Logo Innsbruck informiert
Stadtrat Ernst Pechlaner (hinten M.) besuchte Hortleiterin Karin Hagleitner und die jungen TierpflegerInnen. Jonas (M.) durfte Igel Rosi für das Foto halten.
Stadtrat Ernst Pechlaner (hinten M.) besuchte Hortleiterin Karin Hagleitner und die jungen TierpflegerInnen. Jonas (M.) durfte Igel Rosi für das Foto halten.

Igel finden tierische Herberge im Schülerhort

SchülerInnen bereiten im Domanigweg zwei Igel auf den Winterschlaf vor.

Lilli und Fredi, Susi und Felix, Schnarchi und Sporti sowie Fauchi haben schon davon profitiert, heuer kommen Rosi und Anton in den Genuss der Pflege der Kinder des Schülerhorts Domanigweg. Bei den neun Namen handelt es sich um junge Igel, die von den Kindern im Garten des Schülerhorts gefunden und mit viel Liebe aufgepäppelt wurden.

Lob für HelferInnen

Vor fünf Jahren kam das Projekt zum ersten Mal zustande, damals wurden Lilli und Fredi, wie die Kinder die Tiere liebevoll tauften, in einem sehr schlechten Gesundheitszustand gefunden. Leiterin Karin Hagleitner weiß, dass die Tiere ohne Hilfe nicht überlebt hätten. Seither kümmern sich die Kinder des Horts jedes Jahr im Winter um ein bis zwei Igel. „Den jungen Tierpflegerinnen und Tierpflegern gebührt wirklich Lob. Sie müssen die Igel füttern, aber auch täglich ihre Käfige putzen. Dabei bekommen sie ein Gefühl dafür, was es bedeutet sich für andere einzusetzen. Zugleich lernen sie, dass man sich manchmal überwinden muss, wenn jemand anderer Hilfe benötigt“, betonte Stadtrat Ernst Pechlaner bei einem Besuch in der „Igel-Herberge“ im Domanigweg.

Igelstation Pradl als Partner

Unterstützt wird das Projekt von der Igelstation in Pradl. Dort werden die gefundenen Tiere in einer Box hingebracht und erstversorgt. Karin Hagleitner erzählt, dass die Igel entwurmt und entfloht werden, bevor sie den Kindern übergeben werden. Rosi wurde heuer im Oktober gefunden, sie wurde von einem Raben attackiert und lag verletzt im Garten des Schülerhorts. Anton, das zweite Tier, lebt seit knapp zwei Wochen bei den Kindern. Für die Namenswahl macht jedes Kind bis zu einem definierten Stichtag einen Vorschlag. Danach entscheiden sie sich gemeinsam für einen Namen. Sie füttern beide mit Früchten, Katzenfutter und einer speziellen Igelnahrung. Besonders gern schnabulieren sie Mozzarella, damit nehmen Rosi und Anton auch rascher zu.

Abschiednehmen im Frühjahr

Zurzeit wiegt der kleinere Igel 400 Gramm, das Weibchen ist ein wenig dicker. Sobald das Idealgewicht von einem bis 1,2 Kilogramm erreicht ist, übersiedeln die beiden nach einer zweitägigen Futterpause in zwei Boxen im Gartenhaus. Dort schlafen sie bis zum Frühling durch und werden anschließend von MitarbeiterInnen der Igelstation für die Auswilderung abgeholt. In den vergangenen fünf Jahren hat Hortleiterin Hagleitner mit den Kindern viel über Igel gelernt: Besonders interessant war es, festzustellen, dass jedes Tier seinen eigenen Charakter besitzt. „Sie sind alle anders – der eine verschläft beinahe den Tag, während der andere schon auf die Kinder zukommt, wenn sie sich dem Käfig nähern“, berichtet Hagleitner mit einem Schmunzeln. (SAKU)