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Spatenstich am Ökostrom-Kraftwerk Mühlen der IKB

Am 2. März 2011 wurde der Spatenstich beim Baugelände am ehemaligen Linz-Textil-Areal gefeiert.
Die IKB konnte in der Niederwasserperiode 2010 mit der Errichtung des Ökostrom-Kraftwerkes Mühlen bei Matrei am Brenner beginnen. IKB-Vorstandsvorsitzender DI Harald Schneider begrüßte die Innsbrucker Bürgermeisterin Maga Oppitz-Plörer, Landeshauptmann-Stellvertreter Ökonomie-Rat Anton Steixner und den Obmann des Planungsverbandes Wipptal, Mühlbachls Bürgermeister Alfons Rastner. DI Schneider: „Die IKB investiert ca. 15,4 Millionen Euro zur Erzeugung von umweltfreundlicher Energie für die Region. Wir bauen Wasserkraftwerke für heute und auch für zukünftige Generationen.“

Wasserkraft ist Klimaschutz
Durch das Ökostrom-Kraftwerk Mühlen werden pro Jahr 7.000 Tonnen CO2 eingespart. Tirols Energiereferent LH-Stv. Anton Steixner: „Angesichts drängender Probleme – wie weltweite Klimaänderung und drohende Energieversorgungsengpässe – ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Heimische Wasserkraft trägt zur Erreichung nationaler wie internationaler Klimaschutz-Ziele bei und verringert die Abhängigkeit von Strom-Importen. Daher freue ich mich sehr, den Baustart eines Tiroler Wasserkraftwerkes feiern zu können.“

Wasserkraft sichert die regionale Versorgung
Das Ökostrom-Kraftwerk Mühlen deckt den regionalen Strombedarf von rund 3.300 Haushalten. Die Wertschöpfung bleibt in Tirol. Planungsverband-Obmann Alfons Rastner sieht den Baustart positiv: „Das Ökostrom-Kraftwerk Mühlen kommt der gesamten Bevölkerung zugute. Anstelle von Industrie-Ruinen wird es viel Grün an der Sill geben, mit einem Rad- und Wanderweg entlang der Sill.“

Aufbruch in eine ökologische Zukunft
Dass Ökostrom aus heimischer Wasserkraft nicht nur Haushalte und Industrie mit erneuerbarer Energie versorgt, wurde mit der neuen Elektro-Auto-Flotte der IKB-Tochter ElectroDrive Tirol anschaulich präsentiert. Dazu Innsbrucks Bürgermeisterin Maga Oppitz-Plörer: „Die Lebensqualität in unserer Landeshauptstadt Innsbruck und in unseren Nachbargemeinden ist mir ein großes Anliegen. Dazu gehört für mich eine leistbare und sichere Energieversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger genauso wie eine gesunde Umwelt. Der Einsatz sauberer Elektro-Fahrzeuge trägt zur Verringerung der Feinstaub- und Lärm-Belastung bei. Strom aus eigener Wasserkraft macht dies möglich. Als Bürgermeisterin von Innsbruck bedanke ich mich bei Planungsverbandsobmann Alfons Rastner und meinen Kollegen Hubert Pixner aus Navis, Argen Woertz aus Pfons und Paul Hauser aus Matrei für die seit Jahren gute und für beide Seiten fruchtbare Zusammenarbeit.“

Stand der Arbeiten
Geplant ist, die Bauarbeiten der gesamten Anlage in zwei Niederwasserperioden (jeweils Herbst bis Frühling) durchzuführen. Im Herbst 2010 wurden die ehemaligen Kraftwerke Lechner 1 und 2 beseitigt. Anfang Dezember 2010 wurde die Baustelle eingerichtet und die Baustraße errichtet. Im Jänner 2011 startete die IKB zeitgleich mit dem Bau des Krafthauses, der Wehranlage sowie Teilen der Druckrohrleitung.

Die Arbeiten schreiten zügig voran. Fallweise wird sogar am Wochenende gearbeitet, um die geringe Wasserführung während des Winters bestmöglich zu nutzen. Als Vorbereitung für die Errichtung der Wehranlage wird die Sill über das rechte Ufer umgeleitet, so dass im ursprünglichen Flussbett gebaut werden kann. Beim Krafthaus ist die Sicherung der Baugrube abgeschlossen. Nun wird mit den Betonierarbeiten der Fundamentplatte begonnen. Bei der Rohrverlegung wird mit zwei Partien gearbeitet.

Gedenktafel an Gefallene aus „Bayrischem Rummel“
Im Zuge der Grabungen wurden im Feber 2011 in der Nähe des Krafthauses menschliche Knochen gefunden. Die Toten sind vermutlich Soldaten, die bei der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Bayern und Tirol Anfang des 18. Jahrhunderts („Bayrischer Rummel“) gefallen sind. Im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges stellte sich Bayern auf die Seite der Franzosen. Bayrische Truppen wollten sich mit diesen in Tirol vereinen, um gemeinsam gegen Wien zu marschieren. Dies wurde durch den Aufstand verunmöglicht. Am 26. Juli 1703, dem Annatag, war Tirol wieder frei. Als Dank wurde 1706 die Annasäule in der Maria-Theresien-Straße aufgestellt. Der historische Widerstand im Wipptal zeigte europaweite Auswirkungen und ist Basis der engen Verbindung zwischen der Landeshauptstadt und dem Wipptal. „Trotz des sehr engen Terminplans nehmen wir Rücksicht darauf, dass die sterblichen Überreste würdevoll geborgen werden.“, so IKB-Projektleiter DI Bernhard Quinger. An der Fundstelle plant die IKB gemeinsam mit der Gemeinde Pfons, einen Gedenkstein anzubringen, der die Ereignisse aus dem 18. Jahrhundert in Erinnerung hält.
02. März 2011