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„U.F(?).O. – Und er fliegt doch“

Patrick Bonato zu Gast in der Galerie im Andechshof
Seit über 20 Jahren bietet die städtische Galerie im Andechshof aufstrebenden KünstlerInnen eine Plattform, um sich kostenlos und ohne inhaltliche Vorgaben einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch diesen Monat ist wieder für jede Menge kulturelle Abwechslung gesorgt: Vom 3. bis 21. Oktober ist die Ausstellung „U.F(?).O. – Und er fliegt doch“ des Tiroler Grafik-Designers Patrick Bonato in der Andechsgalerie zu sehen. Zur Vernissage am 2. September kamen neben Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider und Galerie- und Kulturamtsleiter Horst Burmann auch zahlreiche GemeinderätInnen und VertreterInnen der Stadtverwaltung, um die Werke des jungen Künstlers zu bestaunen.

„U.F(?).O. – Und er fliegt doch“
Im Frühjahr 2012 veröffentlichte Patrick Bonato seine erste Publikation mit dem Titel „Das Bunte Buch verhaltensgestörter Tiere“ (Luftschacht Verlag, Wien). Anhand von Texten und Zeichnungen, die an wissenschaftliche Illustrationen erinnern, wird darin auf humorvolle Weise den eigenwilligen Allüren und Dysfunktionen von fünf Haustieren und deren Besitzern aus tierpsychologischer Sicht nachgegangen. Mit seiner Ausstellung setzt Patrick Bonato, dessen Wahlheimat mittlerweile Luzern ist, seine Auseinandersetzung mit dem Tier fort. Ein Vogel und dessen vom Menschen entworfene Behausung, der Käfig, dienen dem Künstler als Ausgangspunkt, um sich thematisch mit in der (Um-)Welt vorherrschenden Gegensätzen und Realitätsebenen zu widmen. Mittels künstlerischer Ausdrucksmittel, die sich zwischen Installation, Malerei und Performance bewegen, wird das Natürliche dem künstlich Konstruierten und das Reale dem Fiktiven gegenübergestellt.

Patrick Bonatos Bildsprache bedient sich sowohl aus dem Repertoire der Kunstgeschichte, als auch aus dem der Wissenschaft und des Designs. Die Besonderheit im Werk Bonatos liegt in der Lebendigkeit seiner Figuren. Indem er diese häufig mit karikaturistischen Zügen versieht, erscheinen sie nicht bloß als Mittel zum Zweck des Ausdrucks seines künstlerischen Universums, sondern verkörpern vielmehr eigenständige Individuen mit Charakter. Hinzu kommt der unbefangene Umgang mit Farben, der eine gewisse Affinität des Künstlers zur Pop-Art erkennen lässt.

In der Galerie im Andechshof findet eine Zusammenführung dieser Fragmente statt: Gezeigt werden einerseits Illustrationen, die aufgrund ihrer intensiven Kolorierung übertrieben und künstlich wirken und als überspitzte Darstellung von real Vorgefundenem gelesen werden können. Andererseits verweisen Fotos auf die konstruierte Natur unserer Welt, indem „gefühlte unfreie Räume“ sichtbar gemacht werden. Zu guter letzt wird ein Vogel zum Leben erweckt und aus der Gefangenschaft seines künstlichen (Da-)Seins befreit, denn… „er fliegt doch“.

03. Oktober 2012