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Prof. Kammerschauspieler Helmut Wlasak

Trauer um Professor Helmut Wlasak
Wir trauern um Prof. Kammerschauspieler Helmut Wlasak, Intendant des Tiroler Landestheaters von 1967 bis 1992, der nach langer Krankheit verstorben ist.


Intendant Johannes Reitmeier erfuhr am Nachmittag des 24. Novembers vom Tod Helmut Wlasaks und widmete ihm den Premierenabend von „Il barbiere di Siviglia“. Nach einer Gedenkminute für den großen Theatermann ging die Premiere über die Bühne und es war ein Abend, wie Helmut Wlasak ihn geliebt hätte: Vollbluttheater für das Publikum.


Am 22. September 1956 fand am Tiroler Landestheater die Saisoneröffnung mit „Die Hochzeit des Figaro“ statt, tags darauf hatte „Der Diamant des Geisterkönigs“ Premiere; bei Mozarts Oper führte er Regie, in Raimunds Zauberstück spielte er den Florian Waschblau: Helmut Wlasak. Mehr als unglaubliche 50 Jahre stand er auf den Bühnen Innsbrucks. Eine eindrucksvolle Leistung für einen Theatermann, der bei der Aufnahmeprüfung im Reinhardt-Seminar – durchgefallen ist. Der 1930 geborene Wiener ging kurzentschlossen zur Schauspielschule Kraus, wurde Eleve am Theater in der Josefstadt, trat am Theater am Parkring auf und bei der legendären Stella Kadmon und wurde dann für vier Jahre nach Graz engagiert. Dort spielte er 40 unterschiedlichste Hauptrollen und lernte, was es heißt, „zügig zu produzieren“, denn lange Probenzeiten leistete man sich damals nicht. Aber vor allem lernte Helmut Wlasak in Graz seine Frau, die Schauspielerin Sonja Höfer, kennen. Gemeinsam kamen sie 1956 an das TLT. Der Schauspieler, der als Regisseur vorwiegend Opern inszenierte, wurde bald Oberspielleiter und 1967 zur Wiedereröffnung des Großen Hauses nach dem Umbau wurde Helmut Wlasak Intendant mit der rekordverdächtigen Amtszeit von 25 Jahren.
Er bezeichnet sich selbst als „Besessenen“; über 5.400 Vorstellungen hatte er gespielt, 203 Inszenierungen erarbeitet und „war nie krank!“. Sein Repertoire umfasste 25 Shakespeare-Rollen von Prospero über Richard II. bis Malvolio, er war der Mann von La Mancha, Moliéres Alceste und Tartuffe und verkörperte immer wieder zur Freude seines Publikums die großen Nestroyfiguren. Seine Abschiedsrolle am TLT war auch der Knieriem.
Er war ein Meister der Sprachgestaltung. Und so wurde zu einem der Höhepunkte seines Lebens, als er Papst Johannes Paul II. die von ihm gesprochene Aufnahme der Bibel auf 100 CDs in Rom überreichen durfte.
Auch nach seiner Ära am TLT gab es viele Herausforderungen für Helmut Wlasak, seien es Bühnenauftritte, Vorträge, Lesungen oder sein geliebtes Straßentheater. Ein erfülltes Leben, von dem er einmal selbst dankbar sagte: „Ich hab unendliches Glück gehabt.“


Das Tiroler Landestheater - die Geschäftsführer Intendant Mag. Johannes Reitmeier und Direktorin Dr. Brigitte Winkler, die Künstlerinnen und Künstler, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – verneigt sich vor einem großen Künstler und zutiefst begeisterten Theatermann. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten der Witwe Helmut Wlasaks und seiner Familie.
26. November 2012