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„Unsere Hausgemeinschaft“

Kinderfreundliche Hausordnung für über 6000 IIG-Wohnungen
Nach dem Beschluss des Innsbrucker Stadtsenates, in den Wohnhäusern der IIG eine kinderfreundliche Hausordnung einzuführen, präsentierten Wohnungsstadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter, Kinder- und Jugendanwältin Mag.a Elisabeth Harasser und IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler die Details der neuen kinderfreundlichen IIG-Hausordnung für über 6000 Wohnungen.
Sie trägt den Titel „Unsere Hausgemeinschaft“. Auf der bunten, von Kindern mitformulierten und kinderfreundlich gestalteten Musterhausordnung sind die wichtigsten Punkte für ein tolerantes, verständnisvolles Miteinander angeführt.

Die wichtigste Aussage der neuen Musterhausordnung ist, aufeinander Rücksicht zu nehmen, damit sich Kinder, Eltern, Erwachsene und ältere Menschen in der Wohnanlage wohlfühlen. „In den Innsbrucker Wohnungen sollen Kinder genauso wie Erwachsene und ältere Menschen gleichberechtigte WohnpartnerInnen sein. Um dieses Selbstverständnis zu stärken, haben wir nun eine kinderfreundliche Hausordnung gestaltet, die aus der Perspektive von Kindern geschrieben ist. Auf diese Weise sollen Kinder ihre Rechte und Pflichten innerhalb einer toleranten Hausgemeinschaft leichter kennen lernen. Wir treten klar dafür ein: Kinder wollen spielen und dürfen das auch, sagt die neue Hausordnung über die Rechte der Kinder", berichtet Innsbrucks Wohnungsstadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter.

Kinder müssen aber auch die Ruhezeiten einhalten: Im Hof spielen ist von 6 bis 12 und von 15 bis 20 Uhr möglich. In der Mittagsruhe, zwischen 12 und 15 Uhr, gibt es auch die Möglichkeit, in einen Park auszuweichen und dort zu spielen. Natürlich können stattdessen auch einmal ruhigere Spiele ausprobiert werden. Selbstverständlich müssen Kinder besonders auf ältere oder kranke MitbewohnerInnen Rücksicht nehmen.

Natürlich müssen die Spielgeräte in Ordnung sein und die Sandkiste darf nicht verschmutzt werden. Dazu Dr. Danler: „Zigarettenstummel am Boden sind unappetitlich und für Kleinkinder gesundheitsgefährdend. Eine Sandkiste ist kein Katzenklo. Darauf haben die Erwachsenen zu achten.“ Der IIG-Geschäftsführer ergänzt, dass „die Autos in Wohnanlagen auf die Kinder achten müssen. Umgekehrt sollen die Kinder beim Spielen auch auf die Autos schauen. Damit nichts passieren kann, gilt es auch die Türen in die Keller zu versperren. Wenn Kinder absichtlich etwas kaputt machen, sollen sie auch bei der Reparatur helfen“.

"Es freut mich sehr, dass die Stadt Innsbruck einen wichtigen Schritt setzt, um Kinderrechte aktiv umzusetzen. Mit einer kinderfreundlichen Hausordnung, in der dem Bedürfnis der Kinder nach Spiel und Erholung - wie im Artikel 31 der UN-Kinderrechtekonvention festgehalten - Rechnung getragen wird, ist ein großer Schritt Richtung Kinderfreundlichkeit getan. Jetzt gilt es noch, diese Vorschläge mit Leben zu erfüllen und in der Praxis danach zu handeln! Es wäre schön, wenn es uns gelänge, Kinder in Wohnanlagen nicht nur zu bemerken, weil sie stören und zu laut sind, sondern ihr Lachen und ihre Lebensfreude als Bereicherung für alle Bewohner und Bewohnerinnen zu sehen", erläutert die Kinder- und Jugendanwältin Frau HRin Mag.a Elisabeth Harasser.

Sowohl Pokorny-Reitter als auch Danler appellieren an die Erwachsenen, nicht gleich loszuschimpfen, wenn etwas passiert, sondern mit den Kindern zu reden und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
09. August 2011