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In den Tagen vor der Stichwahl bauen Teams der Innsbrucker Immobiliengesellschaft die Wahllokale auf.
In den Tagen vor der Stichwahl bauen Teams der Innsbrucker Immobiliengesellschaft die Wahllokale auf.

Gewissenhaftes Zählen für das Wahlergebnis

WahlleiterInnen und Teams sind am Wahltag besonders gefordert.

Sie sind meist im Hintergrund, doch ohne sie würde es keine Wahlen in Innsbruck geben: Die WahlleiterInnen, ihre StellvertreterInnen und BeisitzerInnen der 153 Sprengelwahlbehörden. Besonderes Augenmerk fällt auf die rund 760 MitarbeiterInnen in den Sprengeln, wenn am Abend des Wahltages alle gespannt auf das Ergebnis warten. Denn ab dem Zusperren der Wahllokale um 17:00 Uhr sind die Verantwortlichen noch einmal besonders gefordert. „Bei der vergangenen Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl am 22. April waren mit zwölf Listen, den neun BürgermeisterkandidatInnen und mehr als 104.200 Wahlberechtigten besonders große Summen zu bewältigen. Diesmal hatten wir durch EU-Bürgerinnen und -Bürger knapp 20.000 mehr Wahlberechtigte als bei früheren Wahlen. Da darf das Zählen auch einmal länger dauern“, fasst Amtsleiterin Mag. Edith Margreiter (Allgemeine Bezirks-und Gemeindeverwaltung) zusammen. Insgesamt mussten 52.517 Stimmzettel – davon 7.258 Wahlkarten – geprüft, sortiert und gezählt werden. 51.199 Stimmen waren gültig. Innerhalb von drei Stunden lagen die Ergebnisse der Gemeinderats- sowie der BürgermeisterIn-Wahl vor.

Auch am kommenden Sonntag, 06. Mai, sind die Teams an den 43 Standorten in der Landeshauptstadt wieder im Einsatz. Keiner der neun BürgermeisterkandidatInnen konnte am 22. April mehr als die Hälfte der Stimmen erreichen, daher kommen die beiden Stimmenstärksten in eine Stichwahl.

Ordnungsgemäßer Ablauf

Der Wahltag beginnt für die/den WahlleiterIn eines Sprengels gegen 07:30 Uhr, wenn sie bzw. er das Wahllokal einrichtet und alles auf seine Vollständigkeit überprüft. Die WahlleiterInnen kontrollieren das WählerInnen- sowie Abstimmungsverzeichnis, danach teilen sie den jeweiligen StellvertreterInnen und BeisitzerInnen die Arbeit zu. Bevor sich die Türen der Wahllokale um 08:00 Uhr öffnen, werden die eingeteilten Wahlbehördenmitglieder noch angelobt. „Während der Öffnungszeiten sorgen die SprengelwahlleiterInnen für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl und stehen den Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpersonen zur Verfügung. Wichtig ist uns immer zu betonen, dass ein amtlicher Lichtbildausweis zur Stimmabgabe nötig ist – oftmals kommt es nämlich zu Problemen, weil sich die Wählerinnen und Wähler nicht ausweisen wollen“, erklärt Margreiter.

Zählen, zählen, zählen

Kaum sind die Türen der Wahllokale für die Bürgerinnen und Bürger verschlossen, können die Wahlkommissionen mit der Ermittlung des Wahlergebnisses beginnen. In einem ersten Schritt werden die vor Ort abgegeben Wahlkarten dokumentiert und auf ihre Gültigkeit überprüft. Jede Wahlkarte muss persönlich unterschrieben sein und der Verschluss fest haften. Alle gültigen Wahlkarten werden geöffnet und die blauen Kuverts kommen in die noch versiegelte Urne. „Dann wird diese erstmal gut geschüttelt, bevor sie geöffnet wird“, erläutert die oberste Wahlaufseherin. Erst nachdem all diese Schritte gesetzt sind, geht es ans eigentliche Zählen: Alle Kuverts werden einmal abgezählt und die Summe mit dem Abstimmungsverzeichnis verglichen. Die Stimmzettel dürfen erst jetzt aus den Kuverts genommen und sortiert werden. Bei der kommenden Wahl wird es nur eine Farbe, also einen Stimmzettel, geben. Auch diese Stapel werden gezählt, bevor jeweils gültige und ungültige Stimmzettel sortiert vor der Wahlbehörde liegen.

Sofortmeldung per Telefon

Bei Nationalrats-, Landtags- und Gemeinderatswahlen müssen die gültigen Stapel auch noch unterschieden werden in solche mit und ohne Vorzugsstimmen. „Wir ermitteln noch einmal die Summe der Stimmzettel nach Parteien und danach innerhalb der Parteien nach Vorzugsstimmen. Sobald erstere feststeht, geben die Wahlleiterinnen und Wahlleiter eine telefonische Sofortmeldung mit dem Ergebnis durch“, beschreibt Margreiter den komplexen Ablauf. Der Anruf landet im Rathaus bei der Vermittlung, die jeden zur Hauptwahlbehörde weiterleitet. Alle Zahlen werden in eine Liste eingetragen, „so bewahren wir den Überblick und können auf Anhieb feststellen, wie viele Sprengel noch fehlen“. Sobald alle Meldungen vorliegen, tagt die Wahlbehörde und beschließt das Gesamtergebnis. „Nun kann es der Öffentlichkeit präsentiert werden. In unserem Fall verkünden wir es im Plenarsaal den Kandidatinnen und Kandidaten, ihren Begleitungen sowie den Medien. Zudem wird es zeitgleich im Internet veröffentlicht.

Vorzugsstimmen ermitteln

Für die Wahlteams in den Sprengeln ist damit die Arbeit noch nicht zu Ende: Nach der Sofortmeldung werden die Vorzugsstimmen ausgezählt. Die WahlleiterInnen müssen am selben Abend alle Unterlagen zur Sortierung und Überprüfung ins Rathaus bringen. Dann haben die Sprengelwahlbehörden den langen Wahltag erfolgreich überstanden. Die Ergebnisse der Vorzugsstimmen werden am Tag nach der Wahl veröffentlicht.

Genauigkeit als Gebot der Stunde

Bei der Ermittlung des Wahlergebnisses am 06. Mai wird es ein wenig leichter für Margreiters Teams, wie sie selbst erklärt: „Diesmal haben wir die Auszählungsstapel ein, zwei und ungültig zu zählen. Außerdem handelt es sich um eine Wahl, nicht um zwei.“ Dennoch ist auch bei der BürgermeisterIn-Direktwahl das oberste Gebot der Stunde „Genauigkeit“. „Es stehen alle sehr unter Druck, weil natürlich auf ein Ergebnis hin gefiebert wird. Bei der Auszählung hilft die gesamte Kommission eines Sprengel zusammen“, räumt Margreiter ein. (SAKU)