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VertreterInnen der Stadtregierung und des Gemeinderats rund um Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (M.), Vertreter der IIG, Schuldirektor Christian Eder (2.v.r.), Vertreter des EU-Projekts „SINFONIA“ und der Architekt Hanno Vogl-Fernheim (5.v.l.) überzeugten sich selbst vom Endergebnis in der VS Pradl-Ost.
VertreterInnen der Stadtregierung und des Gemeinderats rund um Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (M.), Vertreter der IIG, Schuldirektor Christian Eder (2.v.r.), Vertreter des EU-Projekts „SINFONIA“ und der Architekt Hanno Vogl-Fernheim (5.v.l.) überzeugten sich selbst vom Endergebnis in der VS Pradl-Ost.

Innsbrucks erstes SINFONIA-Projekt ist fertiggestellt

Volksschule Pradl-Ost in ambitioniertem Tempo generalsaniert

Die Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) sanierte die Volksschule Pradl-Ost im Rahmen des energetischen EU-Stadtsanierungsprojektes SINFONIA. Die so genannte „Siegmairschule“ ist denkmalgeschützt, deshalb galt die Großinstandsetzung als eine besondere Herausforderung. Ambitioniert war vor allem der Zeitplan. In knapp drei Monaten wurde die Schule von Ende Juni bis Mitte September saniert, sodass durchgehend ein regulärer Schulbetrieb möglich war. Seit Ende Oktober 2015 sind alle Arbeiten fertig. Damit ist das erste Innsbrucker Projekt nach SINFONIA-Kriterien abgeschlossen.

„Die Siegmairschule wurde Ende der 1940er Jahre gebaut. Namhafte Tiroler Künstlerinnen und Künstler wie Namen wie Gerhild Diesner, Walter Honeder, Fritz Berger sowie Helmut und Maria Rehm verbergen sich hinter Wandmalereien mit einmaligen Märchen-, Heimat- und Naturdarstellungen. Mit der Sanierung ist das Haus nun am Stand der Technik des 21. Jahrhunderts“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer den Wert des Objektes.

„Die Schule wurde nach SINFONIA-Kriterien thermisch saniert und rundum im Sinne eines sparsamen Energieverbrauchs umgerüstet. In Workshops zu den Themen Energie, Passivhaus und Klimaschutz werden nun auch die Benützerinnen und Benützer für dieses Thema sensibilisiert. Wir versprechen uns davon eine Win-Win Situation, die auch Auswirkungen für den privaten Bereich hat“, betont Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider.

„Für die Lehrpersonen sowie die Schülerinnen und Schüler sind die Verbesserungen nach der Sanierung offensichtlich. Neben den optischen Veränderungen hat sich auch ein allgemeines Wohlbefinden eingestellt und das Gesamtklima vor allem durch die Lüftungsanlage und die Beschattungsmöglichkeiten wesentlich verbessert“, betont der für Bildung zuständige Stadtrat Ernst Pechlaner.

„Beim Projekt blieb die Kaufkraft in Tiroler Händen und ausschließlich heimische Firmen aus Innsbruck bzw. Innsbruck-Land waren an der Umsetzung beteiligt“, freut sich Geschäftsführer der IIG, Dr. Franz Danler, über den unfallfreien Ablauf der Baustelle.

Vorgeschichte zur Projektsanierung

Ausgelöst durch einen Glasbruch im Frühjahr 2014 und in Verbindung mit einem behördlichen Instandsetzungsauftrag wurde zur Sicherstellung des Schulbetriebes ein Sanierungskonzept (Sommer 2014) und in weiterer Folge eine Großinstandsetzung der Siegmairschule geplant. Durch den Entfall der geplanten Großinstandsetzung der denkmalgeschützten Neuen Mittelschule Fürstenweg nach den Kriterien des EU-Umsetzungsprogramms SINFONIA konnte die VS Pradl-Ost aufgenommen werden. Eine großangelegte Sanierung war nötig, um die erforderliche Benützungs- sowie die bau- und feuerpolizeiliche Bewilligung beizubehalten. Da die Siegmairschule unter Denkmalschutz steht, wurde das Sanierungskonzept gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt.

Säulen des Sanierungskonzeptes

  • Wärmedämmung der erdberührten Bauteile inklusive Trockenlegung des Kellergeschoßes
  • Erneuerung der Fenster inklusive der Herstellung eines Sonnenschutzes
  • Einbau einer zentralen, mechanischen Lüftungsanlage (Klassenräume und Zentralgarderobe)
  • Dämmung der obersten Geschoßdecke inklusive Erneuerung der Dacheindeckung
  • Erneuerung der Heizungsleitungen verbunden mit einem hydraulischen Abgleich
  • Erneuerung der Sanitäranlagen inklusive barrierefreier WCs
  • Umrüstung der Beleuchtung auf LED

Zusätzlich zur Großinstandsetzung der thermischen Hülle nach SINFONIA wurden untergeordnete Verbesserungen der Funktionen durchgeführt:

  • Herstellung einer Zentralgarderobe
  • Schaffung von zwei Werkräumen im eingeschoßigen Bereich des ehemaligen Sonderpädagogischen Zentrums (SPZ).

Zahlen, Daten, Fakten

Von 26. Juni bis 14. September 2015 dauerte die Teilfertigstellung. Damit konnte der Großteil der Arbeiten in den Sommerferien erledigt werden. „Dies konnte nur mit einem besonders engagierten Team geschafft werden: Zeitweise waren 120 Bauarbeiter gleichzeitig auf der Baustelle. Hohe Flexibilität und Spontanität der ausführenden Firmen sowie eine gute Zusammenarbeit mit dem Schulwart waren dafür die Voraussetzung“, betont Dr. Danler. Insgesamt lagen die Baukosten bei 2,89 Mio. Euro. Die voraussichtlichen finanziellen Mittel der europäischen Union belaufen sich auf 189.300 Euro.

Die Schule wird aktuell mit 15 Klassen geführt. Insgesamt 250 SchülerInnen und 20 Lehrpersonen beleben das Gebäude.

Zukunftsfit durch „SINFONIA“

Ein Teil des Innsbrucker Energieentwicklungsplans ist das EU-Projekt SINFONIA, an dem sich die Stadt Innsbruck als Partnerin beteiligt hat. Dieses setzt in Innsbruck auf Nachhaltigkeit. Investiert wird vor allem in die hochwertige und kosteneffiziente Sanierung von Wohngebäuden, die Optimierung von Wärme- und Kältenetzen und den Ausbau von neuen Stromnetzen („Smart Grids“). „Ziel des europaweiten Leuchtturmprojekts ist es, den Energiebedarf in Teilen  – der sogenannten ,Smart Districts‘ – mittels technischen Innovationen und Maßnahmenpakten bis 2018 um 40 bis 50 Prozent zu senken, den Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtbedarf um 20 Prozent zu steigern, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und damit die Lebensqualität zu verbessern“, erläutert Vizebürgermeisterin Pitscheider. Mit bis zu 27,5 Millionen Euro wird das zukunftsweisende Stadtsanierungsmodell dabei von der Europäischen Kommission gefördert, wodurch sich Sanierungsmöglichkeiten ergeben, die deutlich über das übliche Maß hinausgehen und den Menschen in den „Smart Districts“ direkt zugutekommen. (KR)