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Sechs neue S-Bahn-Haltestellen im Großraum Innsbruck

S-Bahn Tirol startet in nächste große Ausbauphase
Die Erfolgsgeschichte der S-Bahn Tirol geht mit der heute erfolgten Vertragsunterzeichnung in die nächste Runde. Sieben Jahre nachdem die von der ÖBB betriebenen Talentzüge zum ersten Mal im Auftrag des VVT auf der S-Bahnlinie zwischen Hall und Telfs-Pfaffenhofen rollten, startet die S-Bahn Tirol in die nächste große Ausbauphase. Neue Haltestellen im Großraum Innsbruck werden nun geplant. Damit soll das Verkehrsaufkommen in der Landeshauptstadt weiter entlastet werden.

Planung von neuen Haltestellen fix
Zur Unterzeichnung des Planungsvertrags haben sich heute hohe VertreterInnen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, der ÖBB-Infrastruktur AG, der Landeshauptstadt Innsbruck, der Stadtgemeinde Hall in Tirol, des Verkehrsverbunds Tirol und des Landes Tirol in Innsbruck getroffen. Unterzeichnet wurde die Planung der neuen S-Bahn-Haltestellen Hall Thaur Industriegebiet, Messe Innsbruck, WIFI Innsbruck, Bahnhof Hötting und Allerheiligenhöfe. Modernisiert wird zudem der für PendlerInnen sehr wichtige Westbahnhof Innsbruck. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 1,2 Mio. Euro.
„Ich wünsche mir, dass die S-Bahn demnächst die Autobahn als Hauptschlagader des Tiroler Verkehrs ablöst. Mit sechs neuen und ausgebauten S-Bahn-Haltestellen im Großraum Innsbruck machen wir einen entscheidenden Schritt in diese Richtung“, freut sich die Tiroler Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe über die vereinbarten Planungen.

So viele Fahrgäste, wie noch nie
"Wir haben ein zentrales, übergreifendes Ziel in der österreichischen Verkehrspolitik: mehr öffentlicher Verkehr, Ausbau und Verbesserung des Angebots in ganz Österreich", betont Christian Weissenburger, Sektionschef im Verkehrsministerium. "Die massiven Investitionen in Bahnhöfe, Streckennetz und Züge machen sich bezahlt. Noch nie hatte die Bahn in Österreich so viele Fahrgäste, bei weiter steigender Tendenz." Aus Sicht des Verkehrsministeriums ist die enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Bahnunternehmen und Verbünden ein Schlüssel zum Erfolg und das werde mit dem Planungsvertrag wieder unter Beweis gestellt.
„Neue Haltestellen in Ballungsräumen machen das System S-Bahn für die Kunden deutlich attraktiver. Zum Beispiel im Stadtgebiet von Salzburg wurden in den vergangenen Jahren mehrere neue S-Bahn Haltestellen errichtet und die Fahrgastzahlen haben sich vervielfacht. Bei den beginnenden Planungen liegen die Schwerpunkte auf Kundenkomfort, Barrierefreiheit sowie Sicherheit, um noch mehr Menschen für die Bahn zu begeistern“, so Werner Baltram, Geschäftsbereichsleiter der ÖBB-Infrastruktur.

Kürzere Wege in Innsbruck und Hall
„Immer mehr Menschen schätzen unsere effiziente Nahverkehrsversorgung. Die S-Bahn ist für viele Pendlerinnen und Pendler nicht mehr weg zu denken, die Fahrgastzahlen steigen regelmäßig“, so Innsbrucks Bürgermeisterin Maga Christine Oppitz-Plörer. Die neuen Haltestellen beim Wifi, der Messe, die Verlegung der Bahnhöfe Hötting und Allerheiligenhöfe sowie die Modernisierung des Westbahnhofes würden ein komfortables Vorankommen garantieren, so Oppitz-Plörer weiter: „Die Vorteile liegen auf der Hand: Fahrgäste sparen Zeit aufgrund kürzerer Wege, das Verkehrsaufkommen in Innsbruck wird weiter entlastet und der Anreiz zur Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel gesteigert. Kurzum, die S-Bahn wird noch attraktiver. Ich freue mich, dass wir heute durch die Unterzeichnung des Planungsvertrages einen wichtigen Meilenstein setzen konnten und mein besonderer Dank gilt allen beteiligten Partnern.“ Die Vizebürgermeisterin der Landeshauptstadt, Sonja Pitscheider zu den neuen Haltestellen: „Wir machen den Tiroler Zentralraum fit für eine Wende im Mobilitätsverhalten der BürgerInnen. Dafür brauchen wir ein unschlagbares Angebot mit den Öffis und dazu sind zusätzliche Haltestellen ein ganz wichtiger Beitrag.“
„Die ÖBB-Haltestelle Hall–West–Thaur ist ein wichtiger Schritt zur Qualitätsverbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in Hall. Sie ist barrierefrei zugänglich und erschließt unser großes Gewerbegebiet im Westen für hunderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Außerdem bringt sie für die Pendler Richtung Innsbruck eine attraktive Möglichkeit zur Nutzung des schnellen Taktverkehres der Bahn“, freut sich die Haller Bürgermeisterin Eva-Maria Posch über die gemeinsamen Pläne. „Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist besonders für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtig und richtig. Darüber hinaus stellt die Reduktion der Mobilitätskosten einen entscheidenden Entlastungsfaktor für das Haushaltsbudget einer jeden Arbeitnehmerin und eines jeden Arbeitnehmers dar“, unterstreicht die Vizebürgermeisterin der Münzstadt Karin Klocker.
„Dem VVT ist neben dem Neubau von vielen gut situierten Haltestellen wichtig, dass auch der Westbahnhof barrierefrei neugestaltet wird. Der Westbahnhof ist vor allem auf Grund seiner kliniknahen Lage einer der am stärksten frequentierten Bahnhöfe in Tirol. Wir freuen uns, die nächste Phase der S-Bahn zu starten“, unterstreicht VVT-Geschäftsführer Jörg Angerer neben der Bedeutung der geplanten Neubauten auch die Relevanz der Umbau-Projekte.

Entlastung des Hauptbahnhofs
Mit den neuen Haltestellen wird - nach der Einführung von Talentzügen und starken Fahrplantakten - die Umsetzung der „3. Säule“ des Nahverkehrsprojektes S-Bahn Tirol gestartet. Neue Haltestellen sollen in Zukunft die Erreichbarkeit von Zielen in Innsbruck deutlich erhöhen. Dies wird den Fahrgästen vielfach eine große Zeitersparnis bringen. Haben Fahrgäste bis heute ausschließlich die Möglichkeit, am Haupt- oder Westbahnhof auszusteigen, werden in Zukunft gleich mehrere Haltestellen neue Aus- und Umsteigemöglichkeiten entstehen lassen. Ein gutes Beispiel ist hier die geplante Haltestelle Messe. Muss hier bis heute mit dem Ausstieg am Hauptbahnhof ein zeitintensiver Umweg in Kauf genommen werden, so kann künftig der Stadtteil Saggen direkt erreicht werden. Mit den neuen Haltestellen wird die S-Bahn für viele von Ein- und AuspendlerInnen noch attraktiver. Der Anreiz, um auf Öffis umzusteigen, kann so noch gesteigert werden.
Durch die neuen Haltestellen werden der Hauptbahnhof Innsbruck und damit die dortigen Verkehrsanbindungen entlastet. Die Fahrgastströme sollen sich künftig durch die neuen Ein- und Ausstiegstellen verstärkt in die Fläche verteilen. Heute ist der Hauptbahnhof mit über 25.000 Fahrgästen pro Tag einer jener mit dem höchsten Fahrgastaufkommen in Österreich. Wurden und werden auf Grund des 2007 entwickelten VVT Gesamtkonzepts zunächst in der Region neue intermodale, barrierefreie Haltestellen mit neuen Park+Ride-Plätzen und vielen neuen Busterminals umgesetzt, so wird nun der nächste Schritt für Verbesserungen in Innsbruck eingeleitet.

+60% Fahrgaststeigerungen in 7 Jahren
Seit Start der S-Bahn Tirol wurde diese Jahr für Jahr von massiven Fahrgaststeigerungen begleitet. Immer mehr Menschen erkannten den Vorteil des guten Nahverkehrsangebotes mit 30- bis 15-Minutentakten im gesamten S-Bahn-Netz. Verlässliche Takte, schnelle Verbindungen führten seit dem Start zu 6 Millionen zusätzlichen Fahrten. Die Fahrgaststeigerungen seit Tag eins im Jahr 2007 betragen +60 %.

Erfolgsgeschichte S-Bahn Tirol
2006 wurde die gesamte ÖBB-Nahverkehrsflotte mit klimatisierten, barrierefreien Talent-Zügen erneuert. Mit der Anschaffung von zunächst 37 Talentzügen wurde die Grundlage für einen S-Bahnverkehr geschaffen.
2007 startete die erste S-Bahnlinie im Auftrag des VVT zwischen Hall und Telfs-Pfaffenhofen mit einem 30-Minutentakt. Damit wurde auch zum ersten Mal eine für viele PendlerInnen wichtige Direktverbindung durch Innsbruck hindurch geschaffen.
2008 folgte die 2. Linie zwischen Steinach am Brenner und der Bezirkshauptstadt Hall. Zwischen Steinach und Innsbruck entstand hier ein 30-Minutentakt, nach Hall ein 15-Minutentakt.
2009 wurde der große 10-Jahresvertrag zwischen VVT und ÖBB Personenverkehr abgeschlossen. In diesem wurde die mittel- und langfristige Weiterentwicklung festgelegt. 2009 wurde dadurch die S2 mit dem 30-Minutentakt zur Bahnhaltestelle Fritzens - Wattens verlängert. Ebenfalls neu: verbesserte Verbindungen nach Seefeld, zum Bahnhof Ötztal, wie auch in das Unterland. Insgesamt verstärken heute sechs Linien das Nahverkehrsangebot in ganz Tirol.
2013 wurden die Verträge für die Planung der neuen S-Bahnhaltestellen Hall Thaur Industriegebiet, Messe Innsbruck, WIFI Innsbruck, Bahnhof Hötting und Allerheiligenhöfe sowie für die Modernisierung des Westbahnhofs ausverhandelt.
Im Frühjahr 2013 wurde der neue Busterminal Bhf Hall und der neue P+R-Platz fertiggestellt. Im Dezember 2013 wurde der 30-Minutentakt von Innsbruck bis nach Jenbach ausgebaut. Der neue Takt erweitert das Angebot um 44% auf dieser Relation.
15. Jänner 2014