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Zukunftssichere Wälder für Innsbruck

Verjüngung und Aufforstung des stadtnahen Waldes
Die hohe Lebensqualität in Innsbruck wird stark von der Nähe zum Wald und dem naturnahen Erholungsraum geprägt. Täglich strömen zahlreiche Menschen in die stadtnahen Wälder, um ihrem Bedürfnis nach Ruhe, Erholung und Sport nachzukommen. Damit diese Waldbereiche weiterhin als attraktiver Naherholungsraum erhalten bleiben, hat das Amt für Land- und Forstwirtschaft ein gezieltes Gesundheitsprogramm ins Leben gerufen. Am 28. August gaben Vizebürgermeister Christoph Kaufmann, Amtsvorstand DI Andreas Wildauer (Land- und Forstwirtschaft) und Waldaufseher Stefan Peer im Amraser Wald einen näheren Einblick in das Projekt und präsentierten erste Erfolge sowie weitere geplante Maßnahmen.

„Der Klimawandel ist in der heutigen Zeit ein unumgängliches Thema. Gerade aus diesem Grund ist es von enormer Bedeutung, unsere Wälder für die Zukunft klimafit zu machen“, so der für Land- und Forstwirtschaft zuständige Vizebürgermeister Kaufmann.

Klimawandel als Herausforderung für unsere Wälder
Amtsvorstand Wildauer erklärte: „Die stadtnahen Wälder sind gesund, allerdings befinden sie sich im Wandel. Durch die klimabedingte Erwärmung ist der Wald Stress ausgesetzt. Dadurch steigt die Schadensanfälligkeit der Bäume.“ Die prognostizierten Klimaveränderungen führen zu mehr Stürmen, längeren Trockenperioden, stärkeren Niederschlägen und höheren Temperaturen. Dies stellt den Wald auf eine harte Belastungsprobe. Aus diesem Grund will das Amt für Land- und Forstwirtschaft gemeinsam mit den WaldbesitzerInnen die Wälder attraktiv und natürlich weiterentwickeln und bestehenden Nadel- in stabilere Laubwälder umwandeln.

Welcher Baum passt an welchen Standort
Auf Basis einer durchgeführten Standortskartierung werden im Rahmen des Projektes gezielt Laubbäume gepflanzt werden, die mit ihren Eigenschaften perfekt an den jeweiligen Standort passen. Laubbäume reichen mit ihren Wurzeln tiefer in den Boden hinein als beispielsweise Fichten und sind somit stabiler im Boden verankert. Außerdem können sie die Nährstoffe des Bodens besser nutzen. Gerade Fichten weisen in Talnähe aufgrund ihrer flachen Wurzeln und der geschilderten Gefahren ein hohes Ausfallrisiko auf.

„Wenn die richtigen Bäume gesetzt werden, ist für die nächsten 80 bis 100 Jahren ein gesunder vielfältiger Wald garantiert“, freute sich DI Andreas Wildauer. So werden im Sinne eines zukunftsfitten Waldes beispielsweise Vogelkirsche, Walnuss, Rotbuche, Bergulme, Winterlinde, Bergahorn und Eiche gepflanzt.

Die Vorgehensweise
Da die neu gesetzten Laubbäume Licht zum Wachsen brauchen, muss zuallererst der derzeitige Altbestand entfernt werden. Im Anschluss werden gezielt Laubbäume für den Standort ausgewählt und in Gruppen gesetzt. „Von diesen Baumgruppen bleibt letztendlich ein Baum stehen“, informierte Waldaufseher Peer: „Im Zuge der Aufforstung und Verjüngung wird auch auf einen gewissen Pflanzabstand geachtet, der dafür sorgt, dass die gesetzten Bäume ausreichend Platz für die Kronen haben.“ Das Ziel ist die Erziehung starker geradschaftiger Bäume ohne starke Verästelung, wodurch das Projekt für WaldbesitzerInnen auch wirtschaftlich attraktiv ist.

Pilotprojekt mit Fortsetzung
Bei dem derzeitigen Projekt im Bereich Tantegert/Paschberg sind bisher 3.500 Stück Laubbäume auf elf Teilflächen mit insgesamt 5,5 Hektar in Abstimmung mit den betroffenen WaldbesitzerInnen gesetzt worden. Die Umsetzung dieses Projektes erfolgte mit finanzieller Unterstützung durch die Errichtungsgesellschaft Brenner Basistunnel (BBT).

Ein weiteres Projekt startet im Herbst 2013 im Waldbereich zwischen Rechenhof und Arzl. Dort soll eine geschlossene Fläche von 2,5 Hektar nach Nutzung des Altbestandes mit ca. 2.500 Stück Edellaubbäumen verjüngt und aufgeforstet werden.

Ein Fest im Wald
Rund um das Thema „Wald“ dreht sich auch das Amraser Waldfest am Sonntag, 15. September 2013. Eröffnet wird das bunte Programm mit einem Festgottesdienst um 9 Uhr am Tummelplatz. Im Anschluss werden ein Wald-Frühschoppen, kulturhistorische Führungen oder ein Erlebnispfad mit dem Motto „Lebensweg eines Baumes“ geboten. An verschiedenen Stationen gibt es viele interessante Informationen rund um den Wald und die nachhaltige Bewirtschaftung. Organisiert wird das Fest vom Tummelplatzerhaltungsverein und dem Forstamt der Stadt Innsbruck.

28. August 2013