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Verdienstkreuze der Stadt Innsbruck verliehen

Judith Shomrony und Richard B. Benson ausgezeichnet.
(RMS) Das Verdienstkreuz ist eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Innsbruck und wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Tiroler Landeshauptstadt besondere Verdienste erworben haben.
Am 21. Mai zeichnete Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer im Rahmen eines Festaktes in den Ursulinensälen Judith Shomrony und Richard B. Benson mit dem Verdienstkreuz der Stadt Innsbruck aus – wie schon Abraham Gafni am 10. Mai wurden damit erstmals jüdische MitbürgerInnen mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet, die zwar nicht mehr in Innsbruck leben, deren innere Verbundenheit zur Tiroler Landeshauptstadt aber stets aufrecht blieb.

„Ich verleihe diese Auszeichnung mit tiefem Respekt für Judith Shomrony und Richard B. Benson, deren Familien die furchtbaren Ereignisse des Nationalsozialismus in Innsbruck miterlebt haben“, so Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. „Ihre Nähe zu unserer Stadt blieb aber auch in der Ferne stets aufrecht und daher ist die Verleihung des Verdienstkreuzes auch ein Zeichen der Verbundenheit der Stadt Innsbruck mit Ihnen.“

„Ein gegenseitiges Händereichen“
Der Historiker Univ.-Doz. Mag. Dr. Horst Schreiber brachte den Festgästen in seiner Rede die Geschichte der Juden in Tirol und Innsbruck nahe. Dr. Esther Fritsch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, beglückwünschte Judith Shomrony und Richard B. Benson und bedankte sich dafür, dass mit diesem Festakt „die Erinnerung an das dunkelste Kapitel in der Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde in Tirol wach gehalten bleibt, gleichzeitig die Verleihung der Verdienstkreuze aber ein gegenseitiges Händereichen symbolisiert.“
Unter den zahlreichen Ehrengästen des Festaktes, der von Mitgliedern des Tiroler Symphonieorchesters musikalisch umrahmt wurde, befanden sich neben Vizebürgermeister Franz X. Gruber und Stadträtin Mag.a Sonja Pitscheider auch zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates.

Judith Shomrony, die 1918 als Erika Schwarz in Innsbruck geboren wurde, ist die Tochter von Richard Schwarz, der Mitinhaber des ehemaligen Kaufhauses Bauer & Schwarz (das heutige Kaufhaus Tyrol) war. Nach der Arisierung des Kaufhauses 1938 flüchtete Erika Schwarz nach Paris und Manchester, bis sie schließlich nach Palästina heiratete. Heute lebt sie in der Nähe von Tel Aviv.

Richard B. Benson ist der Enkelsohn von Ing. Richard Berger, ehemaliger Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Innsbruck. Berger setzte sich trotz der sich verschärfenden politischen Lage und der Gewalt der Nationalsozialisten stark für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde ein – in der „Reichskristallnacht“ 1938 wurde er ermordet. Richard B. Benson lebt heute in London.
23. Mai 2011