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Städtisches Gesundheitsamt warnt: Gehäufte Fälle von Keuchhusten

Vermehrtes Auftreten in Tirol und Innsbruck

In ganz Österreich, so auch in der Landeshauptstadt Innsbruck, treten seit 2011 deutlich vermehrt Fälle von Keuchhusten (Pertussis) auf: Allein von 2015 auf 2016 ist bereits eine Verdoppelung der gemeldeten Fälle zu verzeichnen. Besonders gefährdet und betroffen sind Neugeborene und Säuglinge unter sechs Monaten, die keinen sicheren Immunschutz haben und im Krankheitsverlauf auch Atemstillstände erleiden können.

Der für Gesundheit zuständige Stadtrat Franz X. Gruber rät zur Vorsicht: „Die Dunkelziffer an nicht gemeldeten und an nicht diagnostizierten Fällen liegt weit höher. Wir raten daher allen Innsbruckerinnen und Innsbruckern, besonders Familienmitgliedern mit Neugeborenen und Säuglingen, zu einer verstärkten Aufmerksamkeit und zur Kontrolle ihres Impfstatus.“

Das Referat Gesundheitswesen der Stadt Innsbruck bietet Nachimpfungen, Impfpass-Kontrollen und Impfberatung für Kinder im schulpflichtigen Alter an. Wer an schweren Hustenattacken bis zum Erbrechen leidet oder länger als zwei Wochen stark hustet, sollte vom niedergelassenen Arzt bzw. Hausarzt auf Keuchhusten untersucht werden.

Krankheitsverlauf
Keuchhusten (Pertussis) ist eine sehr ansteckende, durch Tröpfchen übertragbare Erkrankung mit einem über zumindest fünf Wochen reichenden Ansteckungszeitraum. Bei Durchführung einer antibiotischen Therapie verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf etwa fünf Tage nach Beginn der Therapie. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch schwere Hustenattacken (Stakkatohusten, gefolgt von Ziehen beim Einatmen) bis zum Erbrechen. Bei erwachsenen Personen verläuft die Erkrankung allerdings nicht immer typisch. Der Husten kann Wochen bis Monate andauern und ist sehr belastend.

Schutzimpfung notwendig
Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich durch eine Impfung zu schützen. Erwachsene brauchen in der Regel nur eine einmalige Impfung mit einer Keuchhustenkomponente, die bis zum 60. Lebensjahr alle zehn Jahre, später alle fünf Jahre gemäß dem österreichischen Impfplan, aufgefrischt werden soll.

Neugeborene müssen zu Beginn des dritten Lebensmonats erstmalig mit dem Sechs-fach-Impfstoff geimpft werden, da der Nestschutz nur schwach ausgeprägt ist. Nicht-immunen schwangeren Frauen wird im letzten Schwangerschaftsdrittel eine Impfung empfohlen, um Neugeborene durch die Übertragung von Antikörpern über den Mutterkuchen zumindest die ersten Wochen zu schützen. Alle Personen und Familienmitglieder rund um Neugeborene und Säuglinge sollten einen aktuellen Impfschutz aufweisen (nicht älter als fünf Jahre), um die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung zu mindern.

Es können jedoch auch geimpfte, gesunde Personen ansteckend sein und die Erreger (Bordetellen) übertragen. Daher wird engen Kontaktpersonen von Neugeborenen, Säuglingen, Schwangeren oder Personen mit chronischen Herz-Lungen-Erkrankungen eine Vorbeugung mit Antibiotika (Chemoprophylaxe) empfohlen. Die Kontaktpersonen von an Keuchhusten erkrankten Personen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen erst wieder nach einer Antibiotikagabe besuchen.

 

Kontakt und Auskunft:

Referat Gesundheitswesen

Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 08:00 bis 11:00 Uhr

Rathaus, Maria-Theresien-Straße 18, 1. Stock

Tel. +43 512 5360 1128

www.innsbruck.gv.at (Leben/Soziales > Gesundheit)