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Zahl der Ansuchen um Mietzinsbeihilfe steigt an

Wohnen ein heißes Thema der Stadt Innsbruck.
In den vergangenen Jahren sind die Ansuchen um Mietzins- und Annuitätenbeihilfe bei der Stadt Innsbruck konstant gestiegen. Im Laufe der letzten zehn Jahre haben sich sowohl die Ansuchen als auch die ausbezahlten Beiträge beinahe verdoppelt und 2011 einen neuen Rekordwert erreicht. Wohnungsstadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter und Amtsvorstand für Wohnungsservice Ing. Ronald Depaoli zogen am 19. Jänner Bilanz über das vergangene Jahr.

Über 7300 Anträge und 3,7 Millionen Euro
„7315 Anträge wurden allein in Innsbruck im vergangenen Jahr gestellt. Die Stadt hat 3,76 Millionen Euro an Mietzins- und Annuitätenbeihilfen ausbezahlt“, berichtet Stadträtin Pokorny-Reitter. Die Mietzinsbeihilfe ist eine Förderung, die zu 30 % von den jeweiligen Gemeinden und zu 70 % vom Land Tirol finanziert wird. Insgesamt wurden in Innsbruck 12,5 Millionen Euro Beihilfen ausbezahlt, das entspricht durchschnittlich mehr als 143 Euro im Monat für jeden Antragsteller. „2/3 aller in Tirol gestellten Anträge entfallen auf die Stadt Innsbruck“, fügt Ing. Depaoli hinzu. Die Stadt Innsbruck bezahlt pro Kopf siebeneinhalb Mal so viele Geld aus wie die Umlandgemeinden.

Steigende Mietpreise
Der Grund liegt für Stadträtin Pokorny-Reitter auf der Hand: „Der private Innsbrucker Wohnimmobilienmarkt bewegt sich hinsichtlich der Priese am obersten Limit in Österreich. Nur noble Anwesen in Kitzbühel und im ersten Wiener Bezirk sind teurer.“ Aktuell befindet sich die durchschnittliche Miete für eine Immobilie mit sehr gutem Wohnwert bei 11,50 €/m², zuzüglich Umsatzsteuer und Betriebskosten ergibt dies einen Preis von rund 15 €/m².

Immer mehr Haushalte sind nicht mehr in der Lage, diese hohe Belastung zu tragen. Die Folge ist nicht nur eine Zunahme der Ansuchen um Mietzinsbeihilfe, sondern auch ein verstärkter Andrang auf städtische und gemeinnützige Wohnungen. „In den letzten Jahren wurden 1800 Wohnungen der Stadt Innsbruck und der gemeinnützigen Wohnbauträger übergeben, dennoch liegt die Zahl der Vormerkungen für eine städtische Wohnung konstant bei rund 2200 AntragsstellerInnen“, so die Wohnungsstadträtin.

Höhere Beihilfen
Diese Zahlen sieht Pokorny-Reitter als klaren Auftrag für die Stadt Innsbruck, die BürgerInnen auch in Zukunft weiter zu unterstützen. Dass die maximale Höhe der Beihilfe im vergangenen Jahr von 4 €/m² auf 5 €/m² angehoben wurde, ist für die Stadträtin ein wichtiger Schritt. Auch der Beitrag für Studentenwohngemeinschaften ist von 110 € auf 125 € pro StudentIn angestiegen. „Es braucht aber auch in Zukunft laufend eine Anhebung des maximal förderbaren Quadratmeterpreises entsprechend der Mietpreisentwicklung“, betont Pokorny-Reitter. Außerdem setzt sie sich dafür ein, dass die nicht beeinflussbaren Betriebskosten in die Berechnungsgrundlage für die Mietzinsbeihilfe aufgenommen werden.

Ein weiteres Anliegen der Stadt Innsbruck ist, die Wartefristen in allen Tiroler Gemeinden zu vereinheitlichen. „Während in Innsbruck jeder Bürger und jede Bürgerin ab dem ersten Tag der Anmeldung des Hauptwohnsitzes um Mietzinsbeihilfe ansuchen kann, müssen die BewohnerInnen der Umlandgemeinden teilweise bis zu zehn Jahren warten, bis sie überhaupt einen Antrag stellen dürften“, so Depaoli. Dies sei mit ein Grund für den starken Zuzug nach Innsbruck.

Wohnbauoffensive fortsetzen
Um den Wohnungsmarkt zu entlasten soll die seit einigen Jahren bestehende Wohnbauoffensive fortgesetzt werden. „Weitere 2000 Wohnungen sollten von Seiten der IIG und der gemeinnützigen Wohnbauträger auf den Markt gebracht werden“, so die Wohnungsstadträtin. In den kommenden Jahren sollen in der Premstraße insgesamt 130 Wohnungen fertiggestellt werden. Im Saggen (Sebastian-Schell-Straße) wurde gerade der Wettbewerb für einen Block mit rund 120 Wohnungen abgeschlossen und die Neue Heimat Tirol plant den Neubau einiger Wohnblöcke mit schlechten Hausbestand in der Gumppstraße, wodurch bis zu 20 % mehr Menschen Platz finden könnten.
19. Jänner 2012