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Zusammenleben fördern: Integration und Sozialraum

Ein städteübergreifendes Projekt von Innsbruck und Wörgl befasst sich mit sozialraumorientierter Integrationsarbeit – mit dem Ziel, das Zusammenleben der Menschen in den Stadtteilen zu fördern, Integration als ressortübergreifende Aufgabe wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.

In Stadtquartieren leben höchst unterschiedliche Menschen auf sehr engem Raum zusammen. Ihre Lebenskonzepte unterscheiden sich hinsichtlich Bildung, Herkunft und Ansprüchen und bilden einen bunten Mix aus kultureller Vielfalt. Es ist jedoch nicht damit getan, allein die Aspekte des Städte- und Wohnbaus zu berücksichtigen: Für eine erfolgreiche Integrationsarbeit und Stadtentwicklung müssen auch die sozialen Faktoren des Zusammenlebens positiv beeinflusst werden. Hierzu ist es besonders wichtig, möglichst alle Ressourcen zu bündeln, was auch eine Einbindung der BürgerInnen voraussetzt.

Innsbruck und Wörgl ziehen an einem Strang

Unter dem Titel „Kompetenz- und Strategieentwicklung für eine sozialraumorientierte Integrationsarbeit als Beitrag für ein integratives Stadtteilmanagement“ haben sich die Stadtverantwortlichen in Innsbruck und Wörgl stadtübergreifend zum Ziel gesetzt, ihre BürgerInnen stärker einzubinden und in Fragen der Stadtentwicklung zu beteiligen. Initiiert wurde das Projekt, welches vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) gefördert wird, vom gemeinnützigen Verein komm!unity. Die Städte Innsbruck (Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration) und Wörgl (Stadtbauamt – Stadtentwicklung) treten dabei als Projektpartner auf. Der ressortzuständige Stadtrat Mag. Gerhard Fritz betont: „In stadtplanerischer Hinsicht müssen wir über das rein planerische Vorgehen Hinausdenken. Der soziale Aspekt ist ein essenzieller Schritt zu einer gelungenen Integrationsarbeit.“

 

„Gegenseitiger Respekt und Achtung der Menschenwürde sind ebenso Grundlage für das gute städtische Zusammenleben in Vielfalt wie die Einhaltung der Gesetze unseres Landes, die für alle gelten, ohne Rücksicht auf Staatsbürgerschaft, Herkunft, Weltanschauung oder Kultur. Wir als Stadt können die Voraussetzungen dafür verbessern.“

Stadtrat Mag. Gerhard Fritz

Stadtrat Mag. Gerhard Fritz

Sozialraumanalyse: Beispiel Höttinger Au

Das Projekt soll in seinen Inhalten auf zwei Kalenderjahre aufgeteilt werden und konkrete Beiträge zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplanes für Integration (NAPI) im Handlungsfeld „Wohnen und die regionale Dimension der Integration“ liefern. Um diese bestmöglich ausarbeiten zu können, wurde ein Teil der Höttinger Au in Innsbruck als exemplarischer Stadtteil ausgewählt. Konkret handelt es sich dabei um das Viertel westlich des Sebastian-Kneipp-Wegs, das sich zwischen dem Inn und der Kranebitter Allee befindet. Hier ist nun eine Sozialraumanalyse geplant: In einem ersten internen Abstimmungsprozess soll nun die Ist-Situation der sozialen Infrastruktur und des Vereinswesens erarbeitet und die Aktivitäten bzw. das Engagement im Stadtteil dokumentiert werden. Darauf aufbauend wird ein Leitfaden zur Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen entwickelt, der es ermöglicht, im Stadtteil ganzheitliche Projekte im Sinne einer gemeinwesenorientierten Integrationsarbeit zu planen und umzusetzen. 

Ideen und Ziele

Ziel des Projektes ist es, ein Bewusstsein für Integration als ressortübergreifende Aufgabe zu schaffen und diese im Sinne einer „sozialraumorientierten Integrationsarbeit“ weiterzuentwickeln. Stadtrat Gerhard Fritz betont die Notwendigkeit des Projektes: „Wir entwickeln damit einen Leitfaden für ein Gesamtkooperationssystem. Er dient als Instrumentarium, mithilfe dessen Projekte in Stadtteilen zukünftig möglichst partizipativ und gleichzeitig verwaltungs- und ressourcenschonend umgesetzt werden können.“ Zentraler Bestandteil für das Gelingen ist die Vernetzung möglichst vieler Stakeholder eines Quartiers – also aller Menschen und Institutionen, die an dem Prozess in irgendeiner Form teilhaben, wie beispielsweise BewohnerInnen, Vereine, die Wohnungswirtschaft, Energieversorger,
PolitikerInnen und Mitglieder der städtischen Verwaltung. Auch die Vernetzung innerhalb der jeweiligen Stadtverwaltungen – und damit einhergehend eine ressortübergreifende Zusammenarbeit – muss gegeben sein. Für die Zukunft stehen Veranstaltungen und Maßnahmen bevor, welche die Bevölkerung im Stadtteil verstärkt in den Entwicklungsprozess einbeziehen sollen – unter anderem mit Stadtteilkonferenzen, begleitenden Arbeitsgruppen und der partizipativen Erarbeitung konkreter Beiträge zur Entwicklung in der Höttinger Au. Das Gesamtprojekt geht jedoch noch weit darüber hinaus: Es verspricht konkrete Ergebnisse und neue Ansätze für die zukünftige integrative Gemeinwesenarbeit in Innsbruck und Tirol. (KS)