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Der Innsbrucker Wald: schön und lebensnotwendig

Innsbrucker Schutzwald garantiert für Sicherheit.

Innsbruck wurde schon häufiger als „Die grüne Stadt am Inn“ bezeichnet – zurecht: 75 Prozent des gesamten Stadtgebietes ist Waldfläche und wird vom städtischen Amt für Forstwirtschaft betreut. Ein wichtiges Aufgabengebiet ist die Schutzwaldpflege, bei der es direkt um die Sicherheit der InnsbruckerInnen geht.
Eine Priorität des Forstamtes liegt in der Pflege des Schutzwaldes, der etwa 60 Prozent der städtischen Waldfläche einnimmt. Nicht zuletzt, weil sich dieser direkt auf die Sicherheit der InnsbruckerInnen auswirkt. Der Mühlauer Stadtwald beispielsweise hat die höchste Schutzwirkung, da dieser Häuser, Straßen und auch stark frequentierte Freizeiteinrichtungen schützt.

Der ressortzuständige Stadtrat Franz X. Gruber erläutert: „Der alpin-urbane Charakter Innsbrucks bringt eine Lebensqualität mit sich, wie sie sonst nur selten zu finden ist. Allerdings ist ein sorgsamer und nachhaltiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen äußerst wichtig.“

Aufforstung nach Standortkartierung

Auf Basis einer Kartierung der natürlichen Waldgesellschaft wird die Verjüngung des Waldes geplant. Dies bedeutet, dass ermittelt wurde, in welchen Bereichen von Natur aus wachsende Baumgesellschaften vorhanden wären. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden zukünftige Aufforstungsmaßnahmen aufgebaut und gefördert.

Auch der sich bereits in Ausarbeitung befindende „Wirtschaftsplan 2035“ des Amtes für Land- und Forstwirtschaft stützt sich auf diese Standortkartierung. Verstärkt wird dabei auf die Waldverjüngung und nachhaltige wirtschaftliche sowie ökologische Nutzung des Waldes geachtet.

Gesunde Baumgesellschaften

Um die volle Funktion eines Schutzwaldes nutzen zu können, benötigt es eine gesunde, vitale und stabile Boden- und Waldstruktur. Dies wird durch die Pflege des Waldes durch die Mitarbeiter des Forstamtes aber auch der privaten WaldbesitzerInnen garantiert. Referatsleiter Ing. Albuin Neuner weiß dazu: „Wir achten sehr auf eine gesunde Durchmischung der Waldstruktur. Die verschiedenen Baumarten haben verschiedene Licht- und Nährstoffansprüche, was dem gesunden Waldboden zu Gute kommt. Aber auch die unterschiedlichen Wurzelsysteme helfen dem Wald seine Schutzfunktion aufrecht zu erhalten.“

Die Lieblingsspeise des Wildes

Die Tanne ist ein Pfahlwurzler und „nagelt“ quasi den Boden fest. Diese Eigenschaft ist besonders im Schutzwald aber auch bei Bachläufen gefragt. Aufforstungen mit Tannen haben allerdings ein erhöhtes Ausfallrisiko, weil diese unter dem Wildverbiss besonders leiden. Um das Wild von ihrer Lieblingsspeise, der Tanne, fernzuhalten, arbeiten das Forstamt, die PrivatwaldbesitzerInnen, die Jägerschaft und die Jagdbehörde Hand in Hand. Neben notwendigen jagdlichen Maßnahmen zur Erreichung eines ausgewogenen Wildstandes, werden die Bereiche, wo Tannen gepflanzt werden, eingezäunt oder der einzelne Zögling mit einem Verbissschutz bestrichen.

Nachhaltiges Projektmanagement

Das städtische Forstamt ist stets bestrebt bei Projekten eine möglichst nachhaltige und umfassende Nutzung zu garantieren. Im Jahr 2015 beispielsweise wurden neue Waldwege im größten Naherholungsgebiet der Stadt – auf der Nordkette – erweitert, saniert und gesichert. Mehr als 27 Hektar Waldfläche, davon rund 14 Hektar Objektschutzwald, können nach dem Abschluss der Bauarbeiten modern und effektiv bewirtschaftet und gepflegt werden. „Dass jedermann und –frau was davon hat und gleichzeitig aber auch die Bedürfnisse des Forstes, des Schutzwaldes, der Jagd und der Almwirtschaft gestillt werden, erfordert sehr viel Geschick und teils logistische Meisterleistungen“, findet Stadtrat Gruber lobende Worte für die Forstamtsmitarbeiter.

2015 wurden über 10.000 neue Bäume gepflanzt, um die Funktion des Schutzwaldes und die Waldgesundheit aufrecht zu erhalten, wie auch die Waldverjüngung zu forcieren.

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Schutzwaldpflege ist nur durch die Eigenbewirtschaftung und Mithilfe der rund 2.200 PrivatwaldbesitzerInnen sicherzustellen. Die richtige Bewirtschaftung des Waldes ist für viele urbane Menschen zu einer großen Herausforderung geworden, denn der direkte Bezug zum Wald und das Know-How gingen über die Generationen verloren. „Es kommt immer wieder vor, dass einzelne Waldbesitzer ihren Wald nicht mehr bewirtschaften können“, erläutert Amtsleiter Andreas Wildauer und führt weiter aus: „Um hier aktiv eingreifen zu können und nachhaltig zu agieren, ist die Stadt Innsbruck auch bereit, Wald zu einem guten Marktpreis anzukaufen.“

Kontakt:

Amt für Land- und Forstwirtschaft

Trientlgasse 13

Tel.: +43 512 5360 7180

E-Mail: post.land.forstwirtschaft@innsbruck.gv.at