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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (8.v.r.), ihre Stellvertreterin Sonja Pitscheider (6.v.r.) sowie Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (4.v.l.), Stadtrat Gerhard Fritz (7.v.r.) und VertreterInnen des Gemeinderates und verschiedener Frauenorganisationen hissten mit Referatsleiterin Uschi Klee (l.) die Fahne.
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (8.v.r.), ihre Stellvertreterin Sonja Pitscheider (6.v.r.) sowie Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (4.v.l.), Stadtrat Gerhard Fritz (7.v.r.) und VertreterInnen des Gemeinderates und verschiedener Frauenorganisationen hissten mit Referatsleiterin Uschi Klee (l.) die Fahne.

08. März: Internationaler Frauentag in Innsbruck

Zu Ehren der Frauen weht am 8. März eine Fahne vom Balkon des Innsbrucker Rathauses.

Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, der Schweiz, in den USA und in Österreich statt. Im Jahr 1921 wurde der Internationale Frauentag auf den 08. März festgelegt, an dem seither weltweit mit Veranstaltungen und Aktionen auf die Anliegen der Frauen aufmerksam gemacht wird. In diesen 105 Jahren hat sich die Lebenssituation von Frauen entscheidend verbessert, dennoch gilt es nach wie vor, die unerfüllten Grundforderungen weiter zu verfolgen und neue frauenpolitische Anliegen zu formulieren.

Für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung

Ein eigenes Einkommen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Frauen, um sicher, eigenständig und unabhängig leben zu können. Frauen verdienen aber weiterhin deutlich weniger als Männer. Wie aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria zu ersehen ist, liegt die Differenz in Tirol bei durchschnittlich 25,1 Prozent – bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung und Vergleich der Bruttoeinkommen –  von Frauen und Männern (österreichweit 22,4 Prozent).

Der aktuelle Einkommensbericht des Rechnungshofes zeichnet ebenso ein Bild des Ungleichgewichtes, was die Verteilung der Geschlechter in Vorstand/Geschäftsführung sowie Aufsichtsräten betrifft. Nur 20,3 Prozent aller Vorstands- bzw. Geschäftsführungsposten in Österreich sind mit Frauen besetzt, in den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil bei 25,9 Prozent. Und selbst in diesem Bereich liegen die Gehälter von Frauen unter denen ihrer männlichen Kollegen (73,1 Prozent bzw. 82,9 Prozent).

„Die Grundforderung nach gleichem Gehalt für gleiche Arbeit wurde bis heute noch nicht erfüllt“, stellen Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider unisono fest: „Langsamen Schrittes nähern sich die Gehälter von Frau und Mann etwas an, bis zu einer echten Einkommensgerechtigkeit ist es aber noch ein weiter Weg. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Gerechtigkeit im Stadtmagistrat vorleben und über die Öffentlichkeit Druck erzeugen!“

Im Stadtmagistrat wurden 2015 insgesamt 136 Personen neu eingestellt. Von den gesamten Neueinstellungen waren 62 Prozent weiblich und 38 Prozent männlich. Insgesamt liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei rund 35 Prozent. Weiters beträgt er in der höchsten Verwendungsgruppe A rund 49,5 Prozent, in der nächstfolgenden Verwendungsgruppe B rund 43 Prozent. Nicht nur aufgrund der sehr guten Qualifikationen der Bewerberinnen sondern auch in konsequenter Umsetzung des Frauenförderungsplans ergibt sich dieses erfreuliche Bild.

Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Kampf „Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“. Aus der Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, für die 42.000 Frauen in den 28 EU-Mitgliedsländern befragt wurden, geht hervor, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein massiver Missstand in unserer Gesellschaft ist: 82 Millionen Frauen in der EU sind seit ihrem 15. Lebensjahr zumindest einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden, eine von zwanzig Frauen wurde Opfer einer Vergewaltigung.

Jede zweite der Befragten wurde schon einmal sexuell belästigt. Oft lauert die Gefahr in den eigenen vier Wänden: 22 Prozent waren EU-weit schon einmal Opfer von sexueller Gewalt durch den Partner, 43 Prozent wurden psychisch bedroht. 13 Prozent der Frauen in Österreich wurden seit ihrem 15. Lebensjahr Opfer von physischer und/oder sexueller Gewalt durch den Partner.

„Auch wenn die aktuelle Berichterstattung derzeit oftmals ein anderes Bild zeichnet, so passiert ein Großteil der Gewalt gegen Frauen und Mädchen im häuslichen Bereich, im eigenen Umfeld“, betont Vizebürgermeisterin Pitscheider. „Wir müssen alles daran setzen, diese Übergriffe zu stigmatisieren und ein neues Bewusstsein zu schaffen. Es ist besonders wichtig, unsere Gesellschaft – Frauen wie Männer – dafür zu sensibilisieren, ihre Wahrnehmung zu schärfen und gemeinsam deutlich Signale gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen!“

Fahne am Rathaus

Um ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit allen Frauen zu setzen und gleichzeitig all jene Frauen zu würdigen, die sich für die Rechte der Frauen eingesetzt haben und einsetzen, weht am 08. März 2016 die Fahne zum Internationalen Frauentag vom Balkon des Innsbrucker Rathauses.

Weitere Informationen:

Referat Frauen, Familien und SeniorInnen

Mag.a Uschi Klee

Tel.: +43 512 5360 4202

post.frau.familie.senioren@innsbruck.gv.at