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VHS-Grundbildung wird beitragsfrei

Finanzierung von Land und Bund ermöglicht wichtige Bildungsinitiative.
Nach vier Jahren Aufbauarbeit kann die Grundbildung der Volkshochschule – Lesen, Schreiben und grundlegendes Rechnen für Erwachsene – in Tirol nun ohne Selbstbehalt besucht werden. Möglich ist das durch die Finanzierung von Land und Bund, die künftig jeweils 50 Prozent der Kosten für die Grundbildung tragen werden.

„Durch diese finanzielle Unterstützung können wir zu einer entsprechenden Erleichterung beitragen“, betonte Bildungslandesrätin Dr. Beate Palfrader im Rahmen eines Pressegesprächs am 2. April: „In der Volkshochschule sehen wir einen verlässlichen Partner und ich freue mich über die engagierte Bildungsarbeit zum Wohle der BürgerInnen.“

Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Vorsitzende der Volkshochschule Tirol, begrüßte die Initiative und stellte den Nutzen für die Betroffenen in den Vordergrund. „Von ca. 700.000 TirolerInnen sind fünf Prozent, also ca. 35.000 Personen, von Lese-, Schreib-, und Rechenschwierigkeiten betroffen. Sie alle sind nicht nur am Arbeitsmarkt benachteiligt, sondern müssen auch im Privatleben große Schwierigkeiten hinnehmen“, so die Bürgermeisterin: „Zumindest die finanzielle Hürde fällt nun durch die Zusammenarbeit mit Land und Bund weg. Wir müssen aber weiter gemeinsam den Menschen Mut machen, ihre persönliche emotionelle Hemmschwelle zu überwinden um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.“

Schlüsselinitiative für die Weiterbildung
Seit 2008 haben ca. 400 Personen dieses Angebot in Anspruch genommen, etwa 90 sind derzeit gerade dabei.

„Dass sich die Grundbildung in Tirol so positiv entwickelt hat, ist einer Tiroler Besonderheit zu verdanken, nämlich dem Umstand, dass sich in unserem Bundesland enorm viele Institutionen hinter dieses Projekt gestellt haben“, erklärte der Geschäftsführer der Volkshochschule Tirol, Mag. Ronald Zecha: „Dazu gehören Bildungsinstitutionen wie der Landesschulrat oder das Stadtschulamt in Innsbruck, karitative Einrichtungen wie Caritas oder der Sozialfonds der Arbeiterkammer, Interessensvertretungen wie die Arbeiterkammer oder die Fachgruppe der Kinos in der Wirtschaftskammer Tirol, das AMS, Bildungseinrichtungen wie das Medienkolleg, die Tiroler Kinos und vor allem die Tiroler Medien sowie viele engagierte Persönlichkeiten.“

Da Grundbildung von den Unterrichtenden neben großem menschlichen Einfühlungsvermögen auch hohe Professionalität erfordert, holte die Volkshochschule Tirol einen am Grundbildungszentrum der Volkshochschule Linz entwickelten, berufsbegleitenden Lehrgang nach Innsbruck und bildete in den vergangenen fünf Jahren 83 GrundbildungstrainerInnen aus, von denen die meisten in Vorarlberg, Tirol und Salzburg tätig sind.

Gelernt wird in Kleingruppen von bis zu fünf Personen, die jederzeit – also auch während eines Semesters – starten können. Die Grundbildung kann so lange konsumiert werden wie nötig, bis die Teilnehmerin oder der Teilnehmer (wieder) lesen, schreiben und rechnen kann. Auch der grundlegende Umgang mit dem Computer oder Lernen lernen, gehören zu den vermittelten Inhalten. Willkommen sind alle erwachsenen Personen, die (wieder) sicher mit den Kulturtechniken umgehen wollen – sowohl Menschen mit deutscher Muttersprache, als auch Menschen mit Migrationshintergrund. Die Grundbildung kann an den Volkshochschulen in Lienz, Kufstein, Schwaz, Innsbruck und Imst/Ötztal besucht werden.

Das aufbauende Ziel soll sein, mittels dieser Grundbildung auch Pflichtschulabschlüsse nachholen zu können – allein tirolweit haben rund 16.000 Menschen keinen solchen Abschluss.
02. April 2012