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Die Personenstandsverzeichnung in Österreich erfährt die grundlegendste Reform seit 75 Jahren.
Die Personenstandsverzeichnung in Österreich erfährt die grundlegendste Reform seit 75 Jahren.

Papierarchiv hat im Standesamt ausgedient

Österreichweite Umstellung geht vermutlich mit längeren Wartezeiten einher, der Stadtmagistrat bittet um Verständnis.

Mit der Einführung eines Zentralen Personenstandsregisters (ZPR) erfährt die Personenstandsverzeichnung in Österreich die grundlegendste Reform seit 75 Jahren. Am 01. November ist es soweit und das Zentrale Personenstandsregister/Zentrale Staatsbürgerschaftsregister (ZPR/ZSR) wird den Echtbetrieb aufnehmen. Trotz intensiver Vorarbeiten ist aufgrund der neuen Software und der geänderten Arbeitsabläufe im Echtbetrieb des Registers auch mit maßgeblichen Auswirkungen für die BürgerInnen zu rechnen.

Wie Erfahrungen mit anderen großen Umstellungen zeigen, wird es in der Anfangsphase mitunter noch Herausforderungen geben, die bewältigt werden müssen. Daher ist ab Montag, 03. November, bei der Bearbeitung von Personenstandsfällen mit längeren Wartezeiten im Standesamt zu rechnen. Das Standesamt bittet zudem darum, bei geplanten Hochzeiten und der Anforderung von Urkunden oder Staatsbürgerschaftsnachweisen insbesondere in der Einführungsphase des neuen Systems eine längere Vorlaufzeit einzuberechnen. In vielen Fällen muss nämlich auf eine Datenfreigabe durch andere Standesämter und Staatsbürgerschaftsevidenzstellen in Österreich gewartet werden.

 

Was verändert sich?

Bis 31. Oktober 2014 werden Personenstandsfälle, also alle Geburten, eingetragene Partnerschaften, Eheschließungen und Todesfälle, die sich in Innsbruck ereignen, elektronisch erfasst und in die Personenstandsbücher eingetragen, die in speziell gesicherten Archivräumen gelagert werden. Mit Aufnahme des Echtbetriebes werden die seit 1938/39 in Österreich geführten Personenstandsbücher nicht mehr weitergeführt. Das Bundesministerium für Inneres stellt mit dem ZPR/ZSR die technischen Voraussetzungen über ein Internetportal für die Behörden zur Verfügung und ist sowohl für die technische Umsetzung als auch die Funktionalität der Programme verantwortlich. Alle elektronisch erfassten Daten wurden soweit technisch möglich in die neue bundesweite Applikation überspielt. Fehlende Daten müssen aber nachgetragen, eingespielte Daten müssen vor Urkundenausstellung geprüft werden.

Das Personenstandswesen wird sich dadurch grundlegend verändern. Bundesweit werden alle Personenstandsdaten, die bisher in den Gemeinden lokal geführt wurden, in einem einzigen Register zusammengefasst und durch eine zentrale Datenbank ersetzt, auf die alle Standesämter, Vertretungsbehörden im Ausland und viele Behörden im Inland Zugriff haben. Mit positiven Auswirkungen für die BürgerInnen: In Zukunft, wenn alle Daten österreichweit in entsprechender Qualität im System vorhanden und alle Personen mit all ihren Personenstandsfällen erfasst sind, werden Behördenwege schneller, seltener und aufgrund neuer örtlicher Zuständigkeiten auch kürzer. (IKM)