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10 Fragen, 10 Antworten zur Wohnungsvergabe

Zuständig für die Vergabe der Wohnungen ist das Referat für Wohnungsvergabe. Dort werden Serviceleistungen bezüglich der Vormerkung und Vergabe von geförderten Mietwohnungen, aber auch für Mietkauf- und Eigentumswohnungen angeboten. Ab 01. Jänner 2015 treten überarbeitete, seitens des Stadtsenats einstimmig beschlossene Richtlinien in Kraft.

1. Worin liegen die größten Änderungen?

  • Die Richtlinien für alle WohnungswerberInnen wurden zur leichteren Lesbarkeit und Übersicht in einer gemeinsamen Richtlinie zusammengefasst.

  • Eine grundlegende Änderung wurde beispielsweise in der Definition von Lebensgemeinschaften vorgenommen: während man früher erst nach 3 Jahren des Zusammenlebens als Lebensgemeinschaft galt, genügt ein Jahr gemeinsamer Hauptwohnsitz. Beide Partner müssen dabei über 21 Jahre alt sein.

  • Generelle Senkung des Zugangsalters für die Vormerkung auf 18 Jahre.

  • Laut überarbeiteter Richtlinien muss mindestens die letzten fünf Jahre der Hauptwohnsitz ohne Unterbrechung in der Stadt Innsbruck gewesen sein.

  • Bei Tauschfällen wird die Rückstellung von Wohnungen wirksamer berücksichtigt.

  • Für familiäre Notfälle mit unzumutbaren Wohnverhältnissen können über den „gemeinderätlichen Ausschuss für Soziales und Wohnungsvergabe“ zusätzliche Punkte angerechnet werden.

  • Drohende und bestehende Obdachlosigkeit wird stärker bewertet.

  • Eine Neuerung im Punktesystem ergibt sich ab 65 Jahren, ab diesem Alter werden zusätzliche Punkte bewertet.

  • Die Anpassung und laufende Aktualisierung des Sozialhilferichtsatzes.

  • Auf die strukturellen Besonderheiten im Wohngebiet wird stärker geachtet (SeniorInnen, Familien, Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung, Suchtkranke, MigrantInnen, etc.)

2. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um für eine geförderte Mietwohnung in Frage zu kommen?

Grundsätzlich muss man volljährig sowie entweder Österreichische/r StaatsbürgerIn sein bzw. die Staatsbürgerschaft eines gleichgestellten Staates haben. Auch für Personen mit einer langfristigen Aufenthaltsberechtigung ist eine Vormerkung möglich.

3. Gibt es Ausnahmen, um vor dem 18. Geburtstag einen Antrag stellen zu können?

Ja, sowohl minderjährige Mütter und Väter als auch minderjährige Ehepaare können früher einen Antrag auf eine geförderte Wohnung stellen.

 

4. Muss ein gestellter Antrag erneuert werden?

Ein Antrag ist für ein Jahr gültig. Danach muss dieser entweder schriftlich oder persönlich im Referat für Wohnungsvergabe mit allen erforderlichen Unterlagen erneuert werden. Während der Laufzeit eines Antrages ist es wichtig, jede Änderung der Lebens sowie Einkommens- und Wohnverhältnisse zu melden. Bei unvollständigen Angaben ist nämlich eine Zuweisung nicht möglich.

5. Wie hoch ist die Einkommensobergrenze bei einer Vormerkung für geförderte Mietwohnungen?

Es gelten die jeweiligen Einkommensgrenzen nach den Richtlinien der Wohnbau­förderung des Landes Tirol (TWFG). Hierbei wurden zum 1.1.2015 folgende Erhöhungen beschlossen:

Personenanzahl

bisher

Obergrenze (EUR)

1

2.400,--

2.700,--

2

4.000,--

4.500,--

3

4.300,--

4.850,--

4

4.600,--

5.200,--

für jede weitere Person

+ 300,--

+ 350,--

 

6. Dürfen Haustiere in geförderten Mietwohnungen gehalten werden?

Prinzipiell sind Haustiere erlaubt. Allerdings dürfen Tiere, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung oder Gefährdung der Hausgemeinschaft führen bzw. Tiere, die eine Wohnung/Wohnanlage übermäßig abnutzen, nicht gehalten werden.

7. Besteht die Möglichkeit einen Antrag auf eine behindertengerechte Wohnung zu stellen?

Es wird natürlich versucht, die Bedürfnisse der Antragssteller bestmöglichst zu erfüllen. Deshalb wird im städtischen/gemeinnützigen Wohnbau sowohl familien- und kinderfreundlicher Wohnraum geschaffen als auch auf seniorInnen- und behindertengerechten Ausbau Wert gelegt.

8. Kann ein Ein-Personen-Haushalt eine Zwei-Zimmer-Wohnung erhalten?

Ja, das ist möglich. Eine Person mit anerkanntem Mehrbedarf (ärztliche Notwendigkeit, gemeinsame Obsorge/Besuchsrechtsregelung und Personen ab 60 Jahren) kann eine Zwei-Zimmer-Wohnung erhalten.

9. Kann man eine angebotene Wohnung ablehnen?

Ja, das ist möglich. Nach der zweiten Absage kann nach allerdings erst nach einem Jahr ein erneuter Antrag gestellt werden.

10. Wohin kann ich mich mit Fragen und Anliegen zum Thema Wohnungsvergabe wenden?

Auskünfte zum detaillierten Vergabesystem werden im Referat für Wohnungsvergabe direkt gegeben. Öffnungszeiten: Montag - Freitag 8.00 - 12.00 Uhr sowie Dienstag 14.00 - 16.00 Uhr und Donnerstag 13.00 – 15.00 Uhr. Schriftlich können sich Interessierte via E-Mail an post.wohnungsservice@innsbruck.gv.at wenden. Das Antragsformular sowie die überarbeiteten Richtlinien stehen auch ab Jahreswechsel als Download auf der Homepage der Stadt Innsbruck bereit. (DH)