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Trauer um Dr. Reinhold Stecher

Anteilnahme der Stadt Innsbruck zum Ableben des Altbischofs
Altbischof Dr. Reinhold Stecher ist am 29. Jänner 2013 an den Folgen eines Herzinfarktes in der Innsbrucker Universitätsklinik verstorben. Im Namen der Stadt Innsbruck drückt Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer ihre Anteilnahme aus:

„Vor kurzem hat uns die traurige Nachricht des Todes von Altbischof Dr. Reinhold Stecher erreicht. Mit ihm verliert die Stadt Innsbruck einen hochangesehenen Innsbrucker mit Herz. Stets zeichneten ihn Bescheidenheit und Glaubhaftigkeit aus – ob in seinen tiefgehenden Gedanken, seinen berührenden Predigten oder seinen unvergesslichen Bildern. Er hinterließ Spuren in den Herzen der Menschen, die ihm begegneten. Seine Worte und Taten haben darüber hinaus das Ansehen der Stadt Innsbruck weit über die Grenzen getragen. Im Namen der Bevölkerung bedanken wir uns in großer Wertschätzung für sein Wirken als Bischof, Seelsorger und Mensch.“

Stationen im Leben von Altbischof Dr. Reinhold Stecher
Altbischof Dr. Reinhold Stecher wurde am 22. Dezember 1921 in Innsbruck geboren. Am 25. Jänner 1981 war er als Nachfolger von Bischof Paulus Rusch zum Bischof von Innsbruck geweiht worden. Durch seine authentische Vermittlung des Glaubens, sein Zugehen auf die Menschen, seinen Einsatz für die Ökumene und nicht zuletzt durch seine zahlreichen medialen Botschaften, seine Bücher und Bilder fand er rasch den Weg in die Herzen der Menschen, unabhängig von deren Glaubensbekenntnis.

1939 absolvierte Reinhold Stecher die Matura mit Auszeichnung am Humanistischen Gymnasium Angerzellgasse in Innsbruck und trat im selben Jahr in das Priesterseminar in St. Michael (Matrei a. Brenner) ein. Nach dessen Aufhebung 1940 durch die Gestapo studierte er weiter in St. Georgen am Längsee (Kärnten). In Folge einer Protest-Wallfahrt nach Maria Waldrast wurde er 1941 von der Gestapo zweieinhalb Monate inhaftiert. Im Anschluss wurde er zur Wehrmacht eingezogen, wo er als Funker zum Fronteinsatz nach Ilmensee und Nordkarelien musste. Anfang November 1945 kehrte er nach Tirol zurück.

Unmittelbar danach trat Reinhold Stecher wieder in das Priesterseminar im Canisianum ein und wurde 1947 in Schwaz zum Priester geweiht. Er studierte weiter an der Theologischen Fakultät Innsbruck und promovierte 1951 zum Doktor der Theologie.

1949 bis 1956 arbeitete der Altbischof als Präfekt am Bischöflichen Studienheim und Gymnasium Paulinum. Im Anschluss war er bis 1981 als Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck bzw. ab 1968 Professor für Religionspädagogik an der Pädagogischen Akademie des Bundes. Am 15. Dezember 1980 wurde Reinhold Stecher von Papst Johannes Paul II. zum zweiten Diözesan-Bischof von Innsbruck ernannt. Am 25. Jänner 1981 schließlich erfolgte die Bischofsweihe durch seinen Vorgänger und ersten Diözesanbischof von Innsbruck Dr. Paulus Rusch.

In der Österreichischen Bischofskonferenz nahm Stecher in der Folge die Aufgabe des Referatsbischofs für Caritas und Frauen wahr. Er vertrat die Österreichische Bischofskonferenz in der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. 1997 übergab er die Amtsgeschäfte an Alois Kothgasser. Seither lebte er im Sanatorium Hochrum.

Die ausgeprägte Liebe zur Natur, das Malen, das Schreiben und seine Passion, das Wandern, begleiteten ihn in seiner Pension. Durch die Erlöse seiner bekannten und beliebten Aquarelle und Bücher unterstützte der Innsbrucker Ehrenbürger viele Jahre Hilfsprojekte in Mali.
29. Jänner 2013