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In der Bienerstraße bauen die IIG und WE ein Wohnbauprojekt mit 121 Einheiten.
In der Bienerstraße bauen die IIG und WE ein Wohnbauprojekt mit 121 Einheiten.

Eigenheim, Glück allein: Wo wohnt Innsbruck?

Wohnraum in Innsbruck ist begrenzt. Steigende Mietpreise am privaten Markt, eine stetig wachsende Bevölkerung (positive Geburtenbilanz, Zuwanderung) sowie verändernde Familienstrukturen erhöhen den Druck auf öffentliche Institutionen wie die Stadt Innsbruck, leistbares Wohnen für die BürgerInnen zu ermöglichen.

Bereits im Arbeitsübereinkommen bekannte sich die Koalitionsregierung zum Wohnen als Grundbedürfnis der InnsbruckerInnen. Auch auf die Forderung nach maßgeschneiderten kommunalen Lösungen hat sich die Stadtregierung verständigt. Ziel ist es, bis 2018 im Sinne einer sozialen Wohnbauoffensive rund 2.000 neue Wohnungen zu schaffen. In diesem Zuge wurde an den Vergaberichtlinien gefeilt, die aktuellste Änderung, die mit 01. Jänner 2015 in Kraft trat, ist eine weitere Initiative, die Wohnen in Innsbrucker sozialer und leistbarer macht. 

Innsbruck als Lebensmittelpunkt attraktiv

In Innsbruck gibt es insgesamt 10.534 Wohnungsgebäude. In der Stadt und ihrem „Speckgürtel“ wurden 2014 laut dem ReMax ImmoSpiegel die meisten Immobilien-Verkäufe verbucht. Der Ballungsraum mit dem vielfältigen Freizeit-, Sport- und Kulturangebot, einer gut ausgebauten Infrastruktur und zahlreichen Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsplätzen ist besonders attraktiv. Dies schlägt sich auch auf die Mietpreise nieder. Obwohl der Wohnungsaufwand im Jahr 2013 tirolweit mit durchschnittlich 5,60 Euro je Nutzquadratmeter (Bruttobelastung mit Steuern und Nebenkosten) stabil blieb, pendelten sich die Mieten bei Neuvermietungen in Innsbruck-Stadt laut Mietpreisspiegel der Wirtschaftskammer auf dem tirolweit höchsten Niveau mit 8,50 Euro ein (ohne Betriebs- und Heizkosten). Daraus erklärt sich auch die Zahl der Vormerkungen im städtischen Referat für Wohnungsvergabe, die aktuell bei 3.400 (Stand Anfang März 2015) lag. Davon interessieren sich 2.400 für eine Mietwohnung und rund 800 für eine Eigentumswohnung. Aktuell leben 35.000 InnsbruckerInnen in einer städtischen Wohnung. 

Wohnraum der Zukunft

Anlässlich der Präsentation des Tiroler Wohnhandbuches sprach der Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol (NHT), Dr. Klaus Lugger, davon, dass es in Sachen Wohnbau in Innsbruck keinen Grund zur Depression gebe. Als stille Reserven der Stadt gelten die Areale beim Frachtenbahnhof, südlich des Mentlberg, das Campagnereiter-Areal in der Reichenau sowie die Verdichtungen in Pradl und im Pradler Saggen. Aktuell ist am Innsbrucker Wohnungsmarkt Einiges in Bewegung. Sowohl bei frei finanzierten Projekten als auch am gemeinnützigen und geförderten Wohnungsmarkt.

72 Wohnungen wurden 2014 in der Premstraße fertiggestellt.
72 Wohnungen wurden 2014 in der Premstraße fertiggestellt.

2014 wurde von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) der Sillblock mit 122 Zwei bis Vier-Zimmerwohnungen übergeben, auch in der Premstraße wurden 72 Wohnungen der gleichen Größe fertig gestellt. Die nächste Tranche an Wohnungen gibt es im Laufe des Jahres 2016. Die Projekte in der Amraserstraße, der Liebeneggstraße, der Roseggerstraße und beim Schubertblock bringen 89 weitere Wohnungen. 2017 steht mit 110 Wohnungen in der Bienerstraße ein großes Projekt zur Übergabe bereit. Avisiert aber noch ohne Wettbewerb bzw. Fertigstellungstermin sind Projekte in der An-der-Lan-Straße (Kleinwohnungen) und beim Langblock (Hofbebauung).

 

Gemeinnütziger Wohnbau in Innsbruck

Für die kommenden Jahre haben die gemeinnützigen Bauträger NHT und Wohnungseigentum (WE) einige Projekte an der Hand.

Noch im April werden von der Neuen Heimat Tirol am Vögelebichl 26 Mietwohnungen im Zwei bis Vier-Zimmer-Segment übergeben. Bis ins Jahr 2016 werden bei der Kirche St. Paulus 70 Wohnungen errichtet. Am Areal Pradl-Ost entstehen bis 2022 in vier Abschnitten 500 Wohnungen. Weiters wird es im Pradler Saggen, wo derzeit die zweite Phase des Architektenwettbewerbs läuft, und am Zeughaus-Areal eine Wohnbebauung durch die Neue Heimat geben.

In der Nähe der Pius Kirche wird von der Wohnungseigentum (WE) ein Projekt des Innsbrucker Architekten Hanno Vogl-Fernheim verwirklicht. Insgesamt entstehen 21 Mietwohnungen mit einer Größe zwischen 50m² und 97m² Wohnfläche. Baubeginn ist im Herbst 2015, voraussichtliche Fertigstellung Frühjahr 2017.

Drei Fragen an ...

Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer

 

Leistbares Wohnen ist ein politischer Dauerbrenner. Gerade in den Tiroler Ballungsräumen wird es immer schwieriger, Zugang zu erschwinglichem Wohnraum zu schaffen und zur Verfügung zu stellen. Wie geht die Politik mit der Herausforderung um?

Maßgeschneiderte kommunale Lösungen sind vor allem beim Thema Wohnen gefragt. Ein Beitrag ist das günstige zur Verfügung stellen städtischer Grundflächen für gemeinnützige Bauträger. Auch an den Vergaberichtlinien wird regelmäßig gefeilt, um Wohnen in der Landeshauptstadt sozialer und leistbarer zu machen. Im Rahmen jüngsten Änderung wurden so zu Beispiel die Richtlinien für alle Wohnungswerberinnen und -werber zu einer gemeinsamen zusammengefasst. Darüber hinaus haben wir uns auf eine Senkung des Zugangsalters für die Vormerkung auf 18 Jahre sowie eine Neudefinition der Lebensgemeinschaft geeinigt. Nun gilt man als Lebensgemeinschaft, wenn man als Paar einen gemeinsamen Hauptwohnsitz hatte.

 

Was bedeuten intelligentes Wohnen für Sie?

Im 21. Jahrhundert ist intelligentes Wohnen nicht nur auf eine praktische Raumaufteilung zu beschränken. Die wichtigsten Schlagwörter sind intelligente Energiekonzepte und ökologische Nachhaltigkeit. Bereits im Jahr 2000 ging die neue Heimat Tirol – bei der die Stadt Innsbruck Hälfteeigentümerin ist – beispielgebend mit Wohnen am Lohbach voran und errichtete das erste Niedrigenergie-Wohnbauvorhaben in dieser Größenordnung in Tirol. Intelligentes Wohnen ist aber nicht nur auf Neubauprojekte zu beschränken. Mit Sanierungsoffensiven im Rahmen des Energieentwicklungsplans oder der Fluglärmförderung, kann auch der Bestand im Sinne der Energieeffizienz und Wohnqualität auf den neuesten Stand gebracht werden.

 

Wie sieht junges Wohnen aus Ihrer Sicht in Innsbruck aus?

Innsbruck ist eine StudentInnenstadt und deshalb ist junges Wohnen in der Tiroler Landeshauptstadt immer Thema. Allerdings ist die Forderung nach Lösungen besonders im Bezug auf das Thema Wohnen immer schwierig. Ich möchte hier lieber von Angeboten sprechen. Die bereits angesprochene Senkung des Zugangsalters für die Vormerkung für eine Stadtwohnung ist eine Maßnahme. Darüber hinaus wurde zum Beispiel vergangenen Oktober der erste gemeinsame Aktionstag von Land Tirol und Stadt Innsbruck zum Thema „Junges Wohnen“ in den RathausGalerien veranstaltet.

Markante Zahlen zum Thema Wohnen

  • 2.013 Immobilienverkäufe im Jahr 2014wurden im Bezirk Innsbruck-Stadt getätigt
  • 6,4 Mio. Euro: um diese stolze Summe wechselte Tirols teuerstes Einfamilienhaus im Jahr 2014 den Eigentümer
  • Rund 6.000 Studentinnen erhalten in Innsbruck Mietzinsbeihilfe
  • Um 2 Prozent stieg der Bestand an Wohnungen seit 1945 jährlich in Tirol
  • Über 1 Mrd. Euro macht das durch die Wohnbauförderung ausgelöste Bauvolumen in Tirol aus
  • Über 100.000 Ein- bis Zweipersonenhaushalte werden bis 2030 prognostiziert. Das bedeutet einen zusätzlichen Bedarf in diesem Segment.
  • Auf 5.000 bis 6.000 Wohnungen wird der tirolweite Neubaubedarf für die nächsten Jahre geschätzt.
  • Rund 35.000 Innsbruckerinnen leben in einer städtisch geförderten Wohnung
  • 71.384 Personen wohnen in 14.075 Gebäuden in Innsbruck (Stand 10/2014)
  • 1.512 Wohngebäude- und damit die meisten im Innsbrucker Stadtgebiet - gibt es in Hötting-West (Stand 04/2014)

2000 - Wohnen am Lohbach

Das Projekt "Wohnen am Lohbach - I" war das erste Niedrigenergie-Wohnbauvorhaben in dieser Größenordnung (289 Wohnungen) in Tirol (Neue Heimat Tirol)

2003 - Amraserseestraße

Das Projekt umfasste 87 Mietwohnungen. Besonderheit: Eine 210 Meter lange und 6,5 Meter hohe künstlerisch gestaltete Lärmschutzwand (Neue Heimat Tirol)

2006 - Schützenstraße 57

32 Eigentumswohnungen im Niedrig-Energiestandard als Geschoßwohnbau in Holzbauweise (Wohnungseigentum)

2008 - Wohnen am Tivoli

Mit dem Projekt wurde ein praktisch neuer Stadtteil geschaffen. Insgesamt wurden 475 Wohnungen übergeben (Neue Heimat Tirol, Innsbrucker Immobilien Gesellschaft, Zima).

2012 - Lodenareal, General-Eccher-Straße

Das Projekt "O3" umfasst insgesamt 723 Wohnungen (Neue Heimat Tirol, Zima)

2014 - Sillblöcke

Für 122 Familien wurde der Traum von den eigenen vier Wänden wahr (Innsbrucker Immobiliengesellschaft).