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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Mitte rechts) präsentierte gemeinsam mit Landesrätin Beate Palfrader (Mitte links), Stadtrat Gerhard Fritz (1.v.r.) sowie Architekten Erich Strolz (2.v.l.) das neue Modell des Hauses der Musik. Markus Korselt (Geschäftsführer der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, 1.v.l.) freut sich genauso wie Johannes Reitmeier (Intendant des Tiroler Landestheaters, 2.v.l.) auf das neue Gebäude.
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Mitte rechts) präsentierte gemeinsam mit Landesrätin Beate Palfrader (Mitte links), Stadtrat Gerhard Fritz (1.v.r.) sowie Architekten Erich Strolz (2.v.l.) das neue Modell des Hauses der Musik. Markus Korselt (Geschäftsführer der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, 1.v.l.) freut sich genauso wie Johannes Reitmeier (Intendant des Tiroler Landestheaters, 2.v.l.) auf das neue Gebäude.

Haus der Musik im Terminplan und auf Schiene

Fassadengestaltung fixiert, Baueinreichung bis Mitte der Woche

Mit dem Haus der Musik wird in Innsbruck bis 2018 ein kulturelles Großprojekt verwirklicht. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 58 Millionen Euro. Seit Mitte Oktober 2014 steht fest, dass das Projekt von Architekt DI Erich Strolz am Areal des Stadtsaalgebäudes verwirklicht wird. Die Baueinreichung erfolgt bis Mitte der Woche. 

Das Haus der Musik führt mehrere wichtige musikalische Ausbildungsstätten der Landeshauptstadt an einem Standort zusammen. Insgesamt acht NutzerInnen, darunter Tirols größter Klangkörper, das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI), bekommen dort eine neue Heimat. Damit ist es ganzjährig – und das ganztägig – von Leben erfüllt. An stadträumlich äußerst prominenter und historisch bedeutender Stelle entsteht so ein öffentlicher Ort, der über sein Programm hinaus auch zu den benachbarten historischen Kulturbauten neue Zugänge eröffnet. Bauträger ist die Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG). 

Das TSOI wird seine Probetätigkeit von den Stadtsälen ins Canisianum im Innsbrucker Saggen verlegen. Die Kammerspiele haben ihre Bühne während der Bauzeit in der Innsbrucker Messe. 

„Was die Finanzierung und die Vorarbeiten für das Haus der Musik anlangt, so haben wir den Grundstein für dieses zukunftsweisende Projekt bereits gelegt. Damit kann in Kürze mit den tatsächlichen Bauarbeiten begonnen werden", freut sich Kulturlandesrätin Dr.in Beate Palfrader. Dass Land, Stadt und Bund in einer gemeinsamen Kraftanstrengung in Zeiten des Spardrucks ein 58-Millionen-Projekt verwirklichen, erachtet Palfrader als herausragendes kulturpolitisches Bekenntnis. Das Haus der Musik ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe großer Kulturinvestitionen des Landes wie das in Bau befindliche Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen oder das Tirol Panorama. 

„Für die künftig dort beheimateten Kultureinrichtungen bedeutet das Haus der Musik einen wesentlichen Qualitätssprung und sorgt für Synergieeffekte. Städtebaulich wird der Bau des Hauses der Musik Innsbruck verändern. Es entsteht ein neues Juwel im Stadtbild und nach dem Rathaus, der Sprungschanze, der Nordkettenbahn und der Neugestaltung von Innenstadt-Straßenzügen als Flaniermeilen ist es ein weiteres Zeugnis dafür, dass Innsbruck seine internationale Position als Architekturstadt weiter festigt“, betont Innsbrucks Kulturreferentin und Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. 

„Der EU-weite offene und zweistufige Architekturwettbewerb hat ein großes Echo in der Fachwelt hervorgerufen. Insgesamt wurden 126 internationale Projekte eingereicht und von einer zwölfköpfigen Jury unter Vorsitz von Architekt DI Ernst Beneder beurteilt“, hebt Stadtrat Mag. Gerhard Fritz das Interesse am Bauplatz mit historischen Kontext in der Universitätsstraße hervor. 

„Das Zusammenspiel der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer spiegelt sich in der mehrschichtigen Fassade und der Bauskulptur wieder. Auf subtile Art bildet sich die so geschaffene Innenwelt an der Gebäudehülle ab und holt gleichzeitig die Stadt (Historische Monumentalbauten) und die Menschen zu sich herein. Die Bauskulptur bringt insgesamt die dem Haus zugrunde gelegte Komplexität zum Ausdruck“, führt Architekt DI Erich Strolz aus. 

 

Bauplastik, Gestaltungsdetails und Konstruktion

Als Arbeits- und Forschungsstätte gilt das Haus der Musik in Bezug auf die Architektur als zeitlos und minimalistisch. Insgesamt wird ein typisches 21. Jahrhundert-Gebäude verwirklicht und ein innovatives, architektonisch und technisch hoch stehendes Zentrum für Musik und Kunst entsteht.
Dabei stützt sich die bauplastische Komposition auf drei wesentliche, zunächst unterschiedliche Volumselemente:
- Geschlossene massive Körper für die Säle,
- offene zum Teil feingliedrig und variabel zu nutzende Lehr- und Verwaltungsbereiche und
- offenen Zonen, die transparent gehalten sind. 

Die geschlossenen massiven Körper der Säle werden mit Keramikelementen belegt. Die Schicht vor den Lehr- und Verwaltungsbereichen besteht aus raumhohen vertikalen Keramiklamellen die vor die Fassadenlinie der geschlossenen Felder springen. Es entsteht insgesamt ein homogener Charakter, der in der Differenzierung der jeweiligen Oberflächencharakteristik einen zusätzlichen Reiz erzeugen wird. 

Ein entsprechender und den Raumcharakter bestimmender Holzanteil soll in den Sälen, sowie in den Übungsräumen vorhanden sein. Das Zusammenwirken der Keramikfassade und der Holzausstattung verspricht zusätzliche Effekte in den wechselnden Tages- und Kunstlichtsituationen. 

Raumprogramm für die NutzerInnen

Es entsteht ein großer Veranstaltungs- und Probesaal für bis zu 550 Personen, der sowohl dem TSOI als auch von Externen für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Zusätzlich wird es einen kleinen Saal für ca. 120 Personen geben, der für Proben als auch für Veranstaltungen genützt werden kann. Darüber hinaus stehen Verwaltungs- und Übungsräume sowie Instrumentendepots zur Verfügung. Für die Kammerspiele sind eine Bühne mit Zuschauerraum für ca. 200 Personen, ein Bühnenturm, eine Black Box, Garderoben und Werkstätten geplant. Auch eine Gemeinschaftsbibliothek für Landeskonservatorium, Musikwissenschaften, Mozarteum und ein gemeinsames Kompaktarchiv bekommen ihren Platz. Das Tiroler Landeskonservatorium erhält Ensemble-, Unterrichts- und Seminarräume sowie einen kleinen Probe- und Veranstaltungssaal. Das Institut für Musikwissenschaft wird über Seminar- bzw. Verwaltungsräume und ein Archiv verfügen. Das Mozarteum darf sich auf Vorlesungssäle, Unterrichts- und Seminarräume, ein Forschungslabor, einen Medienraum sowie Verwaltungseinheiten freuen. Auch für die Landesmusikvereine (Sängerbund, Volksmusikverein, Blasmusikverband) und die Festwochen der Alten Musik sind Verwaltungs- und Besprechungsräume vorgesehen. Eine Gastronomie ergänzt das Raumprogramm.

Das Gebäude wird dem Anspruch eines „offenen Hauses“ gerecht und soll vom Publikum als kulturelles Zentrum und Ort der Kommunikation angenommen werden. Eine von oben belichtete Treppe sorgt für die vertikale Öffnung des Gebäudes. Das zentrale Foyer verbindet alle großen Säle, vom Unter- bis zum Obergeschoss. Somit kann auch der Platz am Rennweg als erweitertes Außen-Auditorium gesehen werden.

Budgetierung und Baukosten

Für die Kostenaufteilung wurden die erforderlichen Grundsatzbeschlüsse bereits im Dezember 2013 von Bund, Land Tirol und Stadt Innsbruck gefasst. Der Innsbrucker Stadtsenat stimmte dem Projektbericht am 06. Mai einstimmig zu. Am 19. Mai wurde die Beschlussfassung über den Finanzierungsanteil des Landes in der Landesregierung gefasst. Der Kostenrahmen liegt unter Einberechnung des Anteils für die Denkmäler (Befundung, Abnahme, Übersiedlung) bis zum Fertigstellungstermin 2018 bei geschätzten 58 Millionen Euro. Davon werden rund 23,6 Millionen Euro von Land Tirol, 25,4 Millionen Euro von der Stadt Innsbruck und 9 Millionen Euro vom Bund getragen. 

 

 

 

 

Der Weg des Hauses der Musik:

Weiterer Terminplan

Bis Herbst 2015 erfolgen die Vorarbeiten der Übersiedlung. Mit dem Abbruch des Stadtsaals wird im September des heurigen Jahres begonnen. Ab Oktober 2015 soll die Herstellung der Baugrube erfolgen. Die ersten Rohbauarbeiten sind für Jänner 2016 geplant. Die Baufertigstellung erfolgt bis Ende 2017. Mit der Gesamtfertigstellung samt Einrichtung und Probebetrieb ist Mitte 2018 zu rechnen. 

Adieu Stadtsaal

Mit „Stadt – Kunst – Innsbruck“ von 27. Juni bis 19. Juli (26. Juni, 19:00 Uhr, Vernissage) wird im Innsbrucker Stadtsaal die letzte Veranstaltung abgehalten. Die Schau stellt den Schlusspunkt der Bespielung des Stadtsaals dar. Im Rahmen der Ausstellung werden sämtliche Kunstankäufe der Stadt Innsbruck von November 2010 bis heute gezeigt. Die Ausstellung präsentiert 64 Tiroler KünstlerInnen mit insgesamt 148 Werken auf mehreren Ebenen. Das Stadtarchiv/Stadtmuseum zeigt zudem einen historischen Rückblick auf die ereignisreiche Geschichte des Stadtsaal-Gebäudes und auch das Modell des Siegerprojektes des neuen Haus der Musik ist ausgestellt. Der Eintritt und das Rahmenprogramm sind für alle kostenlos. 

Am 27. Juni ab ca. 22:00 Uhr veranstaltet das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter dem Titel „Bye Bye Stadtsaal“ eine Abschiedsparty. Geplant sind sowohl kammermusikalische Darbietungen als auch ein DJ. Bei Schlechtwetter wird das Open Air Konzert (20:30 Uhr) vom Innenhof der Hofburg in den Stadtsaal verlegt.

Öffentliche Präsentation

Am Abend wurde das Projekt auch der Öffentlichkeit präsentiert. Zahlreiche InteressentInnen kamen, um sich das neue Modell anzusehen sowie der Präsentation von DI Georg Preyer (Projektleiter IIG) und Architekten DI Erich Strolz zu folgen. Im Anschluss war Platz offene Fragen direkt an die anwesenden ExpertInnen zu stellen. (KR)

7 Gründe, wieso es das Haus der Musik braucht

  1. Die Stadtsäle sind in die Jahre gekommen und für Tirols größten Klangkörper - das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck war die Nutzung suboptimal.
  2. Das Landeskonservatorium leidet seit Jahren unter Platznot und auch die Universität Morzarteum ist auf viele Standorte verteilt.
  3. Das Raumangebot, bestehend aus Bibliothek, Veranstaltungs- und Unterrichtsräumen beinhaltet viele Synergien für die insgesamt acht verschiedenen NuterInnen. So profitieren viele ganzjährig und ganztägig von der Infrastruktur.
  4. Das Gebäude wird dem Anspruch eines "offenen Hauses" gerecht und soll vom Publikum als kulturelles Zentrum und Ort der Kommunikation angenommen werden.
  5. Die besondere Lage braucht ein besonderes Projekt. Gerade in diesem stadträumlich äußerst prominenten und historisch bedeutendenn Umfeld entsteht mit dem Bauwerk, das mit den historischen Bauten im Umfeld nicht in Konkurrenz tritt.
  6. Die neuen öffentlichen Bereiche haben einen Bezug zur Umgebung. Auch der Vorplatz soll nach seiner endgültigen Gestaltung in das Projekt "Haus der Musik" einbezogen werden.
  7. Mit dem Haus der Musik entstehen neue qualitativ hochwertige Veranstaltungsräume, die genutzt werden können.
Weitere Informationen

Baukosten: 50 Millionen Euro

Architekt: DI Erich Stolz

Veranstaltungssaal: 450 bis 550 Personen

Kleiner Saal: 100 Personen

Kammerspiele: Bühne und Raum für 220 Zuschauer

Gemeinschaftsbibliothek

Bruttogrundfläche: 13.300 m²

Bruttorauminhalt: 67.500 m³

Voraussichtlicher Baustart: 2015

Voraussichtliches Bauende: 2018