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Wegsanierung Höttinger Alm

Gegenseitiges Verständnis notwendig
Sanierung bringt forstwirtschaftliche Notwendigkeiten in Einklang mit Freizeitnutzung durch MountainbikerInnen.

Radfahren bzw. Mountainbiken erfreut sich in Innsbruck großer Beliebtheit. Vor allem die Nordkette, als beliebtes Naherholungsgebiet, wird in diesem Zusammenhang besonders stark frequentiert. In den vergangenen Tagen kam es allerdings zu Unmutsäußerungen von BürgerInnen über den aktuellen Zustand des Weges von der Arzler auf die Höttinger Alm, der vor kurzem seitens des zuständigen städtischen Amtes für Wald- und Forstwirtschaft nach modernsten Standards generalsaniert wurde.

„Es ist natürlich in unserem Interesse, den sportbegeisterten InnsbruckerInnen beste Rahmenbedingungen zu bieten, aber es gilt hier eben auch die forstwirtschaftlichen Interessen zu beachten“, bekräftigt Forst- und Sportreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann. „Die vorgenommene Sanierung entspricht ganz klar den Erfordernissen, die für die Instandhaltung der Waldgebiete notwendig ist. Gerade die nun kritisierte Bombierung des Weges ist angesichts der Niederschlagsmengen sowohl aus betrieblicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht die beste Variante.“

„Nach unmittelbarer Fertigstellung ist die Verbreiterung der Weganlage für alle NutzerInnen positiv zu sehen“, so DI Andreas Wildauer, Leiter des städtischen Amtes für Wald- und Forstwirtschaft. „Wir dürfen nicht vergessen, dass alle Ansprüche und Interessen auf der Nordkette Platz finden müssen.“
DI Wildauer erinnert daran, dass sich die Forstwege auf der Nordkette nicht im Eigentum der Stadt befinden, sondern privaten WaldbesitzerInnen gehören und vorrangig der Waldbewirtschaftung dienen. Mit der Erhaltung dieser Wege ist die Stadt Innsbruck betraut. Die Benutzung des Forstweges erfordert eine Gestattung durch die GrundeigentümerInnen und den Wegerhalter zugunsten der RadfahrerInnen.

Friedliches Miteinander
„Die Weganlagen auf den privaten Waldgrundstücken stehen durch das Einverständnis der GrundeigentümerInnen kostenlos auch den tausenden radsportbegeisterten BürgerInnen zur Verfügung“, so Wildauer weiter. „Damit auch weiterhin dieses Angebot aufrecht erhalten bleiben kann und ein friedliches Miteinander von GrundbesitzerInnen, Waldbewirtschaftern und Erholungssuchenden gewährleistet bleibt, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Situation auf der Nordkette erforderlich. Diesen Weg verfolgt das Forstamt der Stadt Innsbruck und will dabei sowohl die GrundbesitzerInnen als auch die Erholungssuchenden und RadsportlerInnen gleichermaßen mit entsprechenden Angeboten versorgen.“

Durch die Freigabe als Mountainbike-Strecke könne seitens der RadfahrerInnen natürlich auch ein entsprechender Wegzustand erwartet werden, so Wildauer weiter. Die bisher beim alten Weg gezeigte Qualität mit groben Steinen und Felsrippen habe aus Sicht der MountainbikerInnen nicht mehr dem Sicherheitsstandard entsprochen. Daraus könnten sich auch haftungsrechtliche Probleme für den Wegerhalter ergeben.
Nunmehr steht eine gleichmäßig geneigte und ebene Fahrbahnfläche zur Verfügung.

„Es war auch ganz klar unser Ziel, durch die Wegverbreiterung die Situation zu verbessern und ein friedliches Miteinander des forstwirtschaftlichen Verkehrs mit den vielen RadsportlerInnen zu erreichen“, betont Wildauer.

Wegsanierungen nach modernstem Stand
Bei intensiver Benutzung der Weganlage unterliegen Forstwege naturgemäß einem sehr starken Verschleiß der Schotterdecke. Sowohl durch intensives Befahren als auch Niederschläge wird der Schotter ausgewaschen und allmählich tritt der Unterbau der Weganlage (Felsen, Grobsteine) an die Oberfläche. Deshalb ist ein technisch einwandfreier Aufbau der Fahrbahndecke mit einer Schotter-Verschleißschicht und funktionierender Wasserableitung erforderlich.

Das bisher verwendete System mit Holzauskehren entspricht heute nicht mehr den Anforderungen des modernen Forstwegebaus. Nun werden Wege in sogenannter bombierter Ausführung, also mit einer gewölbten Fahrbahnoberfläche, ausgeführt. Das Regenwasser fließt so bei Niederschlag nicht mehr bis zur nächsten Holzrinne, sondern unmittelbar zu den seitlichen Abflüssen. Das garantiert auf Jahre hinaus einen geringeren Verschleiß bzw. Abtrag der Schotterdecke durch Niederschlag.

Gerade das letzte Wochenende mit außerordentlich starken Regenfällen hat gezeigt, dass auf allen modernisierten Weganlagen – wie eben am Weg zur Höttinger Alm – keine Schäden eingetreten sind. Bei alten Wegabschnitten sind hingegen teilweise starke Erosionen entstanden. Gleichzeitig sind die Instandhaltungskosten bei den bisherigen Wasserableitungssystemen mit Holzrinnen um ein Vielfaches höher: Vor allem nach Starkniederschlägen wie Gewittern müssen teilweise täglich Arbeitstrupps die durch Schotter verlegten Holzrinnen freilegen.

Waldbewirtschaftung im Vordergrund
„60 Prozent des Waldes in Innsbruck sind Schutzwald“, erklärt DI Andreas Wildauer. „Die Aufrechterhaltung einer nachhaltigen Waldwirtschaft und vor allem der Schutzwaldpflege erfordert entsprechende fachliche Betreuung der Wälder durch Aufforstungen, Pflege und entsprechende Verjüngungsmaßnahmen in den Altbeständen. Dazu ist der Forstweg in einem technisch stabilen Zustand zu halten, sodass diese mit schweren Geräten durchzuführende Arbeit gefahrlos durchführbar ist.“

Rücksichtsvolles Fahrverhalten notwendig
Trotz allem sind aber auch RadfahrerInnen verpflichtet, als Teil des öffentlichen Verkehrs auf der Weganlage, ein entsprechendes Fahrverhalten zu wählen und die Geschwindigkeit anzupassen. Das Fahren und Anhalten auf Gefahrensicht ist diesbezüglich obligatorisch. Es obliegt somit der Eigenverantwortung der RadfahrerInnen, ihre Geschwindigkeit dem Wegzustand des Forstweges anzupassen.
07. Juni 2013