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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (2.v.l.), Forstamtsleiter Andreas Wildauer, Projektleiter Albuin Neuner, Walter Steidl und Simon Lochmann (BBT SE; v.l.) wanderten bei der Eröffnung durch den Waldmoorkomplex Tantegert.
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (2.v.l.), Forstamtsleiter Andreas Wildauer, Projektleiter Albuin Neuner, Walter Steidl und Simon Lochmann (BBT SE; v.l.) wanderten bei der Eröffnung durch den Waldmoorkomplex Tantegert.

Ein altes Moor erwacht zu neuem Leben

Renaturierung Waldmoorkomplex Tantegert

Der Waldmoorkomplex Tantegert ist ein etwa 1,5 Hektar großes Moorgebiet am Paschberg in Amras. Aufgrund der Nutzung der letzten Jahrzehnte zeigte das Moor deutliche Anzeichen einer Denaturierung, d.h. der wertvolle Naturbestand ging deutlich zurück und war teilweise von Büschen, Schilf und Neophyten überwachsen. Um diesen Biotopkomplex und zugleich  Naherholungsraum wieder zu beleben, wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Diese wurden vom städtischen Forstamt in Zusammenarbeit mit der Brenner Basistunnel Gesellschaft BBT SE durchgeführt.

„Für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker steht das wertvolle Naherholungsgebiet Tantegert mit seinen umliegenden Spazierwegen und Spielplätzen wieder in vollem Umfang zur Verfügung“, erläutert Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. „Wichtig bei der Umsetzung war der Mehrwert für die Freizeitaktiven und dass dieses alte Moor wieder zu neuem Leben erweckt wird.“

Rundwanderweg um ein Moor mit Aussicht

Der Waldmoorkomplex Tantegert ist für die InnsbruckerInnen durch die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und aufgrund des gut ausgebauten Wegenetzes ein attraktives Naherholungsgebiet.

Der ressortzuständige Stadtrat Franz X. Gruber ist begeistert vom Ergebnis: „Die Schaffung eines Rundwanderweges auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine echte Bereicherung für Erholungssuchende. Ein Steg führt über das Moor, damit die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt und die Entwicklung des Moores aus der Nähe beobachtet werden kann.“

Neben der Revitalisierung des Moores und der Installation des Rundwanderweges wurden als Besonderheit 21 verschiedene Bäume im Sinne des „keltischen Baumkreises“ gepflanzt.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Die Revitalisierung des Waldmoors Tantegert zeugt von einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Stadt Innsbruck und der BBT SE. Im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau des Tunnels wurden über 250 verschiedene Ausgleichsmaßnahmen festgelegt, welche im Zusammenhang mit dem Bau stehen und möglichst entlang der Strecke gesetzt werden.

Neben der Renaturierung des Moors Tantegert wurde von der BBT SE gemeinsam mit der Stadt Innsbruck der monotone Nadelwald am Paschberg/ Lanser Kopf durch Laubholzaufforstungen aufgewertet.

Die BBT SE arbeitet auch in anderen Bereichen mit der Stadt Innsbruck intensiv zusammen und setzt gemeinsam Projekte um. „Die 2015 eröffnete Bartlmä-Brücke wird nach Beendigung der Bauarbeiten zum Brenner Basistunnel zur Erschließung des Frachtenbahnhofs an die Stadt Innsbruck übergeben“, berichtet Prof. Konrad Bergmeister, Vorstand der BBT SE. Um den Brenner Basistunnel an den Hauptbahnhof Innsbruck anzuschließen, ist es notwendig in der Sillschlucht Brücken, Stützwände und Tunnel zu errichten. Im Rahmen von gemeinsamen Workshops mit dem Innsbrucker Gestaltungsbeirat und einer Fachgruppe, bestehend aus erfahrenen Architekten, Bauwerksplanern und Landschaftsarchitekten, wurde ein Konzept verabschiedet, das den wild-natürlichen Charakter der Sillschlucht für die Erholungssuchenden erhält.

Pflegekonzept für Tantegert

Das Moor kann jetzt nach Beendigung der Bauarbeiten seiner natürlichen Entwicklung überlassen werden. „Durch die Schaffung von Teichen und der positiven Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel wird dem Waldmoorkomplex Tantegert die nötige Voraussetzung geschaffen, sich zu renaturieren“, erklärt Forstamtsleiter DI Andreas Wildauer. „Das Moor wird prinzipiell sich selbst überlassen, lediglich in der Pflege werden wir in den nächsten Jahren Maßnahmen setzen.“

In diesem Waldbereich herrscht ein akuter Neophytenbefall, vor allem durch das Springkraut, das ohne aktive und regelmäßige Bekämpfung die natürlichen Pflanzen des Moores bedroht. Durch die Ausarbeitung eines Neophytenmanagements, einem Pflegekonzept sowie einer Gehölzentnahme in Teilbereichen des Areals kann die natürliche Stabilisierung des Moores gewährleistet werden.

Märchenhafte Eröffnung

Am 25. und 26. Juni feiert die Stadt Innsbruck gemeinsam mit der Brenner Basistunnel BBT SE die Eröffnung des neu revitalisierten Moores mit Baumhoroskop und Rundwanderweg in Tantegert. Aus diesem Anlass wurde das Tiroler Sagen- und Märchenfestival beauftragt, ein neues Drehbuch mit Wald- & Moormärchen zu verfassen. Diese Geschichten werden erstmals als zauberhaft inszenierte Wanderung für Kinder und Erwachsene inmitten des Waldes rund um Tantegert aufgeführt.

Die Aufführungen finden über sechs Stationen statt, die von 11:00 bis 17:00 Uhr jeweils viertelstündlich beginnen.

Bei Schlechtwetter (strömendem Regen) finden keine Aufführungen statt. Aktuelle Informationen finden Sie auf www.maerchenfestival.at.

Es wird empfohlen, die Märchenwanderung zu reservieren mit Angabe der Personenzahl, Aufführungstag und gewünschter Uhrzeit unter: Tiroler Sagen- und Märchenfestival, Dr.-Karl-Stainer-Str. 4, 6112 Wattens, Tel.: +43 5224 57431, E-Mail: office@maerchenfestival.at. (VL)

Weitere Informationen und Kontakt:

Amt für Land- und Forstwirtschaft

Trientlgasse 13
Tel.: +43 512 5360 7181
E-Mail:
post.land.forstwirtschaft@innsbruck.gv.at

Brenner Basistunnel BBT SE
Mag. Simon Lochmann
Tel. +43 512 4030 570

E-Mail simon.lochmann@bbt-se.com