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Verpflichtendes Kindergartenjahr:

Städtische Kindergärten setzen den Bildungsplan um.
(RMS) Seit Herbst 2010 wird österreichweit das verpflichtende Kindergartenjahr für Fünfjährige erstmals umgesetzt – gemäß Art. 15a B-VG, der zwischen Bund und Ländern festgeschrieben wurde. In Innsbruck sind heuer davon 1.024 Kinder betroffen, 662 besuchen einen städtischen Kindergarten. Kinder- und Jugendreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und Mag.a Brigitte Berchtold (Amtsleiterin Kinder- und Jugendbetreuung) stellten am 19. November im städtischen Kindergarten Olympisches Dorf die neue Regelung vor.

„Nach der Einführung des Gratis-Kindergartenjahres für Vierjährige im Herbst 2009 bedeutet diese Verpflichtung für alle Beteiligten eine neue Herausforderung“, so Vizebgm. Kaufmann. „Mir als Ressortverantwortlichen ist dieses verpflichtende Jahr besonders wichtig, denn es schafft für alle Kinder Chancengleichheit in Hinblick auf den späteren Schulbeginn – vor allem auch für Kinder mit Migrationshintergrund. Das hohe Ausbildungsniveau unserer PädagogInnen garantiert, dass die Kinder bestens auf den späteren Lebensweg vorbereitet werden“, zeigte sich Vizebgm. Kaufmann mit der neuen Regelung zufrieden.

„Einer der wesentlichen Vorteile des verpflichtenden Kindergartenjahres ist, dass die Eltern trotzdem die Wahlmöglichkeit haben: Entweder sie geben das Kind in die professionelle Obhut unserer Einrichtungen, oder sie betreuen es dem Bildungsplan entsprechend zu Hause“, erklärte Mag.a Berchtold.

An erster Stelle steht für Vizebgm. Kaufmann und Amtsleiterin Berchtold die Information – alle betreffenden Familien in Innsbruck werden von der Kinder- und Jugendwohlfahrt angeschrieben und erhalten einen Leporello, der alle wichtigen Fragen rund um das verpflichtende Kindergartenjahr beantwortet und den Eltern notwendige Informationen bietet. „Die Familien können dem Bildungsplan entsprechend die Aufgaben des Kindergartens zu Hause übernehmen“, so Mag.a Berchtold.

Momentan sind nur knapp 70 Kinder in häuslicher Obhut. Bei den Eltern stößt das verpflichtende Kindergartenjahr bisher auf ausgesprochen positive Resonanz. „Die Eltern erkennen, dass mit den Kindern sinnvoll gearbeitet wird und dass es ein wertvolles Jahr ist“, bestätigte Renate Schwarz, Leiterin des Kindergartens O-Dorf.
In der Umsetzung der Regelung gibt es bisher keine Probleme. „Wir möchten in erster Linie als Begleitorgan, nicht als Kontrollorgan aktiv werden – auch wenn natürlich die Konsequenz einer Anzeige bei Missachtung des verpflichtenden Besuchs im Raum steht“, erklärte der Kinder- und Jugendreferent.
19. November 2010