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Ludwig Steiner (r.) bei der Kontaktaufnahme in Zirl, April 1945 (Ludwig Steiner, Oberleutnant der Wehrmacht, Sohn eines christlichsozialen, im KZ Dachau inhaftierten Innsbrucker Gemeinderates war Mitglied der überparteilichen Widerstandsgruppe "O5". Bei dem Treffen mit Vertretern der US-Armee am Gendarmerieposten Zirl wurde das Zusammenwirken der US-Truppen mit der Tiroler Widerstandsbewegung bei der Befreiung Innsbrucks festgelegt, an der Steiner wesentlichen Anteil hatte.)
Ludwig Steiner (r.) bei der Kontaktaufnahme in Zirl, April 1945 (Ludwig Steiner, Oberleutnant der Wehrmacht, Sohn eines christlichsozialen, im KZ Dachau inhaftierten Innsbrucker Gemeinderates war Mitglied der überparteilichen Widerstandsgruppe "O5". Bei dem Treffen mit Vertretern der US-Armee am Gendarmerieposten Zirl wurde das Zusammenwirken der US-Truppen mit der Tiroler Widerstandsbewegung bei der Befreiung Innsbrucks festgelegt, an der Steiner wesentlichen Anteil hatte.)

Zum Ableben von Ludwig Steiner

Innsbruck verabschiedet sich von einem ihrer großen Söhne

Die Stadt Innsbruck ist betroffen von der Nachricht vom Tod Ludwig Steiners: „Er war ein großer Sohn Innsbrucks und erreichte durch seine Standfestigkeit und seinen Mut Großartiges. Ihm haben wir es zu verdanken, dass die Alliierten friedlich in die Tiroler Landeshauptstadt einmarschierten und deren Übernahme unblutig verlief. Sein Verdienst ist es, dass die Innsbruckerinnen und Innsbrucker eine weitgehend friedliche Nachkriegszeit erleben durften.“ 

Der Dialog mit der Nachkriegsgeneration war Steiner seit jeher ein großes Anliegen, weshalb er stets das Gespräch und die Diskussion suchte. Ihm war es wichtig, dass die Menschen nicht moralisch verurteilen, sondern die Dinge sehen und verstehen, wie sie waren und vor allem, wie sie zustande kamen. Aus diesem Grund war er seit 1994 auch Vizepräsident des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes. 

Ludwig Steiner wurde am 14. April 1922 in Innsbruck geboren und besuchte die Handelsakademie. Er war gegen Kriegsende couragiertes Mitglied der Widerstandgruppe um den späteren Außenminister Karl Gruber. 1946 übernahm Steiner die Stelle des Sekretärs des damaligen Innsbrucker Bürgermeisters Anton Melzer und stand ihm bis 1948 mit Rat und Tat zur Seite.
Steiner war in mehreren diplomatischen Diensten und engagierte sich zeitlebens für die Aufarbeitung der Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg, unter anderem als Vorsitzender des Österreichischen Versöhnungsfonds zur Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter (2001-2005). 

„Ich bin dankbar Ludwig Steiner gekannt zu haben und verneige mich vor seiner Größe. Trotz seiner beruflichen Erfolge blieb er immer ein Sohn Innsbrucks und war fest mit seiner Heimat verwurzelt“, schließt Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. (VL)