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Beim Wald- und Moormärchen Tantegert wurden Kinder und Eltern von Fabelwesen regelrecht verzaubert.
Beim Wald- und Moormärchen Tantegert wurden Kinder und Eltern von Fabelwesen regelrecht verzaubert.

Bewusstsein schaffen für saubere Wälder

Die Sauberkeit unserer Stadt ist nicht nur im Zentrum und in Wohngebieten ein wichtiges Thema, sondern auch auf den umliegenden 350 Kilometern Steig-, Wald-und Wanderwegen. Achtlos Weggeworfenes belastet unsere Wälder und Böden und stellt für die Waldbewohner eine Gefahr dar.

Die MitarbeiterInnen des städtischen Forstamtes haben ein vielfältiges Aufgabengebiet: Waldpflege, Waldverjüngung, Wildbachbegehungen, Pferderückungen im Wasserschutzgebiet, Almenpflege sowie die Weg- und Steigerhaltung. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Tätigkeiten, die in den vergangenen Jahren um den Bereich der Abfallentsorgung wesentlich erweitert wurden. „Die Steig-, Wald- und Wanderwege rund um die Tiroler Landeshauptstadt sind nicht nur das größte Naherholungsgebiet der Innsbruckerinnen und Innsbrucker, sondern auch Aushängeschilder für unsere zahlreichen Gäste“, erläutert der ressortzuständige Stadtrat Franz X. Gruber. „Sauberkeit und ein sorgsamer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen sollten für uns alle selbstverständlich sein. Rechnet man die Einsatzzeiten der Forstmitarbeiterinnen hoch, die sie für die Abfallentsorgung benötigen, arbeitet eine in Vollzeit beschäftige Fachkraft alleine für diese Verantwortungslosigkeit.“

Gefahr für Waldbewohner

Verpackungen und Unrat, die achtlos im Wald und auf Wanderwegen weggeworfen werden, sind nicht nur ein optischer Makel und ein Ärgernis in der schönen Naturlandschaft. „Eigentlich ist es absolut unverständlich, denn wenn Getränke und Essen voll und schwer mit auf den Weg genommen werden, müssten die leeren und leichten Verpackungen am Weg nach Hause kein Problem darstellen“, erklärt Forstamtsleiter DI Andreas Wildauer. Waldbewohner, wie beispielsweise Rehe, Füchse und Eichhörnchen, fressen den Abfall bei der Nahrungsaufnahme mit. Aber auch liegengelassene Lebensmittelreste, wie beispielsweise Wurstsemmeln oder Süßigkeiten sind für die Tiergesundheit nicht zuträglich. „Die Verdauung der Waldbewohner ist nicht auf unsere Lebensmittel eingestellt. Wir beobachten immer wieder, dass Tiere an Durchfall leiden. Dies kann in extremen Fällen zu Dehydrierung und zum Tod führen“, erläutert Referatsleiter und Förster Ing. Albuin Neuner und führt weiter aus: „Gefährlich für die Tiere sind auch Glas- und Porzellanscherben, an denen sie sich schneiden oder die sich eintreten.“
Speziell im Sommer bergen Glasscherben aber noch eine weitere Gefahr: Durch einfallende Sonnenstrahlen funktionieren sie wie Linsen und können einen Waldbrand verursachen.

„Die Mitarbeiter des städtischen Forstamtes sind für wichtige Aufgaben zuständig, wie beispielsweise die Pflege des Schutzwaldes. Wenn diese Fachkräfte mit der Abfallentsorgung beschäftigt sind, leiden darunter die eigentlichen Aufgabengebiete. Das geht leider auf Kosten von uns allen. Darum bitte ich alle bei der Vermeidung von Abfällen aktiv mitzuhelfen.“

Stadtrat Franz X. Gruber

Stadtrat Franz X. Gruber

Umweltbewusstsein früh schaffen

Dem städtischen Amt für Land- und Forstwirtschaft ist der sorgsame Umgang mit der Natur ein Anliegen, wie Forstamtsleiter Wildauer bestätigt: „Je früher die Menschen mit dem Thema Wald sensibilisiert werden, desto größer sind Erfolg und Nachhaltigkeit.“ Schulklassen der Innsbrucker Pflichtschulen haben die Möglichkeit im Rahmen des Waldpädagogik-Angebotes des Forstamtes wesentliche Einblicke in diesen sensiblen Lebensraum zu bekommen. Beispielsweise wurde ein Projekt der Volksschule Franz-Fischer-Straße mit dem ersten Preis beim Internationalen Alpinen Schutzwaldpreis – Helvetia ausgezeichnet. Unter dem Titel „Waldjahre – der Lebensweg eines Baumes“ beschäftigten sich die SchülerInnen bei regelmäßigen Aktionstagen mit der Thematik und wurden dabei von den städtischen Försterinnen und Förstern begleitet und unterstützt. Im Juni dieses Jahres wurde das Wald- und Moormärchen in Tantegert uraufgeführt. Auf spielerische Weise konnten sogar die Kleinsten lernen, wie sie sich im Wald verhalten und welche Auswirkungen dies auf die Tier- und Pflanzenwelt hat. (VL)

Weitere Informationen und Kontakt

Amt für Land- und Forstwirtschaft
Trientlgasse 13
Tel.: +43 512 5360 7180
E-Mail: post.land.forstwirtschaft@innsbruck.gv.at