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Städtische Guggenalm bietet künftig Auszeit für Jugendliche

Stadt stellt eine Hütte im Eigenjagdgebiet Achensee für ein therapeutisches Betreuungsprojekt zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche stehen im Prozess des Erwachsenwerdens oftmals vor großen Herausforderungen. Manchmal sind die Situationen und Entwicklungsphasen besonders belastend und der Nachwuchs benötigt eine Auszeit. Vor diesem Hintergrund stimmte der Innsbrucker Stadtsenat einem Antrag der gemeinnützigen Jugendland GmbH für ein Sozialprojekt auf der Guggenalm zu. Die Jagdhütte im Eigenjagdgebiet Achensee ist zurzeit ungenutzt und soll künftig für pädagogisch-therapeutische Zwecke an Jugendland verpachtet werden.

„Es gibt Kinder und Jugendliche, die eine betreute Auszeit brauchen. Mit diesem Projektansatz leistet die Stadt Innsbruck einen wesentlichen Beitrag für die Kinder- und Jugendhilfe. Zugleich wird die Wartung der Hütte sichergestellt“, betont Land- und Forstwirtschafts-Stadtrat Franz Xaver Gruber. Initiiert wurde das Projekt von dem für Kinder- und Jugendförderung zuständigen Vizebürgermeister Christoph Kaufmann. „Die Jugendland GmbH ist eine der größten Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen Tirols und führt mehrere sozialpädagogische Wohngruppen in Arzl und in der Reichenau. Die Stadt Innsbruck ist gerne Partner zur Förderung von Kindern und Jugendlichen – ganz besonders in belasteten Situationen“, betont Kaufmann. Die Nutzung der Hütte durch Jugendland kommt auch der Stadt langfristig zugute. Jugendland koordiniert und verwaltet die Hütte und übernimmt auch die laufende Instandhaltung des Gebäudes. Letztere ist wichtig für den Erhalt der Hüttensubstanz. Die Benutzung ist auch für andere Sozialeinrichtungen aus Innsbruck möglich. Die Guggenalm wird auf Basis einer Nutzungsvereinbarung gegen ein jährliches Entgelt von 3.000 Euro (zzgl. Umsatzsteuer) befristet auf fünf Jahre der Jugendland GmbH übertragen. Dieses Projekt konnte nur mit Zustimmung des Jagdpächters der Eigenjagd Achensee realisiert werden. Der Pächter hat durch die Verfügbarkeit einer anderen Jagdhütte gerne zugunsten dieser Idee auf die Nutzung der Jagdhütte Guggenalm verzichtet.

„Hüttenauszeit“ für Kinder von acht bis 17 Jahren

Beim Projekt „Hüttenauszeit“ geht es vor allem darum, die betroffenen Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis 17 Jahren aus ihrem Alltag zu nehmen, sie sollen dort einzeln – maximal aber zu zweit – mit kompetenter erlebnispädagogischer und therapeutischer Betreuung zur Ruhe kommen, sich orientieren und weiter entwickeln. Das Angebot ist nach dem Konzept des Jugendland-Teams sehr niederschwellig. Kein Handy oder Internet, keine belastenden Einflüsse und keine Ablenkung. „Die Kinder und Jugendlichen haben zum Teil einen sehr schweren Rucksack zu tragen. Wir wollen ein Naturerlebnis schaffen. Einen Raum, der besondere Beziehungsarbeit und neue persönliche Erfahrungen möglich macht“, beschreibt Jugendland-Geschäftsführer Dr. Reinhard Halder die Idee des Projekts. Die Guggenalm ist dafür bestens geeignet. Die Kinder und Jugendlichen müssen dort Alltagsaufgaben, wie Wasser holen, Brennholz sammeln und kochen, bewältigen.

Stadtrat Gruber ist vom Konzept des Jugendlands überzeugt: „Die Stadt trägt so zur Entwicklung eines spezifischen, sozialtherapeutischen Angebots in Innsbruck bei.“ Nachdem der Stadtsenat seine Zustimmung für den Antrag zur entgeltlichen Nutzungsvereinbarung der Jagdhütte Guggenalm im Eigenjagdgebiet Achensee gegeben hat, ist der Startschuss für das Projekt „Hüttenauszeit“ gefallen. (SAKU)