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Stadtrat Gerhard Fritz und Magistratsdirektor Bernhard Holas testen das Projekt Videodolmetschen, das derzeit im Testbetrieb im Magistrat läuft.
Stadtrat Gerhard Fritz und Magistratsdirektor Bernhard Holas testen das Projekt Videodolmetschen, das derzeit im Testbetrieb im Magistrat läuft.

Videodolmetschen für ein besseres Verstehen

Stadt startet Pilotprojekt in vier Ämtern

Unterstützung bei sprachlichen Barrieren bietet das Projekt Videodolmetschen, das seit Jänner im Testbetrieb im Magistrat Innsbruck läuft. Die Übersetzungshilfe steht in insgesamt vier Ämtern, sowie zwei Referaten bei Bedarf für 14 Sprachen zur Verfügung und kann innerhalb von zwei Minuten per Videokonferenz zugeschalten werden. Angeboten wird der Service im Sozialamt, im Standesamt, im Wohnungsservice und im Gesundheitsamt.

„Ziel des Projektes ist es, Bürgerinnen und Bürger mit geringen Deutschkenntnissen rasche und professionelle Hilfestellung anzubieten und damit die Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erleichtern“, erklärt der für den Bereich Integration zuständige Stadtrat Gerhard Fritz.

Auch Magistratsdirektor Dr. Bernhard Holas, der die Einführung des Projekts maßgeblich unterstützt hat, sieht die Neuerung sehr positiv: „Dieser Service ist für beide Seiten hilfreich und beugt Missverständnissen aufgrund sprachlicher Barrieren vor. Es stellt die konsequente Fortsetzung unserer Initiative „Innsbruck spricht auf Augenhöhe“ dar, die im Magistrat seit ca. 2 Jahren im Gange ist und die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger an einfacher, unbürokratischer Kommunikation in den Mittelpunkt stellt.“

Durchgeführt wird das Projekt vom Sprachdienstleister SAVD Videodolmetschen GmbH, der über einen Dolmetscherpool von rund 500 DolmetscherInnen verfügt. Der Testbetrieb ist für sechs Monate angelegt und wird danach evaluiert.

Das Projekt Videodolmetschen läuft derzeit im Stadtmagistrat Innsbruck im Testbetrieb.
Das Projekt Videodolmetschen läuft derzeit im Stadtmagistrat Innsbruck im Testbetrieb.

14 verschiedene Sprachen

Die DolmetscherInnen erfüllen höchste Qualitätskriterien, sind technisch geschult und decken ein breites Feld an Sprachen und Fachgebieten ab. Angeboten werden die Sprachen Türkisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Russisch, Arabisch, Polnisch, Rumänisch, Bulgarisch, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch und Slowenisch. Zudem können per Videoschaltung auch DolmetscherInnen für Gebärdensprache hinzu gezogen werden. Ob der Service in Anspruch genommen wird, liegt im Ermessen der MitarbeiterInnen. Das entscheiden sie unbürokratisch im jeweiligen Bedarfsfall. Die Kosten für die Videokonferenzen von knapp 7.500 Euro übernimmt die Stadt Innsbruck.

Neben Innsbruck wird Videodolmetschen in den Städten Wien und Salzburg 2015 ebenfalls als Pilotprojekt zum Einsatz kommen. Das Konzept dazu stammt ursprünglich aus dem Gesundheitsbereich und wurde bereits in mehreren Krankenhäusern erfolgreich erprobt. „Ich freue mich, dass die Stadt Innsbruck mit diesem Pilotprojekt eine Vorreiterrolle einnimmt und einen wichtigen Beitrag zur guten Kommunikation zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Migrantinnen und Migranten leistet“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Der Anteil der AusländerInnen liegt in Innsbruck bei 21,6 Prozent (HWS), etwas mehr als 28 Prozent der InnsbruckerInnen haben einen „Migrationshintergrund“. Die größte MigrantInnen-Gruppe (HWS + NWS) sind Deutsche, gefolgt von ZuwanderInnen aus Italien und der Türkei.

Die Stadt Innsbruck schätzt diese Vielfalt, nimmt aber auch die Herausforderungen, die damit verbunden sind, ernst. Grundlage eines guten Zusammenlebens ist in jedem Fall das gegenseitige Verständnis und eine gute Kommunikation. Diese auch bei Amtswegen im Magistrat zu gewährleisten, ist Ziel des Projektes „Videodolmetschen“.

Mehr Infos zum Projekt „Videodolmetschen“:

MA III – Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration/ Integrationsstelle,

Tel.: 5360 DW 5180 oder 5182,

E-Mail: nicola.koefler@magibk.at,

www.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=wohnen/integration