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Sportklettern in Innsbruck bekommt neue Heimat

Neubau der Kletterhalle am WUB-Areal fixiert
Das Sportklettern erlebt seit Jahren einen anhaltenden Boom. Das bestehende, sehr stark frequentierte Kletterzentrum am Tivoli platzt deshalb aus allen Nähten. Da sich der Standort Innsbruck als ideal herausstellte und hier 2018 die Kletter-Weltmeisterschaft stattfinden wird, entschieden sich Stadt Innsbruck und die Finanzierungspartner Land Tirol und Bund gemeinsam für einen Neubau. Dieser stellt eine Kombination zwischen Kletterzentrum und Bundesleistungszentrum dar. Das Projekt schlägt am Ende mit rund 10 Mio. Euro inklusive Valorisierung zur Fertigstellung zu Buche. Bauherr ist die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG). Die Nutzer sind der „Alpenverein Kletterzentrum Innsbruck“, das „Bundes- und Landeskletterzentrum“, der „Wettkletterverband“ sowie diverse Vereine.

Im Rahmen eines Pressegespräches am 22. September im Innsbrucker Rathaus wurde das Projekt im Detail von Innsbrucks Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeister Christoph Kaufmann, DI Georg Preyer (Projektleiter IIG) und DI Thomas Schnizer (Architekt) präsentiert. Zum sportlichen Mehrwert des Neubaus der WUB Kletterhalle gaben Romuald Niescher (Sportamt Stadt Innsbruck), Mag. Reinhard Eberl (Vorstand der Abteilung Sport Land Tirol), Mag. Reinhold Scherer (Geschäftsführer Kletterhalle Tivoli) und Mag. Heiko Wilhelm (Sportdirektor des Österreichischen Wettkletterverbandes, ÖWK) ihre Statements ab.

„In der Jurysitzung am 11. und 12. August 2014 wurden unter dem Vorsitz von Architekt DI Mesnaritsch 52 Lösungsansätzen von der Jury beurteilt. Der Innsbrucker Architekt DI Thomas Schnizer ging einstimmig als Sieger hervor“, zeigt sich Innsbrucks Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer über ein weiteres architektonisches „Zuckerl“ im Stadtbild erfreut.

Auch Landessportreferent LHStv Josef Geisler zeigt sich erfreut und betont: „Sportklettern erlebt in Tirol seit Jahren einen anhaltenden Boom und hat daraus bereits weltweit erfolgreiche und gefragte Sportlerinnen und Sportler hervorgebracht. Auch im Tourismusbereich hat sich Sportklettern zu einer fixen Größe im Freizeitsport entwickelt. Deshalb sind für das Land Tirol das Engagement und die finanzielle Beteiligung zur Errichtung eines neuen Kletterzentrums logische Schritte. Damit stellen wir unserer Sportkletterelite und auch dem Breitensport eine optimale Trainingsstätte in der Landeshauptstadt zur Verfügung. Die beste Vorbereitung auf die Kletter-Weltmeisterschaft 2018 in Innsbruck.“

„Innsbruck und seine Sportinfrastruktur erhält mit dem WUB-Kletterzentrum ein top aktuelles Sportinfrastrukturprojekt, das nun mit den Finanzierungspartnern Land Tirol und Bund umgesetzt werden kann“, erklärt der für Sport zuständige Vizebürgermeister Christoph Kaufmann. Innsbrucks Sportamtsleiter Romuald Niescher sagt: „Endlich – mit der neuen WUB-Kletterhalle werden den Klettersportlerinnen und -sportler optimale Rahmenbedingungen geboten und es entsteht gemeinsam mit der Skatehalle und der Leichtathletikhalle ein TOP-Sport-Hotspot. Die Kletter-WM 2018 kann kommen.“

„Da nunmehr das Wettbewerbsergebnis vorliegt und durch eine rasche Projekt- und Bauabwicklung können bei zügigem Ablauf dieses Projektes die Klettervorbewerbe rechtzeitig im Jahr 2017 als Voraussetzung für die Kletter-WM 2018 in Innsbruck durchgeführt werden“, sieht der Projektleiter der IIG, DI Georg Preyer, alles voll auf Schiene.

„Das neue WUB–Kletterzentrum liegt im Geviert zwischen Viaduktbögen und Sill, einem noch zu entdeckenden urbanem Areal mit hohem Aufenthaltswert. Diese urbane Dimension, die Vorstellung von lebendiger Stadt, macht diese Aufgabenstellung so besonders“, beschreibt DI Thomas Schnizer, die architektonische Herausforderung.

„Mit der Investition in die WUB-Kletterhalle entsteht ein Projekt das für den Sport in Tirol insgesamt ein Meilenstein ist. Es profitieren der heimische Spitzensport, präsentiert durch das Landesleistungszentrum und dem zukünftigen Bundesleistungszentrum, der Nachwuchssport in Verbindung mit dem Schulsport sowie die sportbegeisterte Tiroler Bevölkerung, die das Sportklettern vor allem in den letzten zehn Jahren verstärkt in der Freizeit ausübt“, so Mag. Reinhard Eberl von der Abteilung Sport des Landes Tirol zum Neubau.

„Nach acht Jahren intensiver Bemühungen freue ich mich nun auf das neue ‘Kletter- und Boulderzentrum Innsbruck‘. Es handelt sich um eine Anlage, die allen internationalen Ansprüchen gerecht werden wird und sicher zu den Größeren in Europa zu zählen ist. Als erste Anlage weltweit werden hier sowohl eine eigenständige Kletterhalle und eine eigenständige Boulderhalle für den Breitensport als auch ein Bundesleistungszentrum (BLZ) für den Spitzensport miteinander vereint“, betont der Geschäftsführer der Kletterhalle Tivoli, Mag. Reinhold Scherer. Für ihn entspricht die langersehnte Kletteranlage, sowohl dem alpin urbanen Image der Stadt Innsbruck und den Bedürfnissen der heimischen Kletterer, als auch dem anhaltenden Trend im Klettersport entspricht.

„Die neue WUB-Kletterhalle bietet ideale Rahmenbedingungen für den Breiten- und den Spitzensport. Das damit verbundenen Leistungszentrum des Österreichischen Wettkletterverbandes erfüllt alle Anforderungen einer hochmodernen Trainings- und Wettkampfstätte und ist somit ein wichtiges Mosaik, damit Österreich weiterhin eine der führenden Kletternationen bleibt“, so der Sportdirektor des Österreichischen Wettkletterverbandes (ÖWK), Mag. Heiko Wilhelm.

Das Projekt im Detail
Das neue WUB–Kletterzentrum liegt im Geviert zwischen Viaduktbögen und Sill (Matthias-Schmid-Straße 12) und wird als räumlich offenes Baukörperensemble, mit einem arenaartigen Außenraum und offenen Veranstaltungsort zwischen den einzelnen Bauteilen konzipiert.

Geplant ist eine barrierefreie Gesamtanlage mit dem Neubau einer Seilkletterhalle, einer Boulderhalle in der bestehenden WUB-Halle sowie einer frei stehenden turmartigen Kletteranlage für das Seilklettern im Freien. Das Ensemble ist von innen und außen erlebbar und schafft eine lebendige Beziehungen zwischen den Bereichen sowie Richtung Sillufer.

Zentraler Bestandteil der neuen Anlage ist die neue Seilkletterhalle. In dieser sind die wesentlichen Funktionen des Zentrums und die großen wettkampftauglichen Indoor Kletterwände untergebracht. An der Südseite sind der zentrale Cafe- und Empfangsbereich angeordnet, darüber galerieartig die Kletterbereiche für Schulungen und AnfängerInnen. Der Hauptzugang erfolgt über das Sillufer und führt von dort entlang der freistehenden Kletteranlage zum Haupteingang im Neubau.

In der bestehenden WUB-Halle werden auf zwei Ebenen alle Indooranlagen zum Bouldern untergebracht. An der westseitigen Stirnwand der bestehenden Halle werden die Outdoor Boulderanlagen angebaut. An den turmartigen freistehenden Kletteranlagen sind die gewünschten Outdoor Seilkletterflächen angeordnet. Die Orientierung der Publikumswände Richtung Sill erzeugt lebendige Beziehungen Richtung Sillufer. Im Zuge des Neubaus werden am bestehenden Areal Sanierungen vorgenommen.

Nachhaltigkeit und energetische Aspekte
Der Neubau wird hochwertig wärmegedämmt und mit einer mechanischen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die bestehenden Hallen werden thermisch saniert und ebenfalls mit einer mechanischen Lüftung ausgestattet. Angestrebt wird das Erreichen der Klimakategorie A.
22. September 2014