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Die Musikschule hat oberste Priorität
Die Musikschule hat oberste Priorität

Stadt investiert laufend in Barrierefreiheit

Eine Arbeitsgruppe erstellte ein Konzept zur stufenweisen Umsetzung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden der Stadt. Ein umfangreiches Teilpaket wird im Jahr 2016 umgesetzt.

Diskriminierungen aufgrund von Behinderungen sollen der Geschichte angehören – Barrierefreiheit ist dafür unabdingbar und durch das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz auch rechtlich festgeschrieben. Die Stadt Innsbruck installierte für die Umsetzung des Gesetzes eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“. Das Team – Magistratsdirektorstellvertreter, die Mitglieder des Behindertenbeirats der Stadt, die Behindertenbeauftragten, VertreterInnen des Gebäudemanagements sowie der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) – evaluierte, welche Maßnahmen vor allem beim differenzierten Gebäudebestand der Stadt durchzuführen sind. Sie erstellten ein Konzept der stufenweisen Realisierung, welches die IIG am Donnerstag im Gemeinderat präsentierte. Betroffen sind neben Amtsgebäuden (drei in Besitz der IIG und zwölf der Stadt) unter anderem insgesamt 64 Bildungseinrichtungen. Im Budget der Stadt Innsbruck sind bereits 2016 im außerordentlichen Haushalt 500.000 Euro für diese Maßnahmen vorgesehen.

„Das Ziel des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes – Diskriminierungen aufgrund von Behinderungen zu beseitigen und verhindern – kann nur erreicht werden, indem eine selbständige und ungehinderte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sichergestellt ist“, betonen die zuständigen Stadträte Ernst Pechlaner und Mag. Gerhard Fritz. „Es wurden erfreulicherweise bereits einige Gebäude im Bestand nachgerüstet“, freut sich Stadtrat Fritz. In den Jahren 2013 und 2015 wurden beispielsweise bereits Aufzugsanlagen in Wohngebäuden adaptiert, die Volksschulen Siegmairstraße und St. Nikolaus mit Behindertentoiletten ausgestattet, wie auch die NMS Hötting und Reichenau sowie die Kindergärten Innerkoflerstraße und Mühlau. Das Sozialamt bekam eine Induktionsanlage und barrierefreie Amtsgänge. „Wir wissen, dass noch Maßnahmen nötig sind. Die Umsetzung des Konzepts und ein möglichst rasches Handeln im Anlassfall verbessern schrittweise den Gebäudebestand der Stadt“, blickt Pechlaner in die Zukunft.

Prioritätenliste für evaluierte Gebäude

Die Amtsgebäude wurden im Vorjahr von Mag.a Carina Wallnöfer-Meisinger und Ing. Martin Exenberger, beide Behindertenbeauftragte der Stadt Innsbruck, Herbert Kronlechner vom Gebäudemanagement evaluiert und die Ergebnisse dokumentiert. Oberste Priorität der zweckgebundenen Mittel hat dabei die städtische Musikschule. Dort sollen neben Rampen auch ein Behinderten-WC errichtet und die Aufzüge verbessert werden. „Die konkrete Planung und Kostenermittlung seitens der IIG ist in Ausarbeitung“, erklärt IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler. Mit etwaigen Restmitteln sollen heuer noch Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Kindergarten Reichenau Süd, der Volksschule Mariahilf, jener in St. Nikolaus und dem Kindergarten Pradl-Ost durchgeführt werden. Unterschieden werden bauliche und organisatorische Maßnahmen, wobei letztere rascher und individueller angewendet werden können. Sie haben eine große Wirkung bei verhältnismäßig geringem Investitionsbedarf. Weitere Projekte für 2016, die von der Stadt und der IIG finanziert werden, sind die Großinstandsetzung Volksschule Angergasse. Als zweites Projekt ist die Funktionserweiterung der NMS Hötting-West angedacht sowie in der Volksschule Mühlau. „Die Maßnahmen zur Barrierefreiheit bei geplanten Bauvorhaben der IIG werden in einem externen Sachverständigengutachten festgehalten“, betont IIG-Geschäftsführer Danler. Dadurch soll auch externes Know-how einfließen.

Mit den notwendigen Maßnahmen aus dem Konzept der Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“ wird sich der Innsbrucker Gemeinderat in der Zukunft immer wieder befassen. Die Umsetzung erfolgt wie oben ausgeführt schrittweise. (SAKU)