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Von der Leinwand statt von der Tafel lernen

5. Innsbrucker Kino-Schultag für Politische Bildung
Schon seit fünf Jahren ist der Innsbrucker Kino-Schultag für Politische Bildung ein beliebter Fixpunkt des Schulkalenders. Heuer findet er am 24. November statt, gezeigt werden die drei Filme „Kick it like Beckham“, „Bulb Fiction“ und „Bowling for Columbine“. Kinder- und Jugendreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und die Leiterin des Amtes für Familie, Bildung und Gesellschaft, Dr. Karin Zangerl gaben am 21. November gemeinsam mit dem Marketing-Leiter des Metropol Kinos Christian Hofer und mit Mag. Thomas Pupp vom Polit-Film-Festival die Details zum Projekt bekannt.

„Es freut mich sehr, dass der Kino-Schultag alle Jahre wieder so viel Positives bezweckt. Dabei werden junge Menschen durch das Medium Film für politische Themen sensibilisiert und eine politische Diskussion in Gang gesetzt“, ist Vizebürgermeister Kaufmann überzeugt. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit auch bei den Mitarbeitern des Polit-Film-Festivals und des Metropol-Kinos für die sehr gute jahrelange Zusammenarbeit.


Schulen zeigen großes Interesse
Angemeldet zum 5. Kino-Schultag sind schon über 500 Schülerinnen und Schüler aller 4. Klassen der städtischen Neuen Mittelschulen, Hauptschulen, der Daniel-Sailer-Schule sowie SchülerInnen der Polytechnischen Schule. „Unser Programm kommt bei den Schulen sehrt gut an“, freut sich Amtsleiterin Zangerl. Sie sieht den großen Nutzen des Projektes vor allem in der schulischen Vor- und Nachbereitung. „Als Vorbereitung auf die verschiedenen Filme kommen Studentinnen und Studenten der Politikwissenschaft der Universität Innsbruck in die Klasse und geben eine Einführung in das Thema“, so Zangerl. Zusätzlich wird den Schulen noch begleitendes Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. Damit wird den Lehrpersonen eine attraktive Möglichkeit geboten, die Lerninhalte weit über den Lehrplan hinaus zu vertiefen und auf entspannte und zugleich anschauliche Weise zu vermitteln.

Junge Menschen sensibilisieren
Organisiert wird der Kino-Schultag für Politische Bildung jedes Jahr vom JUBI in Kooperation mit dem Polit-Film-Festival. Mag. Thomas Pupp weiß, dass das Medium Film besonders geeignet ist, um junge Menschen zwischen 13 und 15 Jahre anzuziehen und zu begeistern. Ihm liegt dieses Projekt am Herzen, da bei den bisherigen Schulvorführungen hauptsächlich Gymnasiums-Klassen teilgenommen haben. „Der Kino-Schultag richtet sich aber konkret an Schüler der Neuen Mittelschulen, Hauptschulen und der Polytechnischen Schule. Bei der Filmauswahl versuchen wir anspruchsvolle Filme auszusuchen, die dennoch für ein breites Publikum zugänglich und für die Zielgruppe interessant sind. Durch die schulische Vor- und Nachbereitung soll das politische Denken und Handeln nachhaltig gefördert werden und es hat sich gezeigt, dass unser Konzept aufgeht“, freut sich Pupp.

Auch Christian Hofer vom Metropol Kino unterstützt das Projekt. „Damit werden Jugendliche schon in jungen Jahren an anspruchsvolles Kino herangeführt und schrecken so auch als Erwachsene nicht vor tiefgründigen Filmen zurück.“

Kick it like Beckham
Der 2002 erschienene Film des indischen Regisseurs Gurinder Chadha setzt sich mit den Themen Integration und Kulturunterschiede auseinander. Er handelt von einem jungen Mädchen, das als Tochter einer in Großbritannien lebenden Familie mit indischen Wurzeln zwischen traditionellen Rollenerwartungen und ihrer Liebe zum Fußballsport hin- und hergerissen ist. Er zeigt, wie Sport diese kulturellen Gegensätze überwinden kann.

Bulb fiction
Der österreichische Dokumentarfilm von Christoph Mayr nimmt das Verbot von Glühlampen zum Anlass, um Macht und Machenschaften der Industrie und den Widerstand gegen die flächendeckende Einführung der Energiesparlampen zu portraitieren. Die Themen Lobbying und politische Einflussnahme werden auf spannende und kritische Weise verdeutlicht.

Bowling for Columbine
Der mit einem Oskar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnete Film von Regisseur Micheal Moore ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Waffengesetzt, das jedem Bürger ein Grundrecht auf Waffenbesitz zuerkennt, und mit der großen Paranoia und Angst, die in der amerikanischen Gesellschaft tief verankert ist. Ausgehend vom Schulmassaker von Littleton 1999, bei dem zwei Schüler der Columbine High School zwölf Mitschüler, einen Lehrer und sich selbst erschossen haben, zeigt der Film Interviews und Gespräche mit Amerikanern und Kanadiern zum Thema US Waffenhandel.
21. November 2011