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Süße Träume im September

Birgit Pleschberger stellt in der Galerie im Andechshof aus
Die Andechsgalerie zeigt im September unter dem Titel „sweet dreams“ neueste Werke von Birgit Pleschberger. Am 4. September wurde die Ausstellung feierlich von Mag.a Natalie Pedevilla (Referentin Kultur-Konzepte und Veranstaltungen) eröffnet. Im Anschluss stimmte Verena Weissenbach die GaleriebesucherInnen auf die Ausstellung ein.

Birgit Pleschbergers Arbeiten sind vom Medium her sehr unterschiedlich und ziehen sich über Fotografie, Video und Grafik bis hin zu Objekt und Installation, wenn auch seit Jahren ihr Schwerpunkt in der Zeichnung zu finden ist. Tief- und Abgründigkeiten wie auch Humor sind Merkmale ihrer Arbeiten, nicht selten laufen diese auch parallel.

„sweet dreams“
In ihrer ersten Ausstellung in Tirol zeigt die junge Künstlerin Arbeiten aus dem fotografischen Werkzyklus „Sugarbabes“. Der Titel erschließt dem Betrachter der Fotos das, was er vielleicht schon erahnt hat beziehungsweise klärt ein kleines Rätsel auf. Die Porträtaufnahmen zeigen aus direkt frontaler Perspektive die wie von Schnee bedeckten Gesichter von Männern und Frauen. Falten, Haut, Farbe und Mimik werden zum größten Teil neutralisiert, prägnante äußere Charakteristika der Gesichter camoufliert. Fast friedvoll wirken diese Menschen – tonlos, würde man einem Bild eine Geräuschkulisse zuordnen. Kälte könnte ein Empfinden sein, das die Bilder ausstrahlen, wäre da nicht der Titel „sugarbabes“, der darüber aufklärt, dass die samtige, weiße Decke nicht aus Schnee, sondern aus Zucker besteht. Das wirft die Frage auf, warum jede der Personen eine Schutzbrille trägt – welche Süße es denn sein könnte, zu deren Schutz sie beiträgt... Und könnte diese Schicht aus weißem Puder, welche Individualität und Alter aufzuheben scheint, trotzdem den Blick auf etwas lenken, das sich hinter den verdeckten Gesichtern befindet? Im weiters gezeigten Video wird der Prozess spürbar, der passiert, wenn der Zucker sanft auf die Haut fällt und langsam alle Farbe und einzelne Spuren verschwinden lässt.

Die Künstlerin
Birgit Pleschberger wurde 1978 in Kärnten geboren, studierte an der Universität Mozarteum in Salzburg Kunst und Kunsterziehung in der Klasse der Bildhauerei bei Ruedi Arnold. Nach Beenden des Studiums war sie einige Jahre in Salzburg tätig und lebt und arbeitet nun in Innsbruck. Das künstlerische Schaffen von Birgit Pleschberger wurde bereits durch Atelieraufenthalte in Kroatien, Budapest, Paris und Berlin gewürdigt, sowie durch etliche Preise ausgezeichnet, darunter z. B. die Nominierung zum Strabag Art Award 2007, der Kunstpreis des Landes Salzburg 2009 und der Volksbankkunstpreis des Landes Kärnten 2013. Mehr Infos unter www.birgitpleschberger.com.

05. September 2013