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Wohn-Großprojekt Pradl

Neun Projekte in der engeren Auswahl. Entscheidung Anfang März 2014
Zukunft Wohnen: 246 Wohnungen sind im „Geviert“ Knoller-/Hörmann- und Hunoldstraße in Innsbruck derzeit untergebracht. Das gesamte Areal wird nun saniert, neuer Wohnraum geschaffen und die Infrastruktur weiterentwickelt.

Anfang März 2014 wird feststehen, wie das Geviert Knoller-/Hörmann- und Hunoldstraße in Innsbruck in Zukunft aussehen wird und wie viele Wohnungen neu geschaffen werden. 37 Projekte wurden im Rahmen eines mehrstufigen Architekturwettbewerbs eingereicht. Neun davon wurden nun von der Jury, in der auch Mieter beratend vertreten sind, in die engere Auswahl gezogen. Mit „Zukunft Wohnen“ betreibt die BWS-Gruppe damit derzeit eines der größten Siedlungserneuerungs- und Weiterentwicklungsprojekte in Innsbruck. Das Besondere dabei: Die Mieter gestalten den Prozess seit Anfang an aktiv mit.

40 Architektenbüros wurden zum mehrstufigen Wettbewerb eingeladen, 37 haben ihre Ideen zum Vorhaben der BWS-Gruppe abgegeben: Letztlich konnte sich die Jury für neun Projekte entscheiden, die nun in der zweiten Runde des Wettbewerbs in der Tiefe ausgearbeitet werden.

246 Wohnungen aus drei Bauepochen sind derzeit im Geviert untergebracht und stehen zur Sanierung. Zusätzlicher Wohnraum wird geschaffen und die Infrastruktur, sowie der gesamte Stadtteil in einem Gesamtkonzept weiterentwickelt. In der Jury sitzen neben Vertretern des auslobenden Wohnbauträgers BWSG Planungsstadtrat Gerhard Fritz, Architekten, Städteplaner, Energieexperten, Soziologen und Vertreter der Mieter in beratender Funktion.

„Wir sind begeistert von der starken Beteiligung der Architekturbüros. Das zeigt ganz klar die Bedeutung unseres Vorhabens in Pradl. Persönlich bin ich vor allem von den Mietern beeindruckt, sie sich auf die Jurysitzung gut vorbereitet haben und uns wertvolle Inputs geben“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der BWS-Gruppe, Wilhelm Haberzettl. „In der Jury herrschte ein offenes Gesprächsklima, es gab durchaus kontroversiell geführte Diskussionen zu den einzelnen Projekten. Jedoch konnten wir uns schnell auf ein gemeinsames Ergebnis einigen. Damit liegen wir voll in unserem Zeitplan und werden Anfang März ein Siegerprojekt haben.“

Städtebauliche Richtlinien und Positionen der Mieter entscheidend
Im Mittelpunkt der Entscheidungen stehen städtebauliche Gesichtspunkte wie die Schaffung von neuem Wohnraum, die Infrastrukturentwicklung, Energieeffizienz und die Wohnungsqualitäten. Eine besondere Beachtung kommt im Entscheidungsprozess vor allem der Position der Mieter zu. In verschiedenen Workshops haben die Bewohner zentrale Punkte erarbeitet, die sich in den Ausschreibungsunterlagen wiederfinden. „Wir wurden von Anfang an voll in das Projekt miteinbezogen“, erklärt Michael Holzner, einer der Mieter in der Hunoldstraße. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir nun auch in der Jury mitreden und gehört werden. Uns ist wichtig, dass unsere Positionen auch in der nächsten Wettbewerbsstufe sichtbar sind.“

Die Beteiligung der Mieter ist für Planungsstadtrat Gerhard Fritz und Helmut Buchacher von der Mietervereinigung Tirol beispielgebend für künftige Wohnbauprojekte in Innsbruck. „Die Mieter an den Entscheidungen direkt zu beteiligen ist natürlich auch aufwendig. Auf jeden Fall aber führt es am Ende zu einem besseren Ergebnis für alle Beteiligten“, so Gerhard Fritz. „Der Mieterbeteiligungsprozess ist in der hier praktizierten Tiefe in ganz Tirol einmalig und kann auch anderen Wohnbauträgern als Vorbild dienen“, ergänzt Buchacher.

Die BWS-Gruppe – Besser Wohnen seit Generationen
Die BWS – Gemeinnützige, allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H ist ein österreichweit agierender gemeinnütziger Wohnbauträger mit Sitz in Wien. Das 1911 gegründete Unternehmen verwaltet knapp 33.000 Wohn- und Geschäftseinheiten, etwa 600 davon entfallen auf Tirol.

Projektpartner von „Zukunft.Wohnen“ sind die Architektenbüros undarchitektur und U1architektur, sowie die Beratungsagentur wohnbund:consult, die für die Umsetzung des Mieterbeteiligungsprozesses verantwortlich zeichnet.
12. Dezember 2013