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Training für die Lachmuskeln

Durch Lachen Kommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen verbessern.
Wer kennt sie nicht, die kleinen und großen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Lehrpersonen und Eltern? Die Arbeitsgruppe Eltern-Schule der Bildungsplattform jugend.bildung.innsbruck, kurz JUBI, hat es sich zum Ziel gesetzt, diese oftmals schwierige Kommunikation zu verbessern. Dafür hat sie ein einzigartiges Kabarett der bekannten Gruppe „Schienentröster“ organisiert, das die alltäglichen „Hoppalas“ der Eltern-LehrerInnen-Kommunikation auf ehrliche, schonungslose und vor allem witzige Weise aufzeigte.

Gemeinderätin Herlinde Ladurner-Keuschnigg war in Vertretung von Kinder- und Jugendreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann am 9. November bei der Uraufführung im Festsaal der Volksschule Reichenau dabei. „Das Thema, das heute aufgegriffen wird, liegt mir sehr am Herzen. Ich erinnere mich noch gut an den einen oder anderen Eltern-Schule-Konflikt, als meine Kinder noch im Pflichtschulalter waren. Ich bin überzeugt, dass wir alle vom heutigen Kabarett etwas lernen können“, so die Gemeinderätin in ihrer Begrüßungsrede. Wie auch die restlichen ZuschauerInnen war sie von der witzigen Darbietung der beiden Komiker begeistert.

JUBI Arbeitsgruppe Eltern-Schule
Drei Väter und eine Mutter von Kindern im Pflichtschulalter, zwei LehrerInnen und zwei DirektorInnen wirkten in der Arbeitsgruppe mit und stellten eine umfassende Liste von Gesprächsanlässen zusammen, die erfahrungsgemäß in der Kommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen problematisch werden können. Unter den Punkten auf der Liste befanden sich Phänomene wie „Man hört einander nicht zu, sondern versucht nur eigene Stadtpunkte zu verteidigen“, „ein Gespräch wird erst geführt, wenn schon Feuer am Dach ist“ oder „gegenseitige Schuldzuweisungen anstatt gemeinsamer Arbeit an Problemlösungen“.

Diesen Themenkatalog hat die Arbeitsgruppe dann dem Kabarettistenduo „Schienentröster“ mit Daniel Lenz und Harald Haller unterbreitet. Die beiden Unterhaltungskünstler arbeiteten fast drei Monate an einem einzigartigen Programm, dessen Ziel es war, auf Seiten der Eltern und auf Seiten der Lehrpersonen Denkanstöße zu initiieren. Bis zum Zeitpunkt der Aufführung wusste niemand der Anwesenden, was auf sie zukam. Der Erfolg war jedoch groß. Eine Videoaufzeichnung der Vorführung wird nun allen Innsbrucker Pflichtschulen zur Verfügung stehen und kann bei Elternabenden gezeigt werden.

Weitere Maßnahme zur Verbesserung der Kommunikation
Die Arbeitsgruppe Eltern-Schule hat außerdem im Vorfeld der Veranstaltung weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Gesprächsbasis zwischen Eltern, Kinder und Schule vorgestellt. In Zusammenarbeit mit den Schülern der HTL Bau und Kunst wird ein Gesprächsleitfaden in Form eines Comics gedruckt, der dann an Eltern und Schüler verteilt wird.

Die Bildungsplattform JUBI
Die Bildungsplattform jugend.bildung.innsbruck ist eine Kooperation zwischen der Stadt Innsbruck und dem Bezirksschulrat. 1999 wurde das Projekt von Altbürgermeister DDr. Herwig von Staa und dem ehemaligen Bildungsstadtrat Dr. Lothar Müller initiiert. Ziel war, eine nachhaltige Entwicklung der Volks- und Hauptschulen einzuleiten und die Arbeitsbedingungen für SchülerInnen und LehrerInnen laufend zu verbessern. Damit geht die Stadt weit über die Rolle eines reinen Schulerhalters hinaus und unterstützt die Innsbrucker Pflichtschulen tatkräftig in der Qualitätssicherung und -steigerung. Im Rahmen von JUBI wurden viele Projekte, so auch das pädagogische Konzept zur Neuen Mittelschule, entwickelt. Getragen wird die Bildungsplattform vor allem von engagierten Lehrerinnen und Lehrern, die mit Einsatz und Kreativität Ideen entwickeln und diese dann in den Schulalltag umsetzen.

Gemeinderätin Ladurner-Keuschnigg erwähnte in ihren Begrüßungsworten außerdem, dass Innsbruck mit 6500 SchülerInnen in den Pflichtschulen, 21 Volkschulen, 10 Neuen Mittelschulen, zwei Sonderschulen und einer Polytechnischen Schule ein breites Bildungsangebot aufweisen könne. Das Angebot der insgesamt 22 Tagesheimschulen werde von rund 80 Prozent der SchülerInnen angenommen. Schließlich stellt auch die Studie des Vergleichrings „Familienfreundliche Stadt“ Innsbruck in den Bereichen Jugend und Bildung ein sehr gutes Zeugnis aus.
10. November 2011