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Otto Leiner (Land Tirol), Amtsleiter Andreas Wildauer und Naturpark-Karwendel-Geschäftsführer Hermann Sonntag (v.l.) führten am Freitag durch die Ausstellung.
Otto Leiner (Land Tirol), Amtsleiter Andreas Wildauer und Naturpark-Karwendel-Geschäftsführer Hermann Sonntag (v.l.) führten am Freitag durch die Ausstellung.

Die Natur des Karwendels in einem Raum

Interaktive Ausstellung auf der Umbrüggler Alm

Die Tiroler Landeshauptstadt ist weit mehr als Bildungs-, Kultur- und Sportstadt. Über 47 Prozent des Stadtgebietes liegen im Naturpark Karwendel. Die InnsbruckerInnen schätzen den alpin-urbanen Charakter ihrer Stadt sehr. Für die Freizeitaktiven sind die Rad- und Wanderwege sowie Forststraßen in Richtung Umbrüggler, Höttinger, Arzler und Rumer Alm nach Feierabend eine willkommene Abwechslung.

Vor diesem Hintergrund haben das städtische Amt für Land- und Forstwirtschaft und der Naturpark Karwendel die Ausstellung „Naturraum Karwendel“ zum Sehen, Hören und Erleben konzipiert.

„Neben der Schaffung eines attraktiven Freizeitangebotes ist die Förderung eines Natur- und Umweltbewusstseins durch Wissensvermittlung im größten Erholungsraum der Stadt ein wichtiger und nachhaltiger Aspekt für die Entwicklung auf der Nordkette. Diesem Ziel dient die neue interaktive Ausstellung ‚Naturraum Karwendel‘ auf der Umbrüggler Alm“, ist Stadtrat Franz X. Gruber überzeugt.

Tiefer Einblick ins Karwendel

Der „Naturraum Karwendel“ auf der Umbrüggler Alm ermöglicht den BesucherInnen das Erleben ihres Naturparks aus völlig neuen Perspektiven.

Ein Echtholzmodell aus Ahorn basiert auf einem digitalen Geländemodell der TIRIS-Station des Landes Tirol, welches den Innsbrucker Teil des Karwendels zeigt. Die digitale Darstellung verschiedener Themen auf dem Ahorn-Relief, beispielsweise zum Wasserhaushalt, zur Verbreitung der Wildtiere und zu den Hütten & Almen, ermöglicht eine interaktive Visualisierung. Auch das Vorkommen des Schwarzspechts oder die zahlreichen Lawinenbahnen können dargestellt werden. „Selbst ausgewiesene Kennerinnen und Kenner des Karwendels werden ihm anhand des Reliefs noch näher kommen“, erläutert DI Andreas Wildauer, Amtsleiter Land- und Forstwirtschaft: „Die bisherigen Erfahrungen der Besucherinnen und Besucher im Naturraum haben gezeigt, dass gerade dieses Modell und der Blick in die Tiefe des Karwendels besondere Emotionen und Begeisterung auslösen.“

Exponate in Wandvitrinen

In den Wandvitrinen sind handverlesene Karwendelbewohner im Laufe der Jahreszeiten portraitiert. Dies reicht von den Frühblühern, welche uns auf Schritt und Tritt an der Nordkette begegnen, über zahlreiche Spechtarten und winzige Schmetterlinge bis zur Schneehuhnspur am Hafelekar im Winter. „Der Naturraum Karwendel ist für uns ein einzigartiger Baustein unter unseren Besuchereinrichtungen. Er erfüllt durch eine Mischung aus Inhalten mit lokalem Innsbruck-Bezug und moderner Technik alle Voraussetzungen, um die zukünftigen Besucherinnen und Besucher zu begeistern“, freut sich Mag. Hermann Sonntag, Geschäftsführer des Naturpark Karwendel.

Sämtliche Exponate werden dankenswerterweise vom Tiroler Landesmuseum kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Gesamtkosten für den Naturraum Karwendel in der Höhe von 180.000 Euro werden zu 50 Prozent aus dem Tiroler Naturschutzfonds gefördert.

Der größte Naturpark Österreichs

Der Naturpark Karwendel ist mit einer Fläche von 727 km² das größte und älteste Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Das Karwendel verfügt über einen hohen Anteil an natürlichen Lebensräumen, wie Urwälder und Wildflüsse, und beherbergt eine große Zahl europaweit bedeutender Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise Steinadler, Weißrückenspecht und Frauenschuh.

Seit Jahrhunderten prägen Alm-, Forst und Jagdwirtschaft als klassische alpine Nutzungsformen das Gebiet. Die alpintouristische Erschließung begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bietet in ihrer heutigen Ausprägung mit mehr als fünfzig bewirtschafteten Hütten und Almen zahlreiche Möglichkeiten für unterschiedliche Formen des Alpinismus. (VL)