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Erste barrierefreie Gemeinderatssitzung im Livestream

Innsbrucker Gemeinderat tagt am 20. Mai im Saal Innsbruck des Congress

Nach der ersten live übertragenen Gemeinderatssitzung im April setzt die Stadt Innsbruck einen weiteren Meilenstein. Die Mai-Sitzung am kommenden Mittwoch, 20. Mai, Beginn 15.00 Uhr, wird nicht nur, wie beim letzten Mal live gestreamt und in Gebärdensprache übersetzt, sondern auch schriftgedolmetscht. Damit ist Innsbruck Vorreiterin und setzt die erste live gestreamte, für hörbeeinträchtigte Menschen barrierefreie Gemeinderatssitzung in Österreich um.

Mehrwert für alle

„Das Pilotprojekt des Livestreams geht in die zweite Runde und natürlich möchten wir unser Angebot auch Menschen mit Beeinträchtigungen zur Verfügung stellen,“ sind sich die Mitglieder der Innsbrucker Stadtregierung einig: „Mit der Übertragung ins Internet können alle Innsbruckerinnen und Innsbrucker die Sitzung des Gemeinderates auch von unterwegs oder sogar von ihrem Wohnzimmer aus verfolgen. Informationen rund um die Planungen und Vorgänge in Innsbruck sind so direkt zugänglich und Politik wird erlebbar. Für hörbeeinträchtigte Bürgerinnen und Bürger stehen Gebärdensprach- und Schriftdolmetscherinnen zur Verfügung, die es möglich machen, der Diskussion zu folgen.“

Mag.a Dr.in Elisabeth Rieder, Vorsitzende des Innsbrucker Behindertenbeirats (BBR), und Mag. Wolfgang Grünzweig, Koordinator des BBR, freuen sich über die Initiative der Stadt Innsbruck: „Die Weichen für eine barrierefreie Gemeinderatssitzung für Hörbeeinträchtige wurden bereits im vergangenen Oktober auf Antrag von Stadträtin Mayr gestellt. Mit der Gebärdendolmetschung der aktuellen Stunde seit Jänner wurden die ersten Schritte gesetzt. Der Weg geht nun mit dem Service des Livestreams und der Schriftdolmetschung weiter. Wir freuen uns, dass wir uns gemeinsam in Richtung des Ziels ‚Barrierefreiheit‘ bewegen.“
Die Kosten für die Dolmetschleistungen der Beratungsstelle für Gehörlose der Mai-Sitzung werden vom BBR übernommen.

Das höchste Gremium der Stadt

Der Innsbrucker Gemeinderat ist mit seinen 40 Mitgliedern das höchste beschließende Gremium der Tiroler Landeshauptstadt. Er tagt in der Regel einmal pro Monat, ausgenommen in der Sommerpause im August und September.
In der vierten Sitzung des Jahres am 20. Mai werden 15 Tagesordnungspunkte behandelt. Das Thema der aktuellen Stunde lautet „Starke Menschen, starke Stadt. Gemeinsam aus der Krise“ (Themenauswahl durch FI).
Die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung sowie der Livestream ist unter www.ibkinfo.at/gr-0520 abrufbar.

Der Innsbrucker Behindertenbeirat

Seit dem Jahr 2003 gibt es in der Stadt Innsbruck mit dem Behindertenbeirat ein weisungsfreies Gremium, das sich als Serviceeinrichtung in einem System der partnerschaftlichen Zusammenarbeit verschiedener Interessensgruppen versteht. Es orientiert sich an den Bedürfnissen Betroffener. „Der Behindertenbeirat sieht sich als beratendes, unterstützendes und auch kritisches Gremium für den Stadtsenat und den Gemeinderat, um bestmöglich die Anliegen der rund 15.000 Menschen mit Behinderung in Innsbruck zu vertreten“, beschreibt die zuständige Stadträtin Mag.a Elisabeth Mayr den Wirkungsbereich. Wichtig ist für die Stadträtin zu betonen, dass der Beirat Veränderungen nicht nur für behinderte Menschen erreicht, sondern Verbesserungen im Sinne der gesamten Bevölkerung schafft.
Die Mitglieder des Beirats arbeiten ehrenamtlich für eine bessere Lebensqualität der Betroffenen, die sich nicht als Opfer sehen oder darstellen, sondern als ein wichtiger und selbstbestimmter Teil der gesamten Gesellschaft. VL/SAKU