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Rotunde und Talstation: Ideenfindungsprozess läuft an

Pressegespräch über das Vorhaben des Projektes.
Das Areal rund um die Rotunde und die ehemalige Hungerburgbahntalstation, mit einer Gesamtfläche von ca. 3000 Quadratmeter Grundfläche, soll belebt werden. Ein breit angelegter Ideenfindungsprozess soll nun dabei helfen, ein effektives Nachnutzungskonzept zu erstellen. Am 6. März stellten die zuständige Kulturlandesrätin Dr. Beate Palfrader und Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer das Vorhaben im Rahmen des Pressegesprächs vor.

Nach dem Neubau der Hungerburgbahn ist die alte Talstation mit der denkmalgeschützten Brücke über den Inn (im Besitz der Stadt Innsbruck) funktionslos geworden. Seit der Übersiedelung des Riesenrundgemäldes in das Museum „Tirol Panorama“ am Bergisel steht die unter Denkmalschutz stehende Rotunde (im Besitz des Landes Tirol) leer. Für die Zukunftsentwicklung und Nachnutzung der beiden Gebäude liegen bereits viele unterschiedliche Ideen vor: Von der längsten Stiege der Welt, über ein Medizinmuseum, ein Tanzquartier, ein Mega-Aquarium, bis hin zu einem Geschichtszentrum oder Theaterzentrum war bislang die Rede.

„Die Rotunde, die alte Talstation der Hungerburgbahn und das Areal zwischen diesen und dem Inn halten für eine künftige Nutzung ein hohes räumliches und ästhetisches Potenzial bereit. Es lohnt sich also nach den besten Ideen zu dessen Entfaltung zu suchen – und zwar unter Einbindung der Bevölkerung“, ist Landesrätin Palfrader überzeugt: „In den Ideenfindungsprozess beziehen wir auch alle vorliegenden Vorschläge mit ein.“

„Es ist wichtig und richtig die BürgerInnen aktiv in die Ideenfindung mit einzubeziehen“, so Bürgermeisterin Oppitz-Plörer: „Schließlich sind sie es, die von einer nachhaltigen Entwicklung dieses Platzes profitieren werden.“ In einem Ideenwettstreit, solle nicht der, der am lautesten schreit, automatisch gewinnen. Ziel sei es, „gute Ideen aus dem Nebel vor den Vorhang zu holen“, so die Bürgermeisterin.

Architekt Mag. Roland Gruber ist geschäftsführender Gesellschafter des Büros ‚nonconform.architektur vor ort‘, das unter mehreren Anbietern für die Organisation und Abwicklung des Ideenfindungsprozesses ausgewählt wurde. Er informierte über den konkreten Projektablauf: „Die wirklichen ExpertInnen sind die BürgerInnen vor Ort.“

Zwei historisch bedeutsame Bauwerke stehen im Mittelpunkt
Die Entwicklungsmethode nennt sich „vor ort ideenwerkstatt“ (www.vor-ort.at) und wurde mit dem Staatspreis Consulting (Jurypreis) gewürdigt. Mit den Ergebnissen des Prozesses soll ein Mehrwert für die Bevölkerung geschaffen werden – keinesfalls ausschließlich im Vordergrund steht der touristische Nutzen. Es geht um neue, sinnvolle und zukunftsfähige Nutzungsmöglichkeiten, die sowohl visionär als auch realisierbar sind. Für das Areal ist folgende Vorgangsweise geplant:

Die Mobilisierungsphase (geplant im Sommer 2012)
In der Mobilisierungsphase geht es darum, die Bevölkerung durch unterschiedliche Aktivitäten und Kommunikationsarten – sowohl im öffentlichen als auch im virtuellen Raum – zu erreichen und auf die „vor ort ideenwerkstatt“ aufmerksam zu machen.

Wesentliches Element der Interventionen ist ein „gelbes Absperrband“, das üblicherweise auf Baustellen zum Einsatz kommt. Das Band soll die Assoziationen eines unfertigen, noch veränderbaren Zustands, an dem Jede/r mitwirken kann, wecken.

Während der Interventionen wird der öffentliche Dialog initiiert. Ideen können in öffentlich aufgestellten Ideen-Boxen eingeworfen, oder auf einer eigens eingerichteten Kommunikationsplattform im Internet gepostet werden (als Text, Bild oder Video).

Entwicklung (geplant zwischen September und November 2012)
Die „vor ort ideenwerkstatt“ findet zweimal statt und wird teilweise mittels live-stream auf der Webplattform übertragen: Zunächst werden Ideen gesammelt und Themen aufgespürt. Ca. eineinhalb Monate später liegt der Schwerpunkt auf der Debatte, Optimierung und Finalisierung der Vorschläge. In der Zeit dazwischen werden intensive Abstimmungsgespräche stattfinden.

Für die Ideenwerkstätten wird ein temporäres Büro entweder direkt in der Rotunde oder in einem Veranstaltungsraum in der Umgebung eingerichtet. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden Ideen und Lösungsansätze ausführlich erarbeitet und diskutiert.

Ausarbeitung (Dezember 2012) und Präsentation (Februar 2013)
Die Ergebnisse werden die Basis für eine Ausformulierung des konkreten Konzeptes und Abstimmungsgespräche mit Verwaltung und Politik bilden. Eine Machbarkeitsstudie wird als Grundlage für die weitere Vorgehensweise dienen.

Die finale Konzeptstudie wird in Form einer öffentlichen Präsentation und einer Ausstellung wieder an die Bevölkerung kommuniziert.

06. März 2012