeugen jeweils eine Unterbrechung des Gottesdienstes. Zuerst traf die aus Wien kommende Maschine der französischen Fluggesellschaft Compagnie Internationale de Navigation Aėrienne (= CIDNA) mit Vertretern des Unternehmens ein und wenige Minuten später landete die aus München angekündigte einmotorige Fokker F. III des Süddeutschen Aero Lloyd mit dem Münchner Bürgermeister an der Spitze, sowie einem weiteren Vertreter der Stadt München und der bayerischen Regierung und des Süddeutschen Aero Lloyd.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden alle Ehrengäste auf dem neu errichteten Flughafen begrüßt und nach kurzen Ansprachen vor dem Fliegerdenkmal folgten dort noch Kranzniederlegungen. Danach hob die einmotorige Fokker F. III des Süddeutschen Aero Lloyd mit Landeshauptmann Dr. Franz Stumpf, Bürgermeister Dr. Anton Eder und Vizebürgermeister Franz Fischer und Ministerialrat Dr. Viktor Kraus zu einem kleinen Rundflug über Innsbruck und dem Inntal ab. Nach der sicheren Landung auf dem Innsbrucker Flughafen gab es für die Ehrengäste noch ein abschließendes Essen in der Bahnhofsrestauration. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Regierungsrat DDr. Heinrich Rohn, der Direktor des Landesverkehrsamtes, und Vizebürgermeister Franz Fischer für ihre Verdienste um die Errichtung des Innsbrucker Flughafens geehrt.

Teil des internationalen Luftverkehrsnetzes

Mit der feierlichen Einweihung des Innsbrucker Flughafens an diesem Tag waren die jahrelangen und schwierigen Bemühungen für die Einbindung Tirols in das im Aufbau befindliche europäische Verkehrsflugwesen nun doch von Erfolg gekrönt. Dabei verfolgte der Flughafenbetreiber, die Tiroler Flugverkehrsgesellschaft, das Ziel, den Innsbrucker Flughafen als Knotenpunkt in Richtung West-Ost und Nord-Süd etablieren zu können. Mit der Aufnahme des regelmäßigen Kurses München-Innsbruck durch den Süddeutschen Aero Lloyd wurde der erste Schritt bereits am Eröffnungstag erreicht und damit war die Tiroler Landeshauptstadt zum ersten Mal in das internationale Luftverkehrsnetz eingebunden. Die ebenfalls für diesen Tag geplante Inbetriebnahme der West-Ost-Strecke von Paris über Basel, Zürich, Innsbruck nach Wien durch die CIDNA verzögerte sich jedoch aufgrund ausstehender Fluggenehmigungen um ein paar Wochen. 

Umzug in den Westen

Seit mittlerweile neunzig Jahren verfügt Innsbruck über einen eigenen Flughafen, welcher sich anfangs in der Reichenau befand und nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen der Stadt auf die nordseitige Ulfiswiese verlegt wurde. Während der Standort des heutigen Innsbrucker Flughafens seit nunmehr fünfzig Jahren auf der südseitigen Ulfiswiese besteht.

Aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum
Tanja Chraust