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1.500 neue Wohnungen für Hötting-West und Kranebitten

Masterplan für ersten Entwicklungsraum präsentiert

Für eine positive Weiterentwicklung der Stadtteile Hötting-West und Kranebitten stellte der Innsbrucker Stadtsenat in seiner jüngsten Sitzung die Weichen. 1.500 neue Wohnungen und bis zu 700 Arbeitsplätze werden beim sogenannten „Entwicklungsraum 1“ am Talboden westlich der technischen Universität und am südlichen Harterhofplateau realisiert. 

Verkehrsberuhigter Wohn- und Arbeitsstandort

„Das neu geplante Quartier wird ein attraktiver urbaner und autoreduzierter Wohn- und Arbeitsstandort. Die vier übergeordneten Baufelder sind strategisch positioniert, so finden generationenübergreifendes Wohnen, soziale Infrastruktur, studentisches Leben sowie Büros Platz“, erläutert Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. Im Zentrum des Entwicklungsgebietes liegt der autofreie Quartiersplatz.
Eine Potenzialanalyse aus dem Jahr 2014 ergab vier mögliche Entwicklungsräume, der erste ist kurz- bis mittelfristig umsetzbar und wurde daraufhin im zweiten Halbjahr 2015 konkretisiert. Wesentlich für die Planungen ist unter anderem die Trassenführung der Straßen- und Regionalbahn. Zum Ende der Potenzialanalyse wurde der Masterplan mit der angeführten Bebauung geschaffen. 

Grünflächen und Wohngebäude im Einklang

„Bei der Siedlungsentwicklung und der künftigen Bebauung spielen die Grünflächen des Lohbachs und die Birnbaumallee am Harterhofplateau eine wesentliche Rolle. Mensch und Natur werden in Einklang gebracht. Das Herzstück bleibt der Grünraum am Lohbach, die Wohn- und Büroflächen werden rundherum geplant“, führt Stadtrat Mag. Gerhard Fritz, zuständig für Stadtplanung und -entwicklung, weiter aus. Wohnungsstadtrat Andreas Wanker betont die funktionale Aufteilung der verschiedenen Baufelder: „Zwischen Quartiersplatz und Promenade entsteht ein hoher Grad an Urbanität. Als Hauptnutzung ist generationsübergreifendes Wohnen vorgesehen. Auch das Harterhofplateau dient vorwiegend der Wohnnutzung. Wichtig ist es auch, Raum für studentisches Wohnen zu schaffen.“ Das dritte Baufeld ist hin zur Kranebitter Allee situiert, dort ist aufgrund des höheren Lärmaufkommens durch den Flughafen eine gemischte Nutzung von Arbeiten und Wohnen geeignet.  

Spielräume und Vereinssport

Im Quartierszentrum, westlich der Westspange, sollen sich attraktive Aufenthaltszonen mit einladenden Sitzbereichen befinden. Auf übergeordnete Grünzüge, wie den Lohbachpark und die Birnbaumallee am Harterhofplateau, wird bei der gesamten Entwicklung besonderes Augenmerk gelegt. Pufferzonen verhindern dabei einen Konflikt zwischen Natur- und Artenschutz sowie der aktiven Nutzung. Wasser ist im Lohbachpark ein zentrales Gestaltungselement und nimmt eine bedeutende ökologische Komponente ein. Zudem ist der Lohbach als Retentionsfläche von Bedeutung. Weitere Ausgleichsflächen werden erarbeitet.
Ein Anger, in Form der Birnbaumallee, bildet das funktionale Verbindungsstück zum bestehenden Siedlungsgebiet von Kranebitten. Spiel- und Sportangebot finden ebenso Platz wie FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Das Konzept sieht Spielfreiräume sowie wohnungsnahe Kinderspielplätze vor. Am Harterhofplateau ist zusätzlich noch ein Vereinssportplatz geplant.

Trassenführung der Straßen- und Regionalbahn wichtig

„Neben den Besonderheiten der Grünflächen stellt auch die Straßen- und Regionalbahn einen wichtigen Eckpfeiler der Quartiersentwicklung dar. Die Trasse der derzeit in Planung befindlichen Straßenbahnlinie 2 in der Technikerstraße gewährleistet die Anbindung an den öffentlichen Verkehr“, betont Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider. Zudem sind zwei neue Haltestellen in das Konzept eingebunden, die Voraussetzung für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sind. Der Campus-Park beim Erweiterungsareal der Technik-Universität und die zentrale Promenade im westlichen Teil werden so mit dem Quartiersplatz verbunden. Grundvoraussetzung für die sinnvolle Trassenführung ist dabei der Umbau der Tiroler Straße (B171) bzw. der Kranebitter Allee mit einer neuen Verkehrsknotenlösung in Kranebitten. Die Dimensionierung und Positionierung des geplanten Kreisverkehres muss noch geklärt werden. Die Planung erfolgt im Auftrag der Landesstraßenverwaltung. (Anm.: Die konkrete Planungsarbeit liegt bei der Landesstraßenverwaltung. Die konkrete verkehrstechnische Planung des Straßenbauwerks erfolgt im Auftrag von Land und Stadt. Die Straßen- und Regionalbahn ist ein gemeinsamen Projekt von Land Tirol und Stadt Innsbruck. Alle Verkehrsmaßnahmen, die sich aus der Trassenführung ergeben, werden gemeinsam geplant und verantwortet.)

Stadtsenat stellt Weichen neue Schritte

Der Innsbrucker Stadtsenat nahm den Ergebnisbericht als Grundlage für weitere Planungsschritte zur Kenntnis ebenso wie die Trassenführung der Straßen- und Regionalbahn, die für die zweckmäßige Erschließung des erweiterten Siedlungsgebietes und von Kranebitten den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) als Grundlage dient. Die Stadt Innsbruck ersucht das Land Tirol, die weiteren konkretisierenden Planungen für den Umbau der B171 und B171b voranzutreiben. Bei der Wildbach- und Lawinenverbauung wird angefragt, weitere Untersuchungen hinsichtlich notwendiger Retentionsflächen durchzuführen. Das Ergebnis der Planung der Hochwasserableitungs- und Schutzmaßnahmen für den Allerheiligenhofbach, den Peerhofbach und den Knappentalbach für den „Entwicklungsraum 1“ muss dabei berücksichtigt werden. 

Für Herbst ist eine Informationsveranstaltung für die BewohnerInnen in Hötting West und Kranebitten, bei der das Projekt vorgestellt wird, geplant. (SAKU)