Logo Innsbruck informiert

Integration und Ehrenamt

Besonders im Integrationsbereich ist die Hilfe von Ehrenamtlichen ein zentrales Element. Die Stadt Innsbruck bietet unter anderem unterschiedliche Kurse sowie Informationsveranstaltungen für freiwillige HelferInnen an.

Als 2015 Menschen vermehrt aus ihren Heimatländern flüchten mussten und nach Europa kamen, waren zahlreiche Städte mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Das Engagement von Freiwilligen war und ist dabei eine wichtige Stütze. „Die Ehrenamtlichen tragen wesentlich dazu bei, dass Menschen, die auf einen positiven Asylbescheid warten oder asylberechtigt sind, den Alltag in einer für sie fremden Stadt besser bewältigen können. Diese Unterstützung ist eine große Hilfe beim Ankommen und Zurechtfinden und damit auch ein wichtiger Beitrag für die Integration“, erklärt Stadträtin Mag.a Elisabeth Mayr. Um die Freiwilligen bei ihren Tätigkeiten bestmöglich zu unterstützen, bietet die Stadt gemeinsam mit ihren KooperationspartnerInnen  verschiedene Angebote (siehe Factboxen) an.

Gewissenhafte Koordination

Seit 2015 wird die ehrenamtliche Arbeit in Innsbruck unter anderem von Dr. Markus Jochum koordiniert. Seine Aufgabe besteht darin, die angebotene Hilfe der InnsbruckerInnen zu organisieren. Er erklärt: „Vor rund drei Jahren wurde rasche Unterstützung benötigt. Mehrere hundert Freiwillige waren sofort zur Stelle. Inzwischen hat sich die Situation etwas geändert. Es geht weniger um Soforthilfe, sondern mehr um Begleitung bei Behördengängen und Unterstützung bei der Arbeits- und Wohnungssuche.“ Auch Jochum leistet seine Arbeit ehrenamtlich.

„Ehrenamt spielt im Integrationsbereich eine überaus wichtige Rolle. Die persönliche Beziehung und der über die Zeit vielfach freundschaftlich geprägte Kontakt erweitern die sachliche und sprachliche Unterstützung. Das ehrenamtliche Engagement hat einen großen Anteil am guten Miteinander in unserer Stadt.“

Amtsführende Stadträtin Elisabeth Mayr

Amtsführende Stadträtin Elisabeth Mayr

Sportlich integriert

Ein beispielhaftes Projekt für Integration ist im sportlichen Bereich zu finden. Die Mannschaft des Innsbrucker Fußballvereins „FC Sans Papiers“ besteht zum Großteil aus Asylwerbern, die neben der Leidenschaft fürs Fußballspielen eines gemeinsam haben: Sie leben gerne in Tirol und möchten bleiben. Ins Leben gerufen hat den Verein Angie Eberl. Seit der Gründung im Jahr 2013 steht die frühere Gemeinderätin dem FC Sans Papiers vor und steht ihren Schützlingen im Sportlichen und in anderen Fragen des Alltags
und des Lebens in Österreich unterstützend zur Seite. „In vielen Innsbrucker Sportvereinen wird sehr viel für ein positives Miteinander von Nationalitäten und damit für ein gutes Zusammenleben in der Stadt getan. Wie gut die Bereiche Sport und Integration einander ergänzen können, zeigt sich vorbildlich beim FC Sans Papiers und Einsatz von Angie Eberls ehrenamtlichem Team. Das ist eine ganz tolle Sache“, erklärt Stadträtin Mayr. Und es geht noch weiter: In einem gemeinsamen Projekt des Vereins mit mehreren städtischen Schülerhorten haben Kinder die Möglichkeit, die Spieler kennenzulernen und so mit den Themen Asyl und Flucht in Kontakt zu kommen.

Muttersprachliche Buddys

In Kooperation mit der Caritas und dem Rotary Club wurde das bereits bestehende „Buddy-System“ der Caritas um muttersprachliche Buddys erweitert. Dabei werden AsylwerberInnen bzw. -berechtigte beim Deutschlernen unterstützt. Die „interkulturellen Ehrenamtlichen“ sind eine Gruppe von 15 Frauen und Männern aus Marokko, Ägypten, Syrien, dem Iran, dem Irak, Afghanistan und Somalia, die selbst schon länger in Österreich leben. Sie alle sprechen gut Deutsch und kennen das hiesige System und die Kultur aus persönlicher und beruflicher Erfahrung. Voraussetzung für die Tätigkeit als muttersprachlicher Buddy war eine Schulung (drei Module), die die Ehrenamtlichen im Oktober 2017 absolvierten. Seit vergangenem November sucht nun die Caritas für den jeweiligen Schützling einen passenden Buddy. Bisher wurden vierzehn Tandems vermittelt. Die Betreuung umfasst zwei Stunden pro Woche. Dabei geht es vor allem darum, die Geflüchteten bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen.

Kurzlehrgänge für ehrenamtliche SprachbegleiterInnen

Die Lehrgänge laufen seit 2016 und sind eine gemeinsame Initiative der Stadt Innsbruck, der GemNova und dem Haus der Begegnung. Angeboten werden vier Lehrgänge pro Jahr. Im Rahmen von drei Modulen à drei Stunden erhalten die TeilnehmerInnen  wertvolles linguistisches Hintergrundwissen zum Spracherwerb sowie praxiserprobte Tipps. Das Interesse an den Lehrgängen ist groß: Bisher nahmen mehr als 200 Ehrenamtliche daran teil.

Informationsabende für Ehrenamtliche

Bei der Begleitung von Geflüchteten stellen sich für Ehrenamtliche immer wieder Fragen, die auf Anhieb nicht leicht zu beantworten sind. Gemeinsam mit den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) und dem Haus der Begegnung organisiert die Stadt daher in regelmäßigen Abständen Informationsabende, bei denen ExpertInnen Antworten auf Fragen zum Arbeitsmarkt, Bildungs- und Sozialsystem, zu Gesundheit und Wohnen geben. Ziel ist es, Ehrenamtlichen unkompliziert notwendiges Hintergrundwissen zur Verfügung zu stellen.

Übersicht aller Angebote

Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten, sich ehrenamtlich im Fluchtbereich zu engagieren, ist eine vollständige Aufzählung nicht möglich. Eine gute Übersicht über alle Angebote für Menschen mit Fluchtgeschichte bietet die Website des Landes Tirol | Bereich Integration: www.tirol.gv.at
Diese Website ist in Zusammenarbeit von Land Tirol und Stadt Innsbruck sowie aller in diesem Bereich tätigen Organisationen und Institutionen entstanden. DH