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Zwei „Eiserne Paare“ die fest zusammen halten

Die Ehepaare Rainer und Jung feiern Eisernes Hochzeitsjubiläum
Bei strahlendem Sonnenschein wurde Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer am 25. Juli gleich von zwei strahlenden „Eisernen Ehepaaren“ empfangen.

„Harte Zeiten haben uns zusammengeschweißt“
Im Saggen freuten sich Margherita und Karl Rainer über Blumen und eine Flasche Wein, die ihnen die Bürgermeisterin zum 65. Hochzeitstag im Namen der Stadt Innsbruck überbrachte. Herr Rainer feierte vor kurzem seinen 90. Geburtstag, seine Gattin ist 89 Jahre alt. „Dass Sie beide noch so aktiv sind, freut mich ganz besonders“, so die Bürgermeisterin.

Der Wiltener und die gebürtige Südtirolerin haben sich bei der Arbeit kennengelernt: „Nach dem Krieg war ich Invalide und konnte nur mehr auf Krücken gehen. Bei der Post habe ich im Fernschreiberdienst angefangen“, erklärte Herr Rainer. Margherita war Fernschreiberin, Karl reparierte die Geräte.

„Nach dem Krieg haben wir beide bei null angefangen“, so Karl Rainer: „Ich konnte bei Margherita in der 1-Zimmer-Wohnung schlafen, mit der Schwiegermutter gemeinsam wurde das aber bald zu eng und so habe ich im Luftschutzkeller bei der Post übernachtet.“ Aber die harten Zeiten haben die beiden zusammengeschweißt, sind sie sich einig: „Ich bin froh und dankbar, dass ich meinen Mann noch immer an meiner Seite habe“, so die glückliche Jubilarin.

Drei Jahre nachdem sich die Beiden kennen und lieben gelernt hatten, wurde geheiratet: „Mit der Straßenbahn sind wir am 23. Juli 1948 ins Standesamt gefahren, wir hatten keine Trauzeugen, weil unsere Verwandten nicht da waren“, erinnerte sich Frau Rainer: „So waren die Standesbeamten unsere Trauzeugen.“ Sie waren das 500. Brautpaar in Innsbruck nach dem Weltkrieg. Sieben Jahre nach der Hochzeit sind die beiden dann 1955 in ihre gemeinsame Wohnung gezogen, in der sie noch heute wohnen. Mit 64 Jahren absolvierte Herr Rainer die staatliche Trainerprüfung fürs Bogenschießen – er brachte den Sport nach Innsbruck und erhielt dafür auch das Sportehrenzeichen der Stadt Innsbruck. „Auch mit dem Ferienzug haben wir viele Kooperationen gemacht“, so der 90-Jährige.

Das Rezept für eine so lange glückliche Ehe liegt laut den Beiden in der gegenseitigen Unterstützung: „Mit viel Vertrauen und Zuneigung – ohne das geht es auch heute nicht“, so Herr Rainer. Das Paar hat drei Töchter, fünf Enkelkinder und vier Urenkelkinder.

„Es ist erfüllend, zu zweit alt werden zu dürfen“
Friederika und Karl Jung haben am 3. Juli 1948 geheiratet und freuten sich über den Besuch von Bürgermeisterin Oppitz-Plörer in ihrem Haus im Sieglanger.

Karl Jung ist gebürtiger Kufsteiner: „Nach dem Weltkrieg habe ich in Innsbruck als Polizist angefangen und bin in der Stadt geblieben.“ Sogar bis nach seiner Pensionierung ist Herr Jung seinem ehemaligen Dienstgeber treu geblieben: „Bis zum 70. Lebensjahr war ich bei der Polizeimusik aktiv und habe das Horn gespielt.“ Die Musik hat ihn schon von klein auf begleitet, so spielte Karl Jung schon mit 16 Jahren bei der Kufsteiner Stadtmusik.

„Und wir trinken gerne mal ein Gläschen Wein“, freute sich das Jubelpaar über die Blumen und die Flasche Wein, die sie von der Bürgermeisterin überreicht bekamen. „In Podersdorf haben wir früher gern unseren Urlaub verbracht und direkt vom Weinbauern ein paar gute Tropfen mit nach Hause gebracht.“

Das Kochen übernimmt schon seit einiger Zeit das Innsbrucker Menu: „Mit dem Essen auf Rädern sind wir sehr zufrieden, es ist gesund und ausgewogen und schmeckt hervorragend“, lobten die Beiden das Angebot der ISD.

Heute freuen sich die Eheleute, dass sie zusammen sein können: „Es ist sehr erfüllend, zu zweit alt werden zu dürfen“, so der 92-Jährige: „Wir unterstützen uns gegenseitig, mal helfe ich meiner Frau, mal hilft sie mir, nur so geht das so viele Jahre gut.“ Aus der Ehe ist eine Tochter entstanden, mittlerweile hat das Paar schon zwei Enkelkinder.

„Im Namen der Stadt Innsbruck gratuliere ich zum Eisernen Hochzeitsjubiläum und wünsche Ihnen weiterhin viel Gesundheit und Freude“, so die Bürgermeisterin abschließend.
26. Juli 2013