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Schaffung eines geregelten Angebotes fürs Downhillen

Enge Zusammenarbeit für ein friedliches Miteinander
In den vergangenen Jahren hat der Radsport im Allgemeinen und der Trendsport Downhill im Speziellen in Innsbruck einen deutlichen Aufschwung erlebt. Besonders am Paschberg hat sich eine begeisterte und stetig wachsende Downhill-Szene entwickelt – damit ist es aber auch zu mittlerweile erheblichen Nutzungskonflikten und Spannungen insbesondere zwischen den Erholungssuchenden und den SportlerInnen selbst gekommen. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) haben deshalb seit 15. April ihre Unterstützung für die Downhill-SportlerInnen (Transport der FahrerInnen bzw. der Downhill-Bikes unter anderem in der Bahnlinie „6“ und der Buslinie „J“) vorerst eingestellt.

„Natürlich ist diese Situation für die junge und begeisterte Szene unangenehm, aber im Rahmen der gegenwärtigen rechtlichen Lage und den Problemlagen vor Ort ist dieser Schritt der IVB gerechtfertigt und nachzuvollziehen“, betont Land- und Forstwirtschaftsreferent Vizebürgermeister Christoph Kaufmann, dem aber eine rasche und für alle Seiten befriedigende Lösung besonders wichtig ist.

„Seitens des städtischen Forstamtes wird schon seit längerer Zeit an einem entsprechenden Modell für eine geregelte und gesetzlich einwandfreie Ausübung des Downhill-Fahrens gearbeitet. Bis Anfang Mai 2013 soll dieser Projektvorschlag fertig sein, um dann in erster Linie mit den betroffenen WaldbesitzerInnen diskutiert und abgestimmt zu werden.“ Nur bei Zustimmung aller beteiligten Partner (WaldbesitzerInnen, Radszene und der IVB als Transportlogistiker) könne eine entsprechende Lösung umgesetzt werden, so Kaufmann weiter.

Angebote statt Verbote für eine tragfähige Zukunft

Für RadfahrerInnen und MountainbikerInnen gibt es in und rund um Innsbruck eine Vielzahl an ausgewiesenen Strecken und Routen. Das Downhill-Fahren findet allerdings überwiegend abseits üblicher Forstwege und Straßen statt.

Grundsätzlich ist das Befahren des Waldes mit dem Fahrrad, außer auf den dafür vorgegebenen Mountainbike-Strecken, gesetzlich verboten. Besonders am Paschberg, wo sich ein Großteil der Waldflächen in Privatbesitz befinden, kommt es durch diese starke Frequentierung auf den zahlreichen willkürlich angelegten Routen zu nachhaltigen Waldschäden und zu starken Bodenerosionen. Gleichzeitig ist es in der Vergangenheit vermehrt zu erheblichen Spannungen zwischen den Downhill-FahrerInnen und den WaldbesitzerInnen, Jägern sowie anderen Erholungssuchenden und FreizeitsportlerInnen gekommen.

Das Forstamt der Stadt Innsbruck ist deshalb als Vermittler bestrebt, an einer Zukunftslösung, mit der die Interessen aller WaldbenützerInnen gleichermaßen befriedigt werden können, zu arbeiten. Nicht über Verbote, sondern über geregelte Angebote soll die Ausübung des beliebten Trendsportes auf attraktiven und offiziellen Strecken möglich sein. Hier ist die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten gefragt: Nach Abstimmung mit den betroffenen WaldbesitzerInnen sollen so auch Partner wie Trailsolutions, die unter anderem für die Gestaltung des Nordkette Singletrail verantwortlich zeichnen, das städtische Sportamt und auch die Szenecommunity selbst in die weitere Umsetzung eingebunden werden.
16. April 2013