Logo Innsbruck informiert

1. Festival inklusive Theater am 01. bis 03. Dezember

Theater und Tanz von und mit Menschen mit Behinderungen

Im Zentrumdieses Theaterfestivalssteht die Zusammenfassung und ein Rückblick auf das Projekt „Mach mit! Es geht um uns!“des Landes Tirol. Dieses partizipative Projekt, das unter anderem – aber bei Weitem nicht nur - der Neugestaltung eines Landes­gesetzes für Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen diente, erfolgte mit Hilfe der Methode „Forum­theater“, einer interaktiven Theaterform mit politisch-sozialem Ansatz, die den Kern des größer angelegten „Legislativen Theaterprojekts“ bildete. Der Verlauf des Projektes wird auf der Bühne gezeigt und diskutiert.

Umrahmt wir dieser Schwerpunkt von Theater- und Tanzaufführungen aus Tirol, Südtirol und Oberösterreich, die von Menschen mit Behinderungen gezeigt werden.

 

Eintritt: freiwillige Spenden für alle Programmpunkte

Anmeldung (für Gruppen unbedingt notwendig!):

Carmen Sulzenbacher (Freies Theater Innsbruck)

Tel.: +43 664 1129285, E-Mail: c.sulzenbacher@freiestheater.at oder online: www.freiestheater.at

 

Kunst der Vielfalt am 01. Dezember

15:00 Uhr: Eröffnung des Festivals

15:15 Uhr: Teatro La Ribalta / Bozen „Superabile/Barrierefrei“ (ca. 45 Min.)
http://freiestheater.at/produktion/festival-inklusive-theater-superabile-15-15uhr/ (online-Reservierung)

20:00 Uhr: Teatro La Ribalta / Bozen „Superabile/Barrierefrei“ (ca. 45 Min., anschließend gemütlicher Ausklang und Austausch) – mit                         Gebärdensprachdolmetscher/in http://freiestheater.at/produktion/festival-inklusive-theater-superabile-20uhr/ (online-Reservierung)

SUPERABILE (dt. „Barrierefrei“) ist der Versuch, Behinderung auf der Bühne zu thematisieren und zwar aus der Sicht von Menschen im Rollstuhl, die Tag für Tag mit dieser ihrer Situation zurechtkommen müssen. Ein zeichnender Regisseur wird dabei mit Hilfe von projizierten Bildern Situationen schaffen, in welche sich die Schauspieler einfügen werden, so wie in einem Comicstrip.

Vier Schauspieler, davon zwei im Rollstuhl, erzählen dabei von ihren Träumen, von ihrem täglichen Leben, den Blicken der „Anderen", dem Angewiesensein auf die ständige Begleitung, somit das Fehlen jeglicher Intimität, den Verlust der Autonomie und gleichzeitig der Privatsphäre. Durch die Leichtigkeit und Ironie der Darstellung kann man so über diese Problematiken lächeln, sich amüsieren. Gleichzeitig wird man aber auch angeregt das eigene Verhalten zu Menschen mit Behinderung zu reflektieren. Man wird durch die Erzählungen der Darsteller in Welten versetzt, wo man sich über die Realität zwar lustig machen, aber auch rühren lassen kann.

 

"MitSprache. InSzene. Gesetz!" am 02. Dezember

17:00 Uhr: Stücke des Projekts „Mach mit! Es geht um uns!“: „Der Brief“, „Warteschleife“, „Arbeit ist das halbe Leben“ und „Gott in Weiß“ (bis ca. 18:30 Uhr) http://freiestheater.at/produktion/festival-inklusive-theater-mitsprache-inszene-gesetz-stuecke-des-legislativen-theaters/  (online-Reservierung)

- Pause -

19:00 Uhr: Projektpräsentation: „Mach mit! Es geht um uns!“ und Podiumsdiskussion mit Landesrätin Christine Baur sowie geladenen Gästen: „Legislatives Theater – Was kann das? Was soll das?“ http://freiestheater.at/produktion/festival-inklusive-theater-projektpraesentation-und-podiumsdiskussion/ (online-Reservierung)

21:00 Uhr: Dernièren-Feier des Projekts

Im Zuge von „Mach mit! Es geht um uns!“ brachten sich in 30 Ver­anstal­tungen in allen Bezirken Tirols weit über 1.500 Menschen ein. In einem ersten Schritt wurden in diesem von Armin Staffler (Politikwissen­schaftler und Theaterpädagoge) geleiteten und von wikoprevent|korganisierten Prozess, die Schwierigkeiten, Probleme und Anliegen von Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen gesammelt. Mit 30 Betroffenen, von denen dann 17 als SpielerInnen mitwirkten, und der Unterstützung von Nicolas Dabelstein (Regisseur) entstanden daraus vier Szenen. Diese wurden dann unter Mitwirkung des Publikums bei interaktiven Aufführungen (Forumtheater) so be­arbeitet, dass daraus Anliegen, Forderungen und Wünsche an ein neues Gesetz, aber auch weit darüber hinaus – nämlich an die Gesellschaft – ersichtlich, spür- und erlebbar wurden.
Dieser Bogen, von den Informationsveranstaltungen über die Forum­theater­aufführungen bis zu den daraus entstandenen Anregungen für einen Gesetzestext, wird nach dem Vorbild Augusto Boals (1931-2009, brasil. Theatermacher und Politiker) als „Legislatives Theater“ bezeich­net.

„Legislatives Theater“ entspricht den Anforderungen der Behinderten­rechtskonvention der UNO, wo es in der Präambel heißt, „dass Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit haben sollen, aktiv an Entscheidungs­prozessen über politische Konzepte und über Programme mitzuwirken, einschließlich solcher, die sie unmittelbar betreffen“.

 

"Tanzen!" am 03. Dezember

18:00 Uhr: Tanzaufführung: „t-Roller“ und „Dance Ability Tirol“ 

- Pause -

19:30 Uhr: Tanzkollektiv KuK Linz: „Zeitausgleich“ (bis ca. 20:30 Uhr) http://freiestheater.at/produktion/festival-inklusive-theater-tanzkollektiv-kuk-linz-zeitausgleich/ (online-Reservierung)

Von Neugier beflügelt, wie in einem Spiel, wird der Drang nach einem Blick in Nachbars Garten geweckt. Der Hang zum Risiko einerseits und das Streben nach Sicherheit andererseits befinden sich im ständigen Wechselspiel. Vier Darstellerinnen machen Begegnungen, Verstrickungen, Ablenkungen und vieles mehr durch dieses Tanzstück erlebbar.

Über die Arbeit am Körper und dessen Bewegungsmöglichkeiten versuchen wir, in einer vertrauensvollen Atmosphäre den Menschen in Kontakt mit sich selbst zu bringen, verschüttete oder gesunde Selbstanteile sollen dabei zum Leben erweckt werden. Über die Erweiterung des Bewegungsrepertoires, über die Körper- und Bewegungswahrnehmung sowie über die Bewegungsbeziehung werden eigene Grenzen und Möglichkeiten erfahrbar gemacht.
In einem spielerischen sowie lustvollen Rahmen werden neue Strategien für eine Alltagsbewältigung entdeckt und erprobt. Die Bewegungs­analyse kann sowohl einen Beitrag zur Wiedererlangung psychischer Gesundheit leisten als auch der Erhaltung und Pflege einer intakten Lebensqualität dienen.

20:30 Uhr: Festival-Ausklang