Logo Innsbruck informiert
Eine Waldführung der besonderen Art unternahmen im Mai Kinder und Jugendliche der Schule am Inn. Im Rahmen des Waldprojektes „Erde“ brachen 53 SchülerInnen sowie 25 Begleitpersonen und Lehrerinnen – angeführt von den Waldpädagogen des Innsbrucker Forstamtes – zu einer Entdeckungsreise mit allen Sinnen in den Auwald beim Baggersee auf. Mit fachlicher Unterstützung pflanzten die Kinder dabei auch Christbäume für die Zukunft.
Eine Waldführung der besonderen Art unternahmen im Mai Kinder und Jugendliche der Schule am Inn. Im Rahmen des Waldprojektes „Erde“ brachen 53 SchülerInnen sowie 25 Begleitpersonen und Lehrerinnen – angeführt von den Waldpädagogen des Innsbrucker Forstamtes – zu einer Entdeckungsreise mit allen Sinnen in den Auwald beim Baggersee auf. Mit fachlicher Unterstützung pflanzten die Kinder dabei auch Christbäume für die Zukunft.

Alpine Natur schätzen

Auch wenn sich der Winter heuer mit dem Verabschieden schwertat – die Temperaturen steigen, der Schnee schmilzt und die Wanderrucksäcke werden hervorgeholt. Ein respektvoller Umgang mit und ein verantwortungsbewusstes Verhalten in der Natur sind wichtig – heuer, nach dem schneereichen Winter, umso mehr.

Die Berge rund um die Tiroler Landeshauptstadt rufen. Der Gedanke an Kaspressknödel auf einer der städtischen Almen ist vielen Naturbegeisterten nicht fremd. Doch der Winter hat Spuren hinterlassen. Nach den Rekordschneefällen auf der Nordkette sind die Aufräumarbeiten angelaufen – „und die haben es in sich“, weiß  Referatsleiter Albuin Neuner (Land- und Forstwirtschaft): „Sie fordern nicht nur von den Arbeitern vor Ort und dem Organisationsteam des Forstamtes im Hintergrund einiges ab, auch die Bevölkerung ist gefragt.“ Sich über das eigene Verhalten im alpinen Lebensraum im Klaren zu sein und auf andere NutzerInnen in der Natur Rücksicht zu nehmen, ist heuer besonders wichtig. So sind beispielsweise Wegsperren unbedingt zu respektieren, denn hinter gelben Hinweistafeln mit dem Schriftzug „Befristetes forstliches Sperrgebiet – Betreten verboten“ besteht Lebensgefahr.

„Das Bewusstsein für einen sensiblen Umgang mit der Natur ist nach dem schneereichen Winter wichtiger denn je – im Sinne der eigenen Sicherheit, aber auch um den Naturraum zu schützen. Alle können einen Beitrag leisten. Dazu zählt zuallererst die Einhaltung der Wegsperren.“

Vizebürgermeister Franz X. Gruber

Vizebürgermeister Franz X. Gruber

Die einfachste Möglichkeit, sich über aktuelle Wegsperren entlang der Nordkette zu informieren, bietet die städtische Web-Applikation „Bewegt in Innsbruck“ unter www.innsbruck.gv.at/bewegt. Sperren inklusive Umfahrungs- und Umgehungsmöglichkeiten sind außerdem an den Ausgangspunkten der Wanderrouten ausgeschildert. Die Almen sind jederzeit erreichbar. „Das attraktive Angebot der Einkehrmöglichkeiten bleibt für Erholungssuchende wie gewohnt bestehen“, versichert Vizebürgermeister Franz X. Gruber.

Arbeiten für die Sicherheit

Zerstört wurde der Schutzwald im östlichen Bereich der Nordkette auf einer Fläche von rund 20 Hektar – dies entspricht in etwa dem halben Stadtteil „Dreiheiligen-Schlachthof“, der knapp 42 Hektar umfasst. Damit der Schutzwald auch in den nächsten Jahren seinen Zweck so erfüllen kann wie im heurigen Winter, muss das Forstamt die Flächen mit externen Firmen zuerst aufräumen, bevor der Wald renaturiert werden kann. „Wir geben alles, um spätestens im August die letzten Arbeiten abschließen zu können“, versichert Einsatzleiter Waldaufseher Wolfgang Huber. Ganz nach dem Motto „Der nächste Winter kommt bestimmt“ hat Vizebürgermeister Gruber den damit einhergehenden Schneefall schon heute im Blick: „Auch im kommenden Winter besteht keine Gefahr. Der restliche Schutzwald auf der Nordkette kann seiner Funktion wie gewohnt nachkommen und zusätzlich gibt es zuverlässige Verbauungen.“

Wald erleben, Natur verstehen

Nicht nur heuer, sondern ganz generell ist die Bewusstseinsbildung aller NaturnutzerInnen von klein auf gefordert und wird dementsprechend gefördert. So bietet das städtische Forstamt beispielsweise waldpädagogische Führungen für Kindergartenkinder bis hin zu AHS-SchülerInnen an. Gestaltet werden diese von fünf Mitarbeitern, welche zusätzlich als Waldpädagogen ausgebildet sind. Sie versuchen bereits die Jüngsten für das richtige Verhalten im Wald und einen schonenden, rücksichtsvollen Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Wissen wird dabei spielerisch vermittelt: Im Rahmen von Rollenspielen lernen Kinder und Jugendliche etwa, wie das Ökosystem funktioniert und dass kleinste Änderungen enorme Auswirkungen auf das sensible Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren haben.

Anmeldungen sind unter der Mailadresse post.land.forstwirtschaft@innsbruck.gv.at möglich, wobei die waldpädagogischen Schulungen nach Kapazität durchgeführt werden. Derzeit steht noch das Aufräumen der Lawinenschäden im Vordergrund. An Ideen, wie die nächste Generation sich zukünftig noch unmittelbarer mit der Natur auseinandersetzen kann, mangelt es in der zuständigen Dienststelle nicht. „Unsere Herzensangelegenheit ist ein Waldklassenzimmer“, verrät Amtsleiter DI Andreas Wildauer: „Wir wollen den Wald nicht in Form von Fotos oder gesammelten Pflanzen ins Klassenzimmer bringen, sondern die Klasse in den Wald.“ Die Vision dahinter, ist eine entsprechende Infrastruktur – also ein Dach, Bänke, etc. – im Naherholungsgebiet zu schaffen, damit der Unterricht direkt vor Ort stattfinden kann.

Sichtbare Naturschätze

Eine Schatzkarte der etwas anderen Art entsteht zurzeit in Zusammenarbeit von Land Tirol und städtischer Fachdienststelle. In ganz Innsbruck sind im Sommer KartiererInnen im Zeichen des Naturschutzes unterwegs und erheben, welche Pflanzen und Tiere in den Biotopen vorkommen und wodurch sich der jeweilige Lebensraum auszeichnet. Alle Ergebnisse werden schließlich in eine Karte übertragen, um im Jahr 2020 einen neuen Biotopen-Kataster vorzulegen. Darin werden auch Naturschätze – wie etwa die Biotope Peergrube und Tantegert – zu finden sein. AA

Wanderungen zu den städtischen Almen

Die geöffneten Almen sind erreichbar. Details zu den Öffnungszeiten gibt es online hier.

Teilweise sind Wegsperren und damit verbundene Umleitungen auf der Nordkette aufgrund von Forstarbeiten notwendig. Hinweistafeln und Wegsperren sind unbedingt zu beachten.